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Großartiges Starterfeld beim Rallye-Comeback im Triestingtal

Das Österreich-Comeback von Manfred Stohl sorgte für die große Sensation. Doch auch sonst kann sich ARC Rallye Triestingtal-Veranstalter Georg Gschwandner über eine illustre, bunt gefächerte Nennliste freuen.

Das große Comeback des Rallyesports im Triestingtal erfreut sich großen Zuspruchs der Rallye-Community - eine mehr als spannende Nennliste veredelt die Premiere der ARC Rallye Triestingtal (27. & 28. Februar). Die Austrian Rallye Challenge feiert damit einen grandiosen Saisonauftakt mit einem bunt gefächerten Starterfeld.

Für großes Interesse sorgt das sensationelle Österreich-Comeback von Manfred Stohl. Der WM-Vierte des Jahres 2006 startet erstmals seit 2012 (!) wieder im Bewerb einer heimischen Rallye - und zwar gemeinsam mit Peter Müller, mit dem er im Jahr 2000 die Gr. N-Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Stohl versteht den Start im Citroen C3 Rally2 als „Hommage an meinen Freund Peter Müller“. Müller war quasi einer der Vorgänger von ARC Rallye Triestingtal-Veranstalter Georg Gschwandner, lebt im Triestingtal und freut sich riesig über die Rückkehr des Rallyesports: „Hut ab vor Georg, dass ihm das gelungen ist. Endlich ist wieder was los im Triestingtal.“

Das Duo Stohl/Müller, zuletzt 2018 in China gemeinsam am Start, wird mit Startnummer 1 die Rallye eröffnen - doch es sind insgesamt neun Teams der in Österreich höchsten Kategorie RC2/Rally2 am Start. So zündet auch der junge Daniel Mayer, Sohn von Rallye-Legende Walter Mayer einen Citroen C3 Rally2. Kann er „Stohlito“ in die Schranken weisen? Stohl lacht, hält den Ball flach: „Ich werde keine Gefahr für ihn sein.“ Doch die Daten sagen etwas Anderes: Bei einem von ihm als „Familienausflug“ betitelten Start bei einer deutschen Schotterrallye im Vorjahr konnten Stohl und seine Gattin Michaela Markl sämtliche Bestzeiten markieren. Und: Augenzeugen berichten, dass Stohl zuletzt beim F.A.T. Ice Race formidabel fuhr.

Die „Stohl-Jäger“ - nicht nur Rally2…

Daniel Mayer wirft den flach gehaltenen Ball quasi wieder flach zurück: „Manfred ist ganz sicher immer noch ein Top-Pilot.“ Doch Mayer, der einen in etwa baugleichen Citroen C3 Rally2 pilotiert, hat aufgerüstet: Auf dem Beifahrersitz nimmt erstmals Gerald Winter Platz, der zusammen mit Simon Wagner bereits große Erfolge gefeiert hat. Und: Mayer fuhr unlängst bei der finnischen Arctic Lapland Rallye mit Bernhard Ettel, ebenfalls Top-Copilot, mit Platz 20 das beste Ergebnis eines Österreichers bei dieser Rallye ein. Doch Mayer gibt zu bedenken: „Ich muss mich erst wieder umstellen von Schnee auf Asphalt. Wir werden es auf jeden Fall einmal ruhig angehen. Da ich ja auch im Triestingtal daheim bin, war es für mich klar, dass ich bei dieser Rallye mitfahre.“ Mayer gibt noch einen Hinweis: „Auf den schnellen Sonderprüfungen sollte man die Protos und die starken Mitsubishi nicht unterschätzen.“

Und so ist es auch kein Wunder, dass mit Startnummer 2 Roman Mühlberger in die Rallye starten wird - er pilotiert mit Nadine Dolzer einen bärenstarken Mitsubishi Lancer Evo IX. Und zwar nicht irgendeinen Evo IX - Mühlberger zündet im Triestingtal zum ersten Mal jenen Evo IX, mit dem einst Raimund Baumschlager Staatsmeister wurde: „Das Auto ist zwölf Jahre in der Garage gestanden, wir haben es neu aufgebaut. Da wir davor keinen Test abhalten können, wird die Rallye für uns als Test fungieren.“ Denn Mühlberger hat damit Großes vor: „Gleich nach der Rallye geht es nach Barcelona, da wir am Wochenende darauf bei der Rally Costa Brava an den Start gehen werden.“ Trotz allem steckt sich Roman Mühlberger ein Ziel: „Mit einem Top 5-Ergebnis wäre ich zufrieden.“

Die Top 5 nennt auch Max Zellhofer - allerdings nicht für seinen eigenen Einsatz mit Claudia Maier im Ford Fiesta MkII Rally2, sondern für seinen Sohn Christoph Zellhofer, der gemeinsam mit Anna-Maria Seidl wieder den PS-starken Suzuki Swift ZMX Proto pilotieren wird. Was den Sieg anbelangt, tippt Zellhofer senior ganz klar auf Manfred Stohl: „Es ist wie beim Radfahren - wenn einer gut radfahren kann, verlernt er es nicht. Außerdem habe ich Manfred beim Ice Race gesehen…“

Auf den schnellen Sonderprüfungen der ARC Rallye Triestingtal wird auch Hermann Gassner senior aus Deutschland starke Zeiten fahren - er wurde im Vorjahr ARCP-Clubmeister und pilotiert mit der Kärntnerin Natascha Vrga einen Toyota Yaris GR der Klasse 7.1.

Komplett in die Top-Kategorie aufgestiegen ist heuer Peter Hopf, der mit Stefan Heiland einen ZM Racing Ford Fiesta Rally2 zünden und die gesamte ORM bestreiten wird. Auch Hopf hofft auf ein Top 5-Ergebnis und beteuert: „Wir werden nicht mit der Brechstange agieren.“ Sein Geheimtipp: „Ich glaube, dass Maximilian Lichtenegger im Rally3 starke Zeiten fahren wird.“

Maximilian Lichtenegger gehört zu den hoffnungsvollsten Jungpiloten des Landes und pilotiert mit Bernhard Ettel einen von BRR betreuten Renault Clio Rally3.

Bernhard Stitz, den viele als Orthopäden schätzen, gehört zu den zahlreichen Lokal Heroes - er pilotiert mit Angelika Letz einen von RM Racing eingesetzten Ford Fiesta R5, also ein RC2-Fahrzeug älteren Baujahrs. Die Asphalt-Sonderprüfungen könnten dem rundstreckenerfahrenen Piloten entgegenkommen. Für ihn wäre ein Top 5-Ergebnis „bereits ein Traum“. Und: „Ich wohne in der Gegend des Triestingtals und wollte mit meinem Start vor allem diese neue Rallye fördern.“

Dass man auf den Asphalt-Prüfungen der neuen ARC Rallye Triestingtal nicht nur mit RC2-Boliden schnell sein kann, könnte auch Rene Kiehtreiber unter Beweis stellen, der mit Thomas Schimek einen Mitsubishi Lancer Evo V lenken wird.

RC4: Die „jungen Wilden“

In der Klasse RC4, die heuer wieder zur Austrian Rallye Trophy (ART2) zählt, ist beinahe alles, was Rang und Namen hat am Start. Allen voran Marcel Neulinger in seinem von BRR eingesetzten rosaroten Lancia Ypsilon Rally4. Der regierende ORM3- und Junioren-Staatsmeister hat mit Jürgen Heigl einen Spitzenbeifahrer an Bord und zählt zumindest auf dem Papier zu den Favoriten der ART2. Doch Marcel winkt ab: „Wir nützen die Rallye als Test für unsere ORM/JuniorERC-Saison. Wir werden bei der Fahrwerksabstimmung sehr viel ausprobieren - da können auch Abstimmungen dabei sein, die für die jeweilige Prüfung nachteilig sind.“ Aus diesem Grund gibt Neulinger seine Favoritenrolle ab - für ihn ist ein anderer Pilot der Topfavorit: „Luca Pröglhöf wird richtig schnell sein - er ist bereits in der ERC gefahren und er ist für mich der klare Favorit.“

Luca Pröglhöf nimmt den Ball begeistert auf: „Ja, ich will die RC4 gewinnen!“ Nur aus Spaß fährt Pröglhöf (Opel Corsa Rally4/Copilot Jakob Ruhsam) nicht - er lacht: „Schnelles Autofahren macht natürlich immer Spaß - aber noch viel mehr, wenn man ganz oben auf dem Podium landet! Wir haben für diese Rallye ein super Angebot von Waldherr Motor Sport bekommen. Als Sittendorfer ist diese Rallye für mich eine Heimrallye und es werden ganz viele unserer Fans und Freunde kommen, um uns anzufeuern. Am Ende würde ich gerne den ART2-Siegerpokal an WMS übergeben.“

Für Waldherr Motor Sport fährt auch der junge Rallycrosser Lukas Wilhelm, den Teamchef Luca Waldherr als extrem schnell einschätzt - er pilotiert mit der erfahrenen Christina Ettel einen Opel Corsa Rally4.

Doch in der Rally4-Kategorie sind mit den Dirnberger-Brüdern ganz besonders schnelle Piloten am Start. Lukas Dirnberger zündet mit Lukas Martinelli einen Peugeot 208 Rally4, Raphael Dirnberger und Christian Gimpl starten auf einem weiteren Opel Corsa Rally4.

Spannung verheißen auch die Gebrüder Maier. Denn nachdem Max Maier und Ben Maier in den letzten Jahren mit einem Serienauto um den ARC-Clubmeister fighten konnten, zünden sie nun erstmals in Österreich ihren vom eigenen Team eingesetzten Peugeot 208 Rally4. Im Vorjahr ist man bereits eine Auslandsrallye mit dem neuen Boliden gefahren: „Dort ist es ganz gut gelaufen. Wir sind aber dennoch immer noch dabei, das Auto kennenzulernen und wir wollen es mit Vernunft angehen.“ Maier spricht davon, dass er in der RC4 „nicht Letzter“ werden möchte. Doch wer die schnellen SP-Zeiten des Jung-Veranstalters (ARC Rallye Horn) im Serienauto mitverfolgt hat, traut ihm weitaus Größeres zu…

Ein Comeback gibt nach einem Jahr Pause Christian Luif im WMS Opel Corsa Rally4. Ebenfalls in der RC4-Kategorie der bekannt starke Thomas Regner.

Wer noch überraschen könnte…

Für Überraschungen können naturgemäß auch die weiteren Teams der höchsten Kategorie RC2 sorgen: Markus Wurz im ZM Fiesta Rally2, Christian Windischberger im RM Citroen DS3 R5 oder das Duo Markus Steinbock/Harald Backmayer im eigenen Hyundai New Gen i20 R5.

Auch die weiteren Teams der Proto-Klasse (8/ARCP) könnten aufhorchen lassen. Schließlich startet mit Thomas Frühwald ein früherer ARCP-Clubmeister im Mitsubishi Lancer Evo IX Proto von Race Rent Austria.

Klemens Haingartner pilotiert mit Manfred Ambroschütz den zweiten ZM Racing-Eigenbau Suzuki Swift ZM´X Proto. Nicht zu vergessen auch Alfons Nothdurfter, der im Vorjahr von den Historischen quasi in die Moderne wechselte und einen Ford Fiesta Proto steuern wird. Den Mitsubishi Colt Proto von RRA pilotieren Thomas Pyringer und Horst Höllwirth, Rudolf Leitner komplettiert die Proto-Armada.

Doch auch die nicht Proto-verbesserten Fahrzeuge der ARC1 sind dank ihrer PS-Stärke nicht zu unterschätzen. Beispielsweise Rallye-Urgestein Robert Zitta in seinem Subaru, Jungpilot Jan Dolzer in einem Evo V oder Gerolf Schuller im Evo VI.

Günther Königseder tritt in einem heckangetriebenen BMW diesmal nicht bei den Historischen, sondern in der ARC2 an. Dort findet man auch ARC-Urgestein Harald Ruiner im Nissan 350 Z.

Tobias Kiesenhofer (Renault Clio) oder auch Michael Kroneder (Opel Corsa OPC) starten in der ARC3. Dort ist auch Markus Jaitz in seinem mit Biodiesel betriebenen Fiat Stilo zuhause, der auch in der ARCA für Alternativkraftstoffe antritt.

Historische mit 16 Teams stark vertreten

Mit insgesamt 16 Teams sind die Historischen ganz besonders prominent vertreten. Was auch daran liegt, dass die 10er-Klassen quasi das Feld mit „Youngtimern“ vergrößern. Zudem sind diese Teams natürlich auch in ihren Klassen punktberechtigt, da die ARCH eine Auszugswertung ist.

Bei den Allrad-Fahrzeugen gehört der bereits erwähnte Rene Kiehtreiber im Mitsubishi Lancer Evo V ganz sicher zu den Top-Favoriten. Doch auch Alexander Strobl und Cathy Schmidt im Ford Escort Cosworth WRC gehören zum Favoritenkreis.

Auch Gerhard Fragner im Mazda 323 BG 4WD hat als ehemaliger ARCH-Vizeclubmeister und Historik Rallye Pokal-Sieger 2016 gute Karten.

Seinen Einstand in der Austrian Rallye Challenge gibt Michael Fraungruber in einem Subaru Impreza.

Bei den 2WD-Fahrzeugen werden wohl Christian Rosner und Martin Rigl im Porsche 911 RS auch für einen akustischen Augenschmaus sorgen.

Zu den Favoriten der ARCH 2WD gehören sicher Hans-Georg Lindner und Bernhard Hengl, die jeweils einem Ford Escort RS2000 die Sporen geben.

Christoph Weber kehrt nach einem Jahr Pause wieder in sein VW Golf Kitcar zurück - an seiner Seite der erfahrene Stefan Langthaler.

Ein Comeback feiert auch Norbert Tomaschek, der erstmals seit 2019 wieder seine charismatische Alfa Romeo Gulia zünden wird.

Die von ARC Treistingtal Rallye und ARC-Obmann Georg Gschwandner heiß geliebten Volvo-„Schlachtschiffe“ sind mit drei Teams stark vertreten. Adrian Hell, Tobias Reischer und Christoph Toth heißen die Piloten.

Ihr Rallye-Debüt gibt Viola Maurer als Copilotin von Christoph Toth.

Veranstalter Gschwandner: „Freue mich über großes Interesse“

ARC Rallye Triestingtal-Veranstalter und ARC-Obmann Georg Gschwandner ist angesichts des guten Nennergebnisses erfreut - die Nennung von Manfred Stohl und Peter Müller ist für ihn auch eine persönliche Ehre: „Ich freue mich sehr, dass das Rallye-Comeback bei den ARC-Teams auf ein so großes Interesse stößt. Manfred Stohl und Peter Müller ist ihre Überraschung mehr als gelungen. Ich hatte noch am Abend vor dem Nennschluss mit Peter Müller bezüglich des Rahmenprogramms geschrieben, er hat mir bis zum Nennschluss aber nichts verraten…“

Gschwandner fügt hinzu: „Apropos Rahmenprogramm: Wir werden uns bemühen, vom Anfang bis zum Ende des Rallye-Wochenendes es für jeden zu einem unvergesslichen Rallyefest zu machen, welches eben am Freitagabend mit der Vorstellung der Triestingtaler Rallyelegenden startet.“

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