RALLYE

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Live dabei in Mlada Boleslav

Eigentlich darf man ja laut FIA nur alle vier Jahre einen Rallyewagen überarbeiten. Ein gänzlich neues Auto hingegen darf quasi jederzeit zur Homologation eingereicht werden. Und ein eben solches ist der neue Skoda Fabia RS Rally2: Auf Basis des aktuellen Serienautos wurde von Grund auf ein neues Rallyeauto geschaffen, das nicht weniger schaffen soll als an die zahlreichen Erfolge seines Vorgängers anzuknüpfen.

Auf Basis des MQB-Baukastens fußend, fallen schnell große Unterschiede zum Vorgänger auf. Mal ganz abgesehen vom neuen Look - nun mitsamt LED-Scheinwerfern, soweit man das will – wuchs der kleine Tscheche in so ziemlich jede Richtung. Auch der Radstand wurde länger. Das soll für ein stabileres Fahrverhalten sorgen, während die Ingenieure durch die neuen Aufhängungssysteme versprechen, dass der Wagen ebenso schneller wie auch robuster wurde. Immerhin: Wer als Erster ins Ziel kommen will, muss erst einmal ins Ziel kommen; ihr wisst Bescheid. Was das im Umkehrschluss freilich auch bedeutet ist, dass die Teams, die aktuell schon auf einen Fabia setzen, so gut wie keine Teile ihres alten auch für den Neuen werden verwenden können. Auf Rückfrage bei den Ingenieuren wurde uns gesagt, dass selbst Teile, die vermeintlich gleich aussehen, mal mit Ausnahme einiger Schrauben, allesamt neu konstruiert wurden; nicht zuletzt, weil sich durch die neue Plattform freilich auch alle Aufnahmepunkte und Maße verändert haben.

Auch der Antrieb ist über weite Teile neu. Der Motor leistet rund 214 kW (289 PS) sowie bis zu 430 Nm Drehmoment und basiert nach wie vor auf dem 2,0-TSI aus der Motorenreihe EA888. Allerdings wurden die Einlass- und Auslasskanäle neu gestaltet, Kolben und Brennräume optimiert, eine variable Ventilsteuerung implementiert und ein neu konzipiertes Schmiersystem für einen deutlich besseren Verbrennungsprozess eingebracht. Zudem neu: Abgasanlage, Turbolader, Ladeluftkühler und Motormanagement-Software. Ihr seht: Viel blieb vom alten Motor nicht übrig. Verwaltet wird seine Kraft jedenfalls über ein ebenfalls neues sequenzielles 5-Gang-Getriebe, das vor allem in Sachen Reibungsoptimierung und Haltbarkeit verbessert worden sein soll. Darüber hinaus erfolgt die Betätigung der Trennkupplung zwischen Vorder- und Hinterachse jetzt hydraulisch.

Hier ein paar Infografiken für euch, um in die Details einzutauchen, zum Beispiel auch zur gravierend überarbeiteten Aerodynamik.

Außerdem waren wir für euch vor Ort, bei der Premiere, auf Stimmenfang und haben Kris Meeke und Andres Mikkelsen, die beide an der Entwicklung als Testfahrer beteiligt waren, zum Auto befragt:
(PS: Video bis zum Ende anschauen lohnt sich ;) )

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu möglichen Auswirkungen dieser Vorstellung auf Serienautos. In den diversen Kommentar-Sektionen im großen, weiten Internet schlug die Tatsache, dass der Wagen jetzt Fabia RS (!) Rally2 heißt insofern Wellen, als das einige dahinter ein Vorzeichen für eine neue, scharfe Version des kleinen Tschechen für die Straße vermuten. Obgleich man freilich niemals nie sagen soll, können wir diese Vermutungen mit unserem Wissensstand aber nicht stützen. Im Gegenteil. Schon Ex-Skoda-CEO Thomas Schäfer schloss einst einen neuen Fabia RS für die Straße aus, da sich einfach heute kein "business-case" mehr damit realisieren lasse. Viel eher will Skoda mit der Neubenennung schlicht seine anderen RS-Modelle, wie etwa den Octavia oder auch Enyaq RS, mit Motorsport-Flair aufpumpen.

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