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Doppelerfolg für BRR: Dinkel siegt - Kreim verteidigt den Titel

Doppelerfolg für Baumschlager Rallye Racing: Dominik Dinkel siegt, Fabian Kreim wird als Zweiter erneut Meister. Ursula Mayrhofer wird mit Hermann Gassner Dritte. Königseder fiel aus.

Fotos: ADAC Motorsport

Das Finale der Deutschen Rallye-Meisterschaft 2017 war der erwartet spektakuläre Showdown einer sehr spannenden Saison. Kreim wurde Meister, Dinkel gewann das Finale in Ostbayern.

Sechs 'junge Wilde' auf ihren R5-Boliden führten das Rekordstarterfeld von 136 Teams bei der 3-Städte-Rallye (20.-21. Oktober 2017) rund um Karpfham an. Drei Teams hatten noch Chancen auf den Meistertitel. Nach zehn Wertungsprüfungen (WP) über 128,84 Kilometer gewannen Dominik Dinkel / Christina Kohl im BRR Skoda Fabia R5 mit einer Zeit von 1:11:29,4 Stunden. Platz zwei belegten Fabian Kreim / Frank Christian in einem weiteren BRR Skoda Fabia R5.

Den Sekundenkampf um den dritten Platz gewannen Hermann Gaßner junior und die österreichische Copilotin Ursula Mayrhofer in ihrem Hyundai i20 R5, mit 1,8 Sekunden Rückstand belegten Marijan Griebel / Alex Rath im Peugeot 208 T16 R5 den vierten Platz.

Für Kreim / Christian reichte Platz zwei zur erfolgreichen Titelverteidigung, für Skoda Auto Deutschland gewannen sie nach 2016 auch in diesem Jahr die Deutsche Rallye-Meisterschaft. Dinkel / Kohl wurden Vize-Meister, nachdem sie das vergangene Jahr auf Rang drei beendet hatten. Für DSK-Youngster René Mandel (Hyundai i20 R5) endete seine DRM-Premierensaison gemeinsam mit Co-Pilot Dennis Zens auf Rang drei, obwohl sie das Finale nach einem Unfall vorzeitig beenden mussten. Alle drei Teams hatten vor dem Finale noch Chancen auf den Titel.

In der 2WD-Wertung für Fahrzeuge mit nur einer angetriebenen Achse standen Carsten Mohe /Alexander Hirsch im Renault Clio R3T schon vor dem letzten Lauf als Sieger fest, sie schieden bereits auf der Freitagsetappe nach einem Unfall aus. Mit dem 2WD-Sieg in Karpfham festigten Sebastian von Gartzen / Hans-Peter Loth in ihrem Citroen DS3 R3T ihren zweiten Platz in der Jahreswertung. Den dritten Rang im Endklassement belegen ihre Markenkollegen Konstantin Keil / Stefanie Fritzensmeier, die Zweite wurden.

Erfolgreiche Titelverteidigung

Unser Ziel war klar, wir mussten nur den Titel nach Hause fahren und ich bin sehr froh, dass das geklappt hat", die Erleichterung stand Fabian Kreim auf der Zielrampe ins Gesicht geschrieben. Was so einfach klang, gestaltete sich aufgrund des grandiosen Starterfeldes recht schwierig, "Bei dem Feld will man natürlich zeigen, was man kann, dennoch sind wir nie 100% gefahren, um kein unnötiges Risiko einzugehen." Von den neuen WP in Österreich auf der Freitagsetappe war Kreim begeistert, "die waren wirklich einzigartig und super."

Die Meisterschafts-Entscheidung blieb spannend bis zur letzten WP, "Das war eine der härtesten Rallyes, die ich je gefahren bin. Auf der letzten WP hatte ich noch einen Verbremser drin und wir sind knapp an einem Baum vorbei. Jetzt sind wir heil im Ziel und können endlich feiern."

Für Dinkel / Kohl war der Sieg ein perfekter Saisonabschluss, sie übernahmen vom Start weg mit starken Zeiten auf den WP in Österreich die Führung und verteidigten sie bis ins Ziel. Richtig absetzen konnten sie sich jedoch nie. Auch die Verteilung der Bestzeiten zeigt ein ausgewogenes Bild: viermal war Dinkel Schnellster, drei Bestzeiten gingen an Kreim, zwei an Gaßner junior und einmal war Griebel schnellster auf den Prüfungen. Im Ziel trennten die Top-Vier weniger wie 25 Sekunden.

"Ich bin sehr glücklich im Ziel zu sein und meine Heimrallye zu gewinnen. Wir hatten am Ende noch einen "A-ha"-Moment, umso froher sind wir jetzt hier zu sein", strahle der Nordbayer. "Ich wollte unbedingt gewinnen, aber die Starterliste hier war schon sehre beeindruckend." Den Grundstock zum Sieg legten Dinkel / Kohl am Freitag mit beeindruckenden Zeiten auf den neuen Prüfungen in Österreich. Für Christina Kohl hat der Sieg weitreichende Folgen. Die Lokalmatadorin aus Tiefenbach hatte ihrem Freund Johannes Fürst schon vor Jahren versprochen, wenn ich mal die ADAC 3-Städte-Rallye gewinne, dann nehme ich deinen Heiratsantrag an. Der Antrag kam im Ziel, auf der Zielrampe klebten am Brose-Fabia R5 schon die neuen Namensaufkleber: Dominik Dinkel / Christina Fürst

Spannung bei Kampf um Platz drei

Der Kampf um den dritten Gesamtrang wurde zum Ende sehr spannend. Vor der finalen WP St. Salvator lagen Gaßner junior / Mayrhofer (Hyundai i20 R5) nur den Wimpernschlag von 0,7 Sekunden vor Griebel / Rath im Peugeot 208 T16 R5. Mit einer knappen Bestzeit vor Griebel sicherte sich Gaßner den Podestplatz und gewann mit dem Vorsprung von 1,8 Sekunden. "Die Samstagsprüfungen habe ich zwar gekannt, jedoch war der Zustand der WP schon sehr rutschig. Durch die verschiedenen Witterungsverhältnisse konnten wir unter trockenen und nassen Bedingungen neue Erkenntnisse über das Auto kriegen, was natürlich sehr gut war", war Gaßner junior im Ziel zufrieden.

Griebel, Förderpilot der ADAC Stiftung Sport, war erstmals im Löwen vom Team Peugeot Deutschland Romo unterwegs. "Für Samstag früh hatten wir mit den Reifen gepokert, als dann aber die WP St Salvator für uns nicht gefahren wurde, war der erhoffte Vorteil natürlich dahin. Ich hab mein Allerbestes gegeben mit dem Löwen, aber Hermann (Gassner Junior) war am Ende einen Tick schneller. Diese 3-Städte-Rallye mit den vielen Top-Fahrern war eine sehr gute Werbung für die DRM."

Nach einer längeren Pause fuhr Sepp Wiegand, der Vize-Europameister von 2014, beim Wiedereinstieg in einem Skoda Fabia R5 auf den fünften Platz. "Die Prüfungen am Freitag in Österreich waren extrem anspruchsvoll, am Samstagmorgen dann der Regen, das war schon wieder ein kompletter Neuanfang. Das Vertrauen in das Auto und in meinen Aufschrieb stieg von Prüfung zu Prüfung."

Sebastian von Gartzen gewinnt 2WD-Wertung

Nachdem Carsten Mohe seinen Renault Clio R3T in der vierten WP nach einem Unfall abstellen musste, übernahm Sebastian von Gartzen die Führung. In der sechsten WP schob sich dann Keil an die Spitze, musste sie aber direkt wieder hergeben, da eine geplatzte Hydraulik-Leitung die Servo-Lenkung außer Kraft setzte. "Das war ein Kraftakt in jeder Kurve, selbst die Verbindungsetappen kosteten extrem viel Kraft", sagte Keil. Den Zeitverlust von gut einer halben Minute konnte er bis ins Ziel nicht mehr wettmachen. Von Gartzen strahlte: "die Rallye hat richtig Spaß gemacht, das hat sich alles sehr gut angefühlt." Den dritten 2WD-Platz beim Finale sicherten sich Melanie Schulz / Josy Beinke in einem weiteren DS3 R3T.

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