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Niki MM: Der harte Weg zurück
Fotos: FIAERC

Niki Mayr-Melnhof: „Ich werde das schaffen!“

Nach dem Überschlag in Portugal wurde es ruhig um Niki Mayr-Melnhof - er kämpft nach Verletzung und Long Covid tapfer ums Comeback...

Noir Trawniczek

„Ich habe mich sehr für Simon (Wagner) und Gerry (Winter) gefreut - das war wirklich eine tolle Leistung, welche die beiden auf den Azoren gezeigt haben“, sagt Niki Mayr-Melnhof, um den es seit seinem spektakulären Überschlag bei der Portugal-Rallye im Mai des Vorjahres still geworden ist.

Ursprünglich galt die Sorge seinem Copiloten Poldi Welsersheimb - er habe eine länger andauernde Rekonvaleszenz vor sich, hieß es damals - vieles deutete darauf hin, dass Niki auf seinen Freund warten würde, um gemeinsam ein Comeback zu starten. Niki erzählt: „Poldi geht es wieder gut - er ist schon wieder topfit und da bin ich natürllich froh darüber.“

Doch es ist Niki Mayr-Melnhof selbst, der zurzeit wohl die schwierigste Sonderprüfung seines stets auf maximale Leistung ausgelegten Lebens zu absolvieren hat: „Ich habe mir schon vor dem Überschlag das Steißbein gebrochen - was eine sehr komplizierte Verletzung ist, an der man sehr lange laboriert. Doch das habe ich geschafft, wir waren bereits wieder guter Dinge, dass wir heuer loslegen - es waren Einsätze sowohl in der WRC als auch in der ERC geplant.“

Trotz Impfung: Omikron-Infektion & Long Covid

Doch am Ende des Vorjahres hat sich der topfite und gegen das Coronavirus geimpfte 43-jährige Staatsmeister des Jahres 2018 mit der Omikron-Variante infiziert: „Das war zwar übel, aber noch kein großes Problem - doch nach der Infektion ging es leider erst irchtig los.“ Niki Mayr-Melnhof leidet seither an dem, was man Long Covid nennt: „Ich habe mir eine Herzmuskelentzündung zugezogen. Ich hatte schon viele Knochenbrüche, die kannst du alle auskurieren - doch wenn du etwas mit dem Herzen hast, ist das nochmal eine ganz andere Dimension, da darfst du dich nicht damit spielen.“

Wer Niki Mayr-Melnhof kennt, der weiß, dass er mindestens so schnell denkt, wie er spricht, dass er also stets am Gaspedal steht - die unfreiwillige Entschleunigung macht dem achtfachen Rallyesieger zu schaffen: „Natürlich möchte ich so schnell wie möglich wieder zurückkehren, denn ich möchte auf keinen Fall träge werden. Doch diese Krankheit ist etwas ganz anderes, als ich es von den Rekonvaleszenzen nach Knochenbrüchen kenne. Es ist einfach zäh - und die weltpolitische Lage macht es auch nicht besser. Doch ich jammere diesbezüglich auf hohem Niveau, wenn ich daran denke, wie viel Leid die Menschen in der Ukraine zurzeit durchmachen.“

“Ich nehme die Herausforderung an!“

Einen Zeitpunkt für sein Comeback kann Niki Mayr-Melnhof wegen der Unberechenbarkeit dieser noch wenig erforschten Krankheit freilich nicht nennen - eines aber weiß er ganz gewiss: „Ich nehme diese Herausforderung an und ich möchte unbedingt wieder ins Rallyeauto zurückkehren. Denn wir alle, das Drift Company Rallye Team, Poldi und ich haben die Jahre davor wirklich hart gearbeitet und uns stetig steigern können.“

Der international renommierte Rundstreckenpilot konnte sich bei seinem „Quereinstieg“ in den Rallyesport tatsächlich in großen Sprüngen steigern: In der Staatsmeisterschaft beendete er die erste volle Saison 2016 auf Gesamtrang fünf, im kolossalen Jahr 2017 war er einer von drei Piloten, die beim Finale Meister werden konnten, musste sich aber mit Gesamtrang drei zufrieden geben, doch 2018 klappte es bereits mit dem Staatsmeistertitel. In der ERC belegen zwei fünfte Plätze und einige Bestzeiten sein großes Potential, in der WRC blieb nach dem Überschlag die Rechnung offen...

Genau das ist es, was Niki Mayr-Melnhof motiviert: „Ich kann zwar noch nicht sagen, wann ich wieder der Alte sein werde, denn ich werde erst dann wieder ins Cockpit steigen, wenn ich wieder topfit bin - aber ich kann eines mit Sicherheit sagen: Ich werde es schaffen und ich freue mich sehr darauf, endlich wieder fahren zu können.“

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