RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

Unbelohntes Heldentum

Bis zur finalen Sonderprüfung lag Lokalmatador Ernst Haneder in Führung, am Ende musste er dennoch mit Rang drei vorlieb nehmen.

Als Ernst Haneder, der Bäckermeister von St. Oswald bei Freistadt, mit seiner Kärntner Co-Pilotin Tamara Jabornig nach der 1. Etappe der IQ-Jänner-Rallye in der seriennahen Gruppe N in Führung lag, brachen alle Dämme.

Mit einem sechs Jahre alten Auto, das vielleicht 10% des Werts der vor ihnen plazierten modernen Super-Autos repräsentierte, mit einfachem Tankstellensprit befeuert (anstelle des teuren Spezialsprits der anderen), lagen die beiden auch noch auf Platz 7 gesamt, vor einer Serie wesentlich modernerer und stärkerer Fahrzeuge.

Vor der 2. Etappe war das Gefühl trotzdem nicht allzu gut: „Wir haben nicht mehr wirklich viele Reifen. Unser Problem war, daß ich mit unserem Mini-Budget extrem haushalten muß. Andere können sich auf Verdacht eine ganze Anzahl verschiedener Spikereifen-Typen auf Lager legen, das ist bei uns einfach nicht drin. Wir haben zwar versucht, noch welche zu bekommen, aber niemand wollte uns welche verkaufen. Die tschechischen Michelin-Leute durften Österreichern nichts verkaufen und die Österreicher, die ich gefragt habe, hatten selbst gerade genug für sich.“

Mit 32 sec. Vorsprung auf Ex-Staatsmeister Kris Rosenberger und 55 sec. auf Karim Pichler ging’s auf die „Hochgebirgs-Prüfungen“ im Raum Liebenau, wo trotz einsetzenden Tauwetters noch tiefwinterliche Bedingungen, verstärkt durch einen veritablen Schneesturm herrschten.

Trotz des schwächsten Autos im Trio der Führenden verteidigte Haneder seine Führung mit Zähnen und Klauen, aber ehe es auf die allerletzte Prüfung ging – 28 km durch’s Aisttal. Dort hatte sich die Schneedecke bereits in batzigen Schneematsch ohne brauchbaren Grip verwandelt, Haneder wusste bereits, dass es wohl nicht reichen würde:

„Unser Reifenmaterial ist jetzt endgültig erledigt, für den wässrigen Gatsch haben wir nichts G’scheites mehr.“

Und so geschah es: Rosenberger stürmte mit einem nagelneuen Reifensatz vom 3. Platz zum Sieg, Haneder hielt erneut etliche Millionen-Autos hinter sich, fiel aber trotzdem auf Platz 3 hinter Pichler zurück.

„Es ist natürlich schwer, wenn man schon so knapp am Sieg dran war. Aber man muss einfach die finanziellen Realitäten sehen. Was mich aber freut: Bei einer Winterrallye kommt’s nicht so auf das Material an, die fahrerische Komponente hat eine viel größere Bedeutung. Und daß ich bester Mühlviertler geworden bin, ist ein riesiger Ansporn für den Rest der Saison. Vielleicht können wir unseren 3. ÖM-Platz des vergangenen Jahres ja noch einmal einfahren.“

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

WRC Safari-Rallye Kenia: Nach SP6

Ogier bläst zur Jagd auf Solberg

Während Oliver Solberg bei der Safari-Rallye am Freitagmorgen an der Spitze blieb, machte Sebastien Ogier mit einer Aufholjagd wertvolle Zeit gut

TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Bericht

Wagner gewinnt Thriller-Showdown

Vor der abschließenden Powerstage fehlten Simon Wagner nur noch 1,3 Sekunden auf Michael Lengauer - der fünffache Staatsmeister konnte das Blatt tatsächlich noch wenden...

"Man ist nur noch Passagier"

Warum die Safari-Rallye 2026 zur Lotterie wird

Heftige Regenfälle verwandeln die Safari-Rallye in Kenia in eine unberechenbare Schlammschlacht: Selbst erfahrene WRC-Stars erwarten eine der härtesten Ausgaben

TEC7 ORM, Rebenland Rallye: Bericht HRM

Europameister mit klarem Sieg

Spannender Freitag mit je zwei Bestzeiten für Gaubinger, Wagner und Königseder. Am Samstag jedoch konnte Wagner klar dominieren. Königseder gibt Titelverteidigung vorzeitig auf. Der Italiener Laurencich gewinnt ORC

WRC Safari-Rallye: Bericht

Erster WRC-Sieg für Takamoto Katsuta

34 Jahre musste Japan auf einen WRC-Sieg warten: Bei der legendären Safari-Rallye in Kenia endet die lange Durststrecke - dank Takamoto Katsuta

TEC7 ORM Rallye Backstage, der neue offizielle Podcast der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft, feiert seine Premiere. Zum Auftakt begrüßt Moderator und Creator Noir Trawniczek keinen Geringeren als den fünffachen Staatsmeister Simon Wagner.