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ORM Lavanttal Rallye: Nachbericht Schindelegger

Gesamtsieg nach Nervenschlacht

Das Rallyeteam Schindelegger setzt die Siegesserie im Lavanttal nach einer Nervenschlacht fort! Mit nur 0,9 Sekunden Vorsprung gewinnen Lukas und Helmut nach 166 Sonderprüfungs-Kilometern ihre dritte Rallye in Folge.

Extrem anspruchsvolle Sonderprüfungen warteten auf die 70 Teilnehmer der 44. Lavanttalrallye - 8 davon in der historischen Staatsmeisterschaft. Die bergigen Prüfungen zählen zu den wohl schönsten Österreichs, stellten alle Piloten vor viele Herausforderungen und ein einziger Fehler könnte hier einen langen und schmerzhaften Abflug bedeuten. Gleichzeitig boten die vielen Schotter Passagen sehr viel Abwechslung und der viele Wald wenig Platz für Fehler. Ein Auge für die Schlüsselstellen, ein exakter Schrieb und eine fehlerlose Leistung der Copiloten war hier also wieder einmal (über-)lebenswichtig. Dass die fehlende Erfahrung, durch die erste Teilnahme bei dieser Rallye, für das Rallyeteam Schindelegger keinen entscheidenden Nachteil haben sollte, konnte schon im Rebenland bewiesen werden. Zu gut funktioniert das Teamwork des Vater-Sohn-Gespanns bei der Besichtigung und im Rennen.

Durch die Schneeschmelze wollten selbst am sonnigen Freitag einige Waldstücke nicht trocknen und damit fanden die Piloten großteils trockene, aber tückische Verhältnisse vor. Dennoch startete die Rallye am Freitag Nachmittag für das Rallyeteam Schindelegger solide. Nach 3 von 4 Prüfungen fand man sich auf Platz 2 der historischen Gesamtwertung hinter Johannes Huber mit seinem Porsche 911 Carrera RS 3.0. Die Klassenführung vor dem heimischen Patrik Hochegger und der relativ geringe Abstand (21,8 Sekunden) zum gesamtführenden Porsche stimmte das Team dann auf der letzten Prüfung - einem langen Rundkurs mit noch längerer bergab Ausfahrt - auf Angriff ein.

Von der perfekten Ansage von Helmut angespornt und vom ersten Umlauf mit der Sicherheit ausgestattet, dass die Bremsen nicht überhitzen werden, brannten Lukas und Helmut eine Fabelzeit in den Asphalt und übernahm noch vor der Nachtruhe mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Gesamtführung der historischen Staatsmeisterschaft.

Am nächsten Tag beschloss das Wetter, wie vorhergesagt, alle Register zu ziehen. Regenfälle bei recht geringen Temperaturen in Wolfsberg, sorgten für alles, was der Bodenhaftung abträglich ist. Der Regen auf Sonderprüfung 5 egalisierte wie geplant den PS Vorteil des Verfolgers Huber und sorgte für 30,4 Sekunden Vorsprung.

Sonderprüfung 6 wartete dann noch einmal mit ganz anderen Geschützen auf. Schneefall vom ersten Meter an verunsicherte Lukas schon auf dem ersten Teil der Prüfung so sehr, dass konsequent auf Sicherheit gefahren und auch auf den sonst extrem schnellen Straßen einiges an Speed reduziert wurde. Die Angst vor einem Abflug kostete dann 45 Sekunden im Vergleich zu den Verfolgern. Damit war das Rallyeteam Schindelegger wieder auf Platz 2 der Gesamtwertung und auch „nur“ mehr mit 34,6 Sekunden Vorsprung vor dem Klassen-Zweiten Hochegger, der hier jeden Meter auswendig kennt.

Da beim zweiten Durchgang die Rettungskräfte nicht mehr die Sonderprüfung befahren konnten, wurde die Prüfung abgesagt (so dicht war der Schneefall inzwischen geworden).

Auf den Prüfungen 7 und 9 fielen Lukas und Helmut noch etwas weiter zurück, denn der führende Porsche durfte seinen Rhythmus gefunden haben und der Rückstand wuchs weiter auf 38 Sekunden. Zumindest die Führung in der Klasse konnte weiter verteidigt werden und mit 25 Sekunden war hier alles im Rahmen.

Dass die Schlussprüfung, die zuerst als SP 10 und dann als Powerstage SP12 gefahren werden sollte, eine besondere Herausforderung darstellt, hatte sich schon bei der Besichtigung gezeigt. Und wieder zeigte das Team Schindelegger, dass erst an der Zielrampe die Zeitenjagd beendet ist. Mit einer überragenden Bestzeit egalisierte das Team den Rückstand bis auf 2 Zehntelsekunden auf die Gesamtführung.

Im letzten Service - nach 135 Kilometern auf Zeit - kümmerte sich Service-Chefin Alexandra Rupp-Wurz, wie das ganze Wochenende schon, noch ein letztes Mal um den Top-Zustand des Ford Escort RS2000 des Rallyeteams Schindelegger.

Der letzte Umlauf der Rallye startete wieder mit einer Porsche-Bestzeit. Zu lang waren die Geraden auf der Zuschauer gefüllten Schotterprüfung und zu viel Erfahrung von Rundstrecken von Johannes Huber, sorgten wieder für 4,9 Sekunden Rückstand vor der letzten Sonderprüfung.

Die letzten 19,6 Kilometer stellten dann noch einmal alles auf den Kopf und zählen sicher zu den besten Sonderprüfungs-Kilometern, die Lukas und Helmut bis jetzt absolviert haben. Die volle Attacke zahlte sich am Ende aus! Mit nur 0,9 Sekunden Vorsprung, nach 165 km Sonderprüfung, sicherte sich das Rallyeteam Schindelegger den dritten historischen Gesamtsieg in Folge und maximale Punkte für die Staatsmeisterschaft.

Lukas: „Einen besseren Start in die Saison 2022 kann man sich kaum vorstellen und ich möchte mich ganz herzlich bei unseren Partnern, vor allem aber auch bei meinem Vater und Copiloten Helmut bedanken. So schwere Rallyes ohne Kratzer am Auto zu beenden und dann auch noch nach einem tollen Fight so knapp zu siegen ist unglaublich!”

Weiter geht es für das Team in Hartberg Ende Mai, wo wieder um Punkte in der ARC und Staatsmeisterschaft gekämpft wird. Bis dahin steht einiges an Arbeit auf dem Plan, um wieder top vorbereitet am Start zu stehen.

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