RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Jännerrallye 2023: Vorschau Hulak
Rainer Binder

Wenn schon, denn schon

Sie war und ist immer wieder ein Treffpunkt zahlreicher Legenden, die Traditionsveranstaltung im Mühlviertel. Die kommende Ausgabe der beliebten Rallye verspricht besonders viele Highlights. Mit Andy Hulak wird einer der größten Stars der österreichischen Historischen-Rallyeszene der letzten 25 Jahre mit im Bewerb sein, und dies zum ersten Mal. Was die gespannte Vorfreude nicht geringer macht. Auch angesichts der Tatsache, dass er mit Jenny Hofstädter eine Copilotin an seiner Seite hat, die ihr Fach bestens versteht.

Er gilt keineswegs zu Unrecht unter Seinesgleichen als einer der spektakulärsten und schnellsten Rallye-Teilnehmer in Österreich. Egal ob lang oder kurz, front- oder heckgetrieben: Andreas Hulak hat noch aus jedem Wettbewerbswagen das maximal Mögliche herausgeholt. Wie zu der Zeit knapp vor der Jahrtausendwende setzt er auch heute wieder auf das unkomplizierte Handling eines Ford Escort RS 2000. Auch wenn es Autos mit mehr Traktion und PS-Power gäbe.

Diese Kombination verspricht besonders für einen Bewerb wie die Jännerrallye sehr viel Amüsement für das Publikum, das nicht zufällig dort besonders zahlreich erscheint. Wie der Wettbewerbsverlauf vergangener Tage oft bewiesen hat: Es sind auch für Fahrzeuge, die stark antiquiert wirken oder sind, gute Ergebnisse drin. Vor allem, wenn man die Anzahl der angetriebenen Achsen berücksichtigt. Immerhin: Andy Hulaks Escort wurde auf knapp 200 PS hochgerüstet – ein recht ansehnlicher Wert für einen Wagen dieser Bauart.

Naturgemäß ist zu der Jahreszeit, in der die Jännerrallye stattfindet, einiges an erhöhten Schwierigkeitsgraden in den Fahrbedingungen drin, das Wetter ist bisweilen unberechenbar und in jedem Fall vor allem um die Nachtzeit herum ungemütlich kalt. Die Rallyesportler sind dadurch gefordert wie selten, die Beherrschung der kontrollierten Driftkunst ist absolut entscheidend über das Ergebnis. Und für so manches unvergessliches Erlebnis – heute wie vor fünfzig Jahren, wo das östliche Mühlviertel den Truppenübungsplatz Allentsteig als Schauplatz der Jännerrallye-Action abgelöst hat.

Auch in sportlicher Hinsicht steht eine interessante Herausforderung bevor: Die Hauptgegner finden sich auch diesmal wieder im Team Schindelegger, das in der letzten Zeit besonders viele auffallende Erfolge erarbeiten konnte. Und bereits mit ein wenig Jännerrallye-Erfahrung aufwarten kann.

Somit ist vieles angerichtet für eine tolle Auseinandersetzung auf der Strecke, die auch für den langjährigen Motorsport-Recken Andy Hulak einige interessante neue Erfahrungen bringen könnte. Die Unterstützung durch Jennifer Hofstädter, die schon sehr gut in die Aufgabe als Rallye-Beifahrerin eingespielt ist, sollte dabei sehr viel erleichtern. Überhaupt stehen für Andy für dieses Jahr die Zeichen auf ein im wahrsten Sinn des Wortes volles Programm, plangemäß soll die gesamte österreichische Rallye-Staatsmeisterschaft dieses Jahres durchgezogen werden.

Aber auch schon die Jännerrallye ist ein überaus aufwändiges Projekt, auch für die Teilnehmer abseits der höchsten Klassen. Einige sehr bereitwillige Sponsoren helfen jedoch, diesen – so kann man sagen – Kraftakt zu stemmen. Andy dazu: „Ohne die Hilfe meiner Sponsoren wäre der Start bei der Jännerrallye nicht möglich.“ Aus seinen Worten spricht sehr viel Dankbarkeit. Man kann sagen: Es weihnachtet sehr …

Es gibt im Leben immer wieder Lichtblicke, auch in einer aufgrund einiger globaler Krisen so schwierigen Zeit wie jetzt. Und es ist als großes Positivum anzusehen, dass hier der Motorsport in der Praxis solche Hoffnung erweckende Zeichen setzen kann wie anlässlich der bevorstehenden Jännerrallye.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ERC, Rallye Rom: Vorschau BRR

Neulinger startet ins nächste ERC-Abenteuer

Marcel Neulinger stellt sich bei der Rally di Roma Capitale 2026 seinem nächsten Abenteuer in der Junior-EM. Der zweite Lauf der JERC führt den jungen Oberösterreicher nach Italien – auch Maximilian Lichtenegger sucht wieder die internationale Konkurrenz.

ARC, ET König Rallye: Bericht Zellhofer

Christoph Zellhofer bremste seine Gegner aus

Der Niederösterreicher hielt mit einem Triumph bei der ET KÖNIG Rallye im Murtal seine Titelchance in der ORM 2 am Leben / Auf dem Stadtkurs durch Judenburg stellte er im Suzuki Swift ZMX die Weiche auf Sieg

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.