RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

WRC Rallye Estland 2020: Ott Tänak triumphiert beim Heimspiel

Ott Tänak hat bei der Rückkehr der WRC aus der Coronapause seine Heimrallye in Estland gewonnen und feiert damit auch seinen ersten Sieg für Hyundai

Umjubelter Heimsieg für Ott Tänak (Hyundai) bei der ersten Austragung der Rallye Estland im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Der Titelverteidiger gewann den vierten Saisonlauf am Sonntag nach 17 Wertungsprüfungen mit einem Vorsprung von 22,2 Sekunden auf seinen Teamkollegen Craig Breen. Dritter wurde Sebastien Ogier (Toyota, +26,9 Sekunden).

Für Tänak war es bei der Rückkehr der WRC aus der fast sechsmonatigen Corona-Zwangspause der erste Saisonsieg und der erste für Hyundai. Tänak gehört damit zum elitären Kreis der WRC-Piloten, die für drei verschiedene Hersteller Siege feiern konnten. In den Jahren 2017 bis 2019 hatte der 32-Jährige bereits zwölf Rallyes mit Ford und Toyota gewonnen.

"Es ist ein tolles Gefühl, dass die erste Rallye Estland mir gehört. Ich bin sehr glücklich", sagt Tänak. "Ich freue mich auch über meinen ersten Sieg für Hyundai. Wir haben so hart gearbeitet - ich meine sie haben so hart gearbeitet, während ich zu Hause auf dem Sofa gesessen habe."

Ausrutscher am Schlusstag lässt Tänak kurz zittern

Beim ersten Start der Rallye-WM seit der Rallye Mexiko im März machte Tänak schnell klar, dass er sein erst wegen der COVID-19-Pandemie in den Kalender aufgenommenes Heimspiel gewinnen will. Mit einer Bestzeit bei der dritten Wertungsprüfung übernahm er erstmals die Führung und gab diese nicht mehr ab.

Vor dem Schlusstag hatte er sich ein Polster von 11,7 Sekunden auf seinen Teamkollegen Breen herausgefahren, der am Schlusstag nicht mehr angriff. Zittern musste Tänak um den Sieg nur kurz nach einem Ausrutscher bei der vorletzten WP, doch der angeschlagene Hyundai hielt.

Ein Feierstimmung war im Ziel auch Breen, der bei seinem vierten Start für das Hyundai-Werksteam mit Rang zwei das beste Ergebnis seiner WRC-Karriere einstellte. "Unglaublich! Ich muss allen danken, die mir an diesem Wochenende diese Chance gegeben haben. Es fühlt sich an, als ginge meine WRC-Karriere von neuem los", sagt der Ire.

Rovanperä gewinnt 5 WP und die Powerstage

"Gute Punkte für die Meisterschaft", lautete nach Rang drei das Fazit von Ogier. Der Franzose hatte zum Auftakt am Freitagabend die erste WP gewonnen, konnte das Tempo von Tänak am Samstag aber nicht mitgehen und konzentrierte sich am Schlusstag darauf, Rang drei ins Ziel zu fahren.

Vierter wurde Ogiers Toyota-Teamkollege Elfyn Evans vor Kalle Rovanperä in einem weitern Yaris WRC. Der Youngster gewann bei seinem vierten Start im WRC-Auto bei der Rallye Estland fünf WP - mehr als jeder andere Fahrer. Mit einer überlegenen Bestzeit bei der Powerstage sicherte sich der Finne zudem fünf Zusatzpunkte.

Auf den Rängen sechs bis acht folgte das M-Sport-Ford-Trio Esapekka Lappi, Teemu Suninen und Gus Greensmith. Thierry Neuville (Hyundai) verpasste nach einem Abflug am Samstag die Punkteränge, Toyota-Nachwuchsmann Takamoto Katsuta rollte seinen Yaris WRC am Schlusstag ab.

Oliver Solberg schnellster R5-Fahrer

Auf Rang neun folgte mit Oliver Solberg (Volkswagen) der schnellste Fahrer in einem R5-Auto. Der Sohn von Petter Solberg gewann damit nicht nur die WRC3-Wertung für Privatfahrer, sondern auch die ersten Meisterschaftspunkte in seiner WRC-Karriere. Die Top 10 rundete Mads Östberg (Citroen) ab, der die WRC2-Wertung für werksunterstützte R5-Autos gewann.

In der Meisterschaft führt nach vier von sieben geplanten Rallyes Ogier mit 79 Punkte vor Evans (70). Tänak verbesserte sich mit nun 66 Punkten auf Rang drei. Bei den Herstellern liegt weiter Toyota mit 137 Punkten vorne, allerdings verkürzte Hyundai (132) durch den Doppelsieg den Rückstand auf fünf Zähler.

Weiter geht es mit der Rallye-Weltmeisterschaft in zwei Wochen (18. bis 20. September) mit der Rallye Türkei.

Motorsport-Total.com

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC Kroatien: Spätes Drama um Neuville

Neuville nach spätem Drama "am Boden zerstört"

Trotz klarer Führung endet Thierry Neuvilles Rallye in Kroatien im Desaster: Nach dem folgenschweren Patzer erhält der Belgier Rückendeckung von Hyundai

ORM/ARC/MRC, Lavanttal: Bericht

Simon Wagner lernt schon kärntnerisch!

Der Oberösterreicher gewann die LASERHERO Lavanttal-Rallye 2026 powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX in Wolfsberg seit dem Jahr 2022 zum vierten Mal und ist in der heurigen Rallye-Staatsmeisterschaft noch unbesiegt

TEC7 ORM, Lavanttal: Nach Tag 1 (SP6)

Ein furioser erster Rallye-Tag

Die 48. LASERHERO Lavanttal-Rallye powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX war an Dramatik nicht zu überbieten / Nach vielen Wendungen führt Simon Wagner hauchdünn vor Hermann Neubauer und Michael Lengauer

WRC Kroatien 2026: Katsuta erbt Sieg

Neuville wirft Sieg weg - Keferböck gewinnt Masters Cup

In der Powerstage wirft Neuville den fast schon sicheren Sieg weg - Katsuta feiert zweiten WRC-Sieg hintereinander. Keferböck/Minor holen sich mit dem WRC Masters Cup Sieg die Tabellenführung zurück.

TEC7 ORM2, Lavanttal Rallye: Bericht

Lokalmatador Lichtenegger holt ORM2-Sieg

Am Ende einer angesichts der wechselnden Witterungsbedingungen schwierigen Rallye gab’s den Premieresieg des jungen Kärntner Lokalmatadors Maximilian Lichtenegger, der gemeinsam mit seinem routinierten Copiloten Bernhard Ettel im Renault Clio Rally3 triumphierte.