WRC Rallye Schweden: Nach SP4 | 13.02.2026
WRC Rallye Schweden 2026: Toyota dominiert, Desaster für Hyundai und M-Sport
Elfyn Evans führt in Schweden nach dem ersten Vormittag - Thierry Neuville spricht von "schwierigstem Moment seiner Karriere" - Reifenschäden bei M-Sport
Toyota dominierte einen turbulenten Freitagvormittag bei der Rallye Schweden, dem zweiten Lauf in der WRC-Saison 2026. Elfyn Evans führt nach vier Wertungsprüfungen vor Takamoto Katsuta und Sami Pajari. Monte-Carlo-Sieger Oliver Solberg rutschte in eine Schneebank fest, zog sich dabei einen Reifenschaden zu und verlor rund eine halbe Minute.
Bisher verlief die Rallye für Hyundai und M-Sport Ford äußerst schwierig. Thierry Neuville fand kein Vertrauen in seinen i20 N Rally1 und sprach im Mittagsservice vom "schwierigsten Moment seiner Karriere". M-Sport erlebte mit Reifenschäden ein Desaster.
Los ging die Rallye am Donnerstagabend mit der 10,23 Kilometer langen Superspecial "Umea 1". Toyota übernahm sofort das Kommando. Solberg fuhr Bestzeit. Dahinter sortierten sich Evans, Katsuta und Pajari ein.
Bester Hyundai war zum Auftakt Thierry Neuville, aber auf Solberg hatte der Ex-Weltmeister schon 6,7 Sekunden eingebüßt. Am Freitag wurde die erste Etappe mit drei Wertungsprüfungen am Vormittag fortgesetzt.
Schnee und Eis dominierten den Winterklassiker im Kalender. Bereits in "Bygdsiljum 1" wechselte die Führung. Solberg drehte sich fast bei einer Abzweigung und würgte den Motor ab. Das kostete Zeit.
Evans sicherte sich die Bestzeit und übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung. Solberg verlor in dieser Prüfung 9,1 Sekunden und fiel in der Gesamtwertung auf Platz zwei, 5,6 Sekunden hinter Evans.
Anschließend ging für Solber in der nächsten Prüfung, "Andersvattnet 1", noch mehr schief. Er rutschte in eine Schneebank, konnte sich aber wieder befreien. Sein Yaris hatte jedoch vorne links einen Plattfuß. Solberg erreichte das Ziel, hatte aber rund eine halbe Minute verloren.
"Ich bin von der Strecke abgekommen", berichtet der 24-Jährige, "überall lag so viel Schnee. Das Heck brach heftig aus, ich rutschte von der Strecke. Zum Glück kam ich wieder raus. Dabei habe ich mir im Graben einen Reifenschaden geholt - nicht ideal."
Evans gewann die Prüfung und führte 11,5 Sekunden vor Katsuta. Solberg war auf Platz sechs zurückgefallen. Durch das Missgeschick wuchs sein Rückstand auf Evans auf 37,5 Sekunden an. Die Vormittagsschleife wurde mit der WP "Bäck 1" abgeschlossen.
Solberg meldete sich mit der Bestzeit zurück und nahm Evans 1,2 Sekunden ab. Trotzdem vergrößerte der Waliser seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Katsuta auf 14,5 Sekunden. Pajari hatte als Dritter bereits 23,3 Sekunden Rückstand.
Neuville spricht von schwierigster Zeit seiner Karriere
Esapekka Lappi, der 2024 in Schweden gewonnen hatte, war als Vierter (34,9 Sekunden) der beste Hyundai-Fahrer. Solberg schloss die Vormittagsschleife als Fünfter (+36,3) ab. Das Hyundai-Duo Adrien Fourmaux (+36,4 Sekunden) und Neuville folgte als Sechster und Siebter.
Neuvilles Rückstand betrug inzwischen 1:37,4 Minuten. In WP3 (Andersvattnet) steckte der Ex-Weltmeister in einer Schneebank und verlor eine Minute. Später musste er anhalten und seine beschlagene Windschutzscheibe reinigen.
"Im Großen und Ganzen war es okay, aber ich kämpfe wirklich mit der Balance", sagt Neuville am Ende der vierten Wertungsprüfung. "Um ehrlich zu sein, überrascht mich das nicht. Es ist hart. Ehrlich gesagt, das ist bisher die schwierigste Zeit meiner Karriere."
"Wir haben so viele Dinge geändert, dass man sagen könnte, wir sind ein bisschen verloren - was natürlich nicht hilft." In der Media-Zone im Mittagsservice sprach Neuville noch etwas ausführlicher über seine aktuelle Situation.
"Ich würde nicht sagen, dass ich wirklich zufrieden bin, um ehrlich zu sein. Wir werden am Nachmittag ein paar Dinge ändern, aber es ist ziemlich schwierig zu wissen, in welche Richtung es gehen soll und was wir tun müssen. Aber wenn wir es nicht versuchen, lernen wir auch nichts."
Neuvilles Hyundai-Teamkollegen Fourmaux und Lappi taten sich ebenfalls schwer, das Tempo von Toyota mitzugehen. Fourmaux musste nach der zweiten Prüfung eine drastische Set-up-Änderung vornehmen, um eine Lösung zu finden.
Falscher Druck: Reifenschäden bei M-Sport
Auch bei M-Sport Ford lief die Rallye bislang schwierig. Alle drei Puma, gesteuert von Jon Armstrong, Josh McErlean und Martins Sesks, erlitten in der Vormittagsschleife Reifenschäden. Es entwickelte sich zu einem Desaster.
Sesks holte sich in WP2 gleich zwei Reifenschäden vorne, was den Letten sieben Minuten kostete, bevor er in WP3 einen dritten Plattfuß erlitt. Sesks musste einen seiner beschädigten Reifen wieder montieren, um die letzte Prüfung überhaupt noch überstehen zu können.
McErlean erlitt in WP3 einen doppelten Reifenschaden hinten, als er über eine Kompression fuhr, während Armstrong sich in WP2 vorne links einen Plattfuß einhandelte. Armstrong beendete die Schleife als bester M-Sport-Pilot auf Rang acht, 1:43,8 Minuten hinter der Spitze.
"Was man im TV sieht, ist, dass eigentlich nur unsere Autos dieses Problem haben, also müssen wir das untersuchen", sagt M-Sport-Teamchef Richard Millener. "Wir haben bei den Tests viel an Reifendrücken und Set-ups gearbeitet und ein gutes, zuverlässiges Set-up gefunden."
"Aber irgendetwas ist hier offensichtlich anders, seien es die Straßenbedingungen oder die Geschwindigkeit. Die Kompressionen können durchaus Probleme verursachen, aber ich denke, wir müssen ehrlich zugeben, dass wir vielleicht einen kleinen Fehler gemacht haben. Das ist uns heute Morgen teuer zu stehen gekommen, was wirklich schade ist."
Am Nachmittag werden die drei Prüfungen erneut absolviert, bevor am Abend noch die 5,7 Kilometer kurze Superspecial "Umea Sprint 1" auf dem Programm steht.



















