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Rallye Dakar 2026: Etappe 1 Guillaume De Mevius holte für das deutsche X-raid-Team den Etappensieg
X-raid

Rallye Dakar 2026: De Mevius gewinnt Etappe 1 - Titelverteidiger verliert Zeit

Guillaume De Mevius (X-raid Mini) gewinnt die erste Etappe in Saudi-Arabien - Zwei Reifenschäden bei Sebastien Loeb (Dacia) - Yazeed Al-Rajhi verfährt sich in der Wüste

Der endgültige Startschuss für die 48. Ausgabe der Rallye Dakar, die zum siebten Mal in Saudi-Arabien stattfindet, fiel am Samstag mit der ersten Etappe. Es musste eine 305 Kilometer gewertete Speziale mit Start und Ziel in Yanbu bewältigt werden. Sand und steiniger Untergrund prägen das Hinterland des Roten Meeres.

Am Ende des Tages durfte das deutsche X-raid-Mini-Team über den Tagessieg jubeln. Guillaume De Mevius und Beifahrer Mathieu Baumel, der mit einer Beinprothese fährt, nutzten ihre 22. Startposition optimal und bewältigten den gewerteten Abschnitt am schnellsten.

"Einen Etappensieg zu holen, fühlt sich immer gut an, aber es war heute eigentlich nicht unsere Strategie", kommentiert De Mevius. "Trotzdem ist es ein positives Zeichen, denn wir hatten nicht das Gefühl, das Tempo zu haben, um die Etappe zu gewinnen."

"Unser Ansatz ist etwas anders als der der anderen. Wir sind in dieser Dakar ein Stück weit auf uns allein gestellt. Wir fahren unser eigenes Rennen, und wenn dabei Etappensiege herausspringen, umso besser."

"Morgen werden Mathieu und ich eröffnen, und darüber freue ich mich sehr. Mit Mathieu an meiner Seite mache ich mir keine Sorgen, eine Wertungsprüfung zu eröffnen. Natürlich spielt auch die Strategie eine Rolle. Wir müssen aufmerksam bleiben, was als Nächstes kommt."

Mit 40 Sekunden Rückstand belegte Nasser Al-Attiyah, der als 21. direkt vor De Mevius gestartet war, Platz zwei. "Wir hatten ein gutes Tempo und hätten noch mehr pushen können, aber als wir Seb mit zwei Reifenschäden sahen, entschieden wir uns, vorsichtig zu fahren", sagt der Dacia-Fahrer.

Mehrere Topfahrer in Schwierigkeiten

Sebastien Loeb im zweiten Dacia war nicht der einzige Topfahrer, der gleich auf der ersten Etappe Schwierigkeiten hatte. Davon profitierte unter anderem Martin Prokop als Dritter. Der Tscheche fährt im Jipocar-Privatteam nun ebenfalls einen Ford Raptor von M-Sport.

Loeb büßte am Sonntag drei Minuten ein und wurde Zehnter. "Wir müssen uns erst wieder an so lange Wertungsprüfungen gewöhnen - das ist schon eine Weile her", kommentiert der Franzose. "Insgesamt lief es aber gut. Ein paar Reifenschäden zu Beginn haben uns etwas Zeit gekostet."

Ford-Fahrer Mattias Ekström, der den Prolog am Vortag für sich entschieden hatte, startete stark in den Tag. Nach 70 Kilometern führte er die Zwischenwertung an und hatte gegen Halbzeit schon rund eine Minute Vorsprung auf De Mevius.

Aber der zweite Teil der Speziale war kniffliger. Im Schlussteil verlor Ekström Zeit. Außerdem erhielt der Schwede auch noch zehn Strafsekunden für Speeding. Mit 1:38 Minuten Rückstand ist der Ford-Pilot nach der ersten Etappe Vierter.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Tag", meint Ekström. "Emil [Bergkvist] und ich hatten einen guten Rhythmus, wir haben gut zusammengearbeitet. Er hat die Navigation richtig stark gemacht, und auch das Set-up des Autos war sehr gut."

"Es gab viele Steine, aber ich denke, das war für alle gleich. Man musste dort etwas Tempo rausnehmen und den Rhythmus anpassen. Wir hatten keinen Reifenschaden und keine Probleme, also bin ich ziemlich zufrieden."

Ekströms Ford-Teamkollege Carlos Sainz ist hinter Marek Goczal (Energylandia Toyota) Sechster. Die Top 10 komplettierten Guy Botterill (Toyota), Nani Roma (Ford), Mitch Guthrie (Ford) sowie Loeb im Dacia.

Warum die Titelverteidiger fast eine halbe Stunde verlieren

Die Titelverteidiger Yazeed Al-Rajhi und Timo Gottschalk verloren fast eine halbe Stunde. 16 Minuten ihres Rückstands stammen von einer Strafe. Das Toyota-Duo hatte einen Wegpunkt ausgelassen und war außerdem bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu schnell.

"Wir hatten früh zwei Reifenschäden, bevor wir an einer kniffligen Stelle den falschen Canyon genommen haben", berichtet Gottschalk. "Zwar waren wir bald wieder zurück auf der richtigen Route, hatten aber leider den übernächsten Wegpunkt validiert und damit die Strafe eingefangen."

Al-Rajhi will seinem Navigator aber nicht die Schuld für den Fehler geben: "An einer unübersichtlichen Stelle mit vielen Canyons haben wir uns für den falschen entschieden, obwohl Timo den richtigen Riecher hatte."

Mit 28:52 Minuten Rückstand befinden sich Al-Rajhi/Gottschalk nach der ersten Etappe nur auf dem 35. Platz. Nun gilt die Devise Angriff, wie Gottschalk betont: "Kein guter Start, aber es liegt noch viel Terrain vor uns und aufgegeben wird ganz sicher nicht."





Motorräder: Zeitstrafe für Ross Branch

Zunächst entschied Hero-Fahrer Ross Branch die erste Motorrad-Etappe für sich. Allerdings erhielt der Fahrer aus Botswana für Speeding in einer Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung sechs Strafminuten. Somit ging der Etappensieg an Edgar Canet.

Der KTM-Fahrer hatte bereits am Vortag den Prolog für sich entschieden. Canet führt die Gesamtwertung 1:05 Minuten vor seinem Teamkollegen Daniel Sanders an. Honda-Fahrer Ricky Brabec ist mit 1:37 Minuten Rückstand Dritter.

Der Österreicher Tobias Ebster beendete die erste Etappe mit 13:26 Minuten Rückstand als 14. In der Gesamtwertung hält er ebenfalls Platz 14. In der Rally2-Wertung liegt Ebster mit knapp fünf Minuten Rückstand auf Rang vier.

Die zweite Etappe führt am Montag von Yanbu nach Al-'Ula. Die gewertete Speziale beträgt 400 Kilometer.

Motorsport-Total.com

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