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Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

M3 ist tot – es lebe M3!

Für Niki Glisic hatte Weihnachten eine, sagen wir, etwas bittere Überraschung parat, nichtsdestotrotz wird man ihn und einen M3 bei der „Jänner“ sehen.

Welch eine Weihnachtsüberraschung: Am 21. Dezember 2004 bekam Niki Glisic von einer Werkstätte in Pocking/Bayern, wo er seinen BMW M3 E30 zwecks einer Motorabstimmung abgegeben hatte, einen Anruf.

Eigentlich wollte er mit dem Schmuckstück ja die Jänner-Rallye bestreiten. Bloß: Der M3 wurde, so teilte man per Telefon mit, vom Werkstättenmeister persönlich in einem Wald kaltverformt. Ergebnis: Totalschaden.

Das war natürlich ein Riesenschmerz, schließlich steckte in diesem Wagen so viel Idealismus, Liebe und persönliches Engagement. Er war gleichsam das Sinnbild für den Wiedereinstieg in das „normale“ Leben.

In dieser scheinbar aussichtslosen Lage zeigte sich die außergewöhnliche Willenskraft von jemandem, der es gewohnt ist, nach schweren Niederlagen wieder aufzustehen. Niki bewältigte die extrem unglücklichen Umstände mit einer bewundernswerten Zielstrebigkeit, auf die Art von: Das, was ich mir vorgenommen habe, führe ich auch zu Ende. So war es auch in diesem Fall: Er hatte sich vorgenommen, die IQ-Jännerrallye 2005 zu fahren, er hatte das seinen Fans versprochen, und er möchte das auch unter allen Umständen einhalten.

Dafür war es natürlich nötig, einen Ersatz für das zerknüllte BMW-Unikat zu finden, was alles andere als einfach war. Vor allem deswegen, weil es schnell gehen musste. Schließlich fand sich im Bestand von Heribert Werginz ein Rundstrecken-BMW M3 E30, der als gute Basis befunden wurde. Fraglos ein beeindruckendes Auto, aber auch ein wahres Monster: 300 PS und ca. 1000 Kilogramm Leergewicht. Und mehr PS haben einen Hecktriebler mit Frontmotor bei einer Winterrallye noch nie schneller gemacht, „giftig“ wäre die richtige Beschreibung. Immerhin wurde in der kurzen Zeit das scheinbar Unmögliche möglich gemacht, indem der Neuerwerb in den Bedienungselementen an die Bedürfnisse des beinamputierten Niki angepasst wurde: Das Gas, wo Feinfühligkeit erforderlich ist, ist links, die Kupplung rechts. So wie beim ersten Rallye-M3.

Fraglich bleibt in jedem Fall, wie weit es Niki gelingen wird, mit dem erwartungsgemäß anderen Fahrverhalten des weitaus stärkeren Wagens klarzukommen, was besonders bei der Jännerrallye kein leichtes Unterfangen sein sollte. Auch wenn sich eine Rallye mit sehr viel schnee- und eisfreien Passagen ankündigt, so bleibt doch stets die Gewissheit bzw. Unsicherheit, dass man auf manchen hoch gelegenen Walddurchfahrten von langen Glatteispassagen herausgefordert wird. Wäre überall Glatteis, wäre zumindest der Einsatz von Spikereifen sinnvoll, und das Risiko wäre etwas eingedämmt. Es wird ein vorrangiges Ziel sein, die Rallye zurückhaltend anzugehen, um sicher auf der Strecke zu bleiben. Im Weg stehen will man auch nicht, denn hinter Niki Glisic, wieder mit Beifahrer Alfred Glaser, startet ein besonders Prominenter: Herbert Grünsteidl, vor dreißig Jahren mit einem Käfer der härteste Herausforderer von Franz Wittmann und wenig später Rallycross-Europameister. Sein BMW ist ein etwas zahmerer 2002er.

Da Niki erst beim Shakedown bei Freistadt Gelegenheit haben wird, den neu erstandenen Wagen aus Fahrersicht kennenzulernen, wird er diesen umso intensiver nützen, um sich möglichst gut auf die zu erwartenden geänderten Anforderungen einzustellen. Seine Fans sollte das freuen: Sie werden ihn dort besonders oft in Action sehen dürfen. Bis dahin wird sich hoffentlich auch noch die Mittelohrentzündung verflüchtigt haben, die ihn als sogenanntes „i-Tüpferl“ erwischt hat.

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