RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye: Kommentar
Foto: Daniel Fessl

Das schwere Los der Rallye-Veranstalter

Rallye-Veranstalter haben es in Pandemiezeiten alles andere als leicht. Schwierige, sich stets ändernde Vorgaben und Fans, die ihnen mangelnde Motivation vorwerfen...

Kommentar von Noir Trawniczek

„Sehr, sehr schwach“, kommentiert motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl auf Facebook jene News, wonach die Veranstalter der Lavanttal-Rallye sich für eine Absage entscheiden mussten. Fessl verweist auf die Blaufränkischland-Rallye bzw. auf deren Veranstalter Georg Gschwandner, er habe „bewiesen, dass es geht - und er hat den für mich entscheidenden Ausspruch getätigt: ‚Ich kann meine Rallye fünf Tage vor dem Start absagen, fünf Tage vor dem Start eine Rallye organisieren, geht sich nicht aus...‘ Warum man jetzt ein Monat vorher, wo alle Zeichen auf Öffnung stehen (kann sich natürlich wieder ändern) schon die Reißleine zieht, muss man nicht verstehen...“

Der leidenschaftliche Rallyefan, der Fessl nun einmal ist, spricht aus, was einige Freunde des Rallyesports denken. Doch Horst Nadles vom MSC Wolfsberg erklärt: „In unserem Fall hätten wir Vorausleistungen stellen müssen, die leicht eine fünfstellige Summe ergeben können - um die wären wir im Falle einer nötigen Absage zumindest zu einem beträchtlichen Teil umgefallen. Dieses Risiko wollten und konnten wir nicht eingehen.“

Ein weiterer User schreibt: „Überall wird gefahren - nur bei uns nicht.“ Gerade erst wurde in Kroatien gefahren, als WM-Lauf, mit hoher österreichischer Beteiligung - nun fragen sich viele: Warum ist das bei uns so schwierig?

Eines sollte nicht vergessen werden: Die Rallye Croatia wollte die Fans an die Sonderprüfungen zurückbringen - doch auch sie musste wenige Tage vor dem Start die Fans ausschließen. Dass dann dennoch tausende Fans an die Strecken kamen, fällt der Rallye hoffentlich nicht auf den Kopf - genau jener Umstand, dass ein Veranstalter nicht garantieren kann, dass es zu keinen Fan-Ansammlungen kommt, gehört übrigens zu den Befürchtungen großer ORM-Rallyes wie Jännerrallye oder Rallye Weiz, da sie bei Massenspreading zumindest mental zur Verantwortung gezogen werden würden. Und nicht vergessen: Auch bei der Blaufränkischland-Rallye waren Zuschauer nicht zugelassen.

Dass es Rallyes gibt, die ohne Zuschauer nicht durchführbar sind, wird, so scheint es, von einigen Fans angezweifelt. Doch es gibt zahlreiche Rallyes, auch außerhalb Österreichs, die ohne Zuschauer nicht durchführbar sind. So wurde etwa die Finnland-Rallye aus genau dem gleichen Grund verschoben...

Die nächste Entscheidung betrifft die Rallye Sankt Veit - sie wäre bei ihrem ORM-Debüt und als gleichzeitige ARC-Rallye sicher ein Meilenstein, derzeit besteht die Hoffung, dass Mitte Mai Öffnungsschritte eingeleitet werden, die auch Zuschauer erlauben. Denn auch hier wird klar gesagt: „Wir fahren nur mit Publikum.“ Man könne nicht auf der Rennbahn mitten in der City die Menschen mit dem Motorensound anlocken, um sie dann von der Polizei verscheuchen zu lassen, zudem sei der Hauptsponsor, ein Bier-Erzeuger, daran nicht interessiert, da er mit seinem Engagement die Geselligkeit unterstreichen wolle...

Wolfgang Troicher, der die Rallye zuvor über viele Jahre hinweg organisiert hat, kann diesen sogenannten „Bierzelt“-Zugang (Verknüpfung der Rallye mit einem Event/Ausschank, um so die Akzeptanz und das Budget zu stützen) nicht nachvollziehen: „Ich habe die Rallye stets für meine Fahrer gemacht. Ich würde ohne Rundkurs fahren - was spricht dagegen, ein paar Sonderprüfungen abzustecken, damit Rallye wieder möglich ist?“

Dagegen sprechen können Faktoren wie das Budget, publikumsorientierte Sponsoren, wegfallende Kooperationsmöglichkeiten wie mit Vereinen oder Feuerwehren (Helfer gegen Ausschank) oder auch die Gefahr, die Akzeptanz in der Region zu verlieren. Man sollte Veranstaltern, die sich bislang ohnehin oft dem Risiko eines Defizits ausgesetzt haben, zugestehen, dass nur sie wirklich abschätzen können, was bei Ihrer Rallye, was in ihrer Region in welcher Zeit/Pandemiephase möglich ist und was nicht. Denn jede einzelne Rallye ist ein eigener Kosmos - und jede einzelne sollte auch nach der Krise weiterexistieren...

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARC, Mühlstein Rallye: Bericht Friesenecker

"Können auf Ergebnis stolz sein!"

Mario Friesenecker und Manuel Otter, erstmals gemeinsam im Ford Fiesta ST des Kellner und Maier Racing Teams am Start, blicken zurück auf die Mühlstein Rallye 2026.

ARC, Mühlstein Rallye: Obmann-Brief

Brief von ARC-Obmann Georg Gschwandner

ARC-Obmann Georg Gschwandner wendet sich in einem persönlichen Brief direkt an die Gemeinde der Austrian Rallye Challenge

ARC, Mühlstein Rallye: 9 Action-Zonen

Sommerliches Rallye-Fest im Mühlviertel

Schon am Freitag startet die SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor mit dem Shakedown und der Sprung-Challenge. Am Samstag werden neun Action-Zonen auf sieben Sonderprüfungen die Herzen der Rallyefans höher schlagen lassen...

ERC & CZ, Barum-Rallye: Vorschau

Wagner, Stengg & Pröglhöf in Zlin

Drei österreichische Piloten suchen bei der Barum Rallye ihr Glück - allen voran Simon Wagner, der dort bereits dreimal auf dem ERC-Podium stand…

AARC, Mühlstein Rallye: Vorschau

AARC erwartet 16 Teams

16 Teams, davon 8 Teams aus dem Ausland werden bei der Mühlstein Rallye erwartet, daher sind Spannung und ein AARC-Führungswechsel möglich.