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Rallye-ÖM: IQ-Jänner-Rallye

Von der Technik besiegt…

Erst ein Differentialschaden konnte Baumschlager stoppen, bis dahin war der Rosenauer für seine österreichischen Konkurrenten zu schnell.

Raimund Baumschlager war der Pechvogel der IQ-Jänner-Rallye 2005. Der Remus-Pilot, der mit seinem BRR-Mitsubishi Evo V der tschechischen Konkurrenz in den WRCs einen sehenswerten Kampf geliefert hatte und nach 18 Sonderprüfungen an zweiter Stelle im Gesamtklassement hinter Vaclav Pech (Ford Focus WRC) lag, schied auf SP 19 kurz nach dem Start mit Differentialschaden aus. Als zählbarer Erfolg blieben dem Rosenauer 12 Meisterschaftspunkte für den „Sieg“ am ersten Tag, da Pech wegen eines nicht regelkonformen Katalysators aus der (österreichischen) Wertung genommen wurde.

„Ich bin frustriert. Das sind die Momente, in denen man ans Aufhören denkt“, sagte der tief enttäuschte Baumschlager, der bis zu seinem Ausscheiden alles im Griff hatte. Bereits am ersten Tag hatte er bei schwierigsten Bedingungen die österreichische Konkurrenz in die Schranken gewiesen –sein Vorsprung auf Achim Mörtl betrug nach 12 Sonderprüfungen 1:05,9 Minuten, auf Manfred Stohl (beide Mitsubishi Evo VII) 1:09 Minuten – so lag Baumschlager in der Tageswertung am Samstag nach 6 Prüfungen 11,4 Sekunden vor Mörtl und 20,6 Sekunden vor Stohl. Eindrucksvoller kann man die Position als Nummer 1 in Österreich nicht bestätigen. „Ich wollte nur noch zügig ins Ziel fahren, da zerriss es kurz nach dem Start der vorletzten Sonderprüfung das Mittel-Differential“, schilderte Baumschlager sein Missgeschick. „Sch…“, meinte Kopilot Thomas Zeltner und tröstete seinen „Chauffeur“: „Gut bist gefahren.“

Seine Klasse und Cleverness hatte Baumschlager am zweiten Tag bei der Reifenwahl unter Beweis gestellt. Er ließ in der Früh, als nach Frost in der Nacht die Straßen noch eisig waren, geschnittene Slicks aufziehen, während die Konkurrenz mit Spikereifen auf die Strecke ging. „Das war kein Hasard, ich hab mir davon Vorteile auf dem zweiten Ringerl erwartet.“ Dass er damit aber auf SP 14 gleich die gesamte Konkurrenz verblies, bestätigte seine Wahl. Wenn die Technik aber nicht mitspielt, ist alles taktieren, riskieren und tricksen umsonst.

Baumschlager hat den Wintercup noch nicht abgeschrieben

Am Tag danach sieht alles anders aus. Raimund Baumschlager, der nach seinem technisch bedingten Ausscheiden am zweiten Tag der IQ-Jänner-Rallye im ersten Frust kurz ans Aussteigen gedacht hatte, blickte 24 Stunden nach dem entgangenen zweiten Tagessieg bereits wieder nach vorne und analysierte die Situation: „Nüchtern gesehen, habe ich 12 Punkte verloren und einen Pokal. Der Nuller ist eines von zwei Streichresultaten. Was mehr zählt, ist die Gewissheit, dass ich jederzeit mit Österreichs Spitzenfahrern mithalten kann, ja dass ich auf den meisten Sonderprüfungen schneller war.“ Was auch die Sponsoren des Staatsmeisters freuen dürfte.

Rückmeldungen, die den oberösterreichischen Piloten besonders freuten, kamen kurz nach dem Zieleinlauf von seinen ausländischen Konkurrenten in den WRCs. Vaclav Pech und Stepan Vojtech gratulierten Baumschlager zu seiner Vorstellung und zeigten Respekt, wie sie von Baumschlager am zweiten Tag mit der mutigen Reifenwahl ausgetrickst worden waren – Pech und Vojtech hatten mit Spikereifen auf Sicherheit gesetzt und Baumschlager hinterherfahren müssen.

Auch ein Preisgeld aus dem mit 60.000 Euro dotierten FIA Zone Wintercup – bestehend aus IQ Jänner Rallye und Mogul Sumava Rallye Klatovy – hat Baumschlager noch nicht abgeschrieben. Wie im Mühlviertel gibt es auch beim tschechischen Meisterschaftslauf am 17. und 18. Februar zwei getrennte Tageswertungen. „Voll gepunktet hat nur Pech, fällt er einmal aus, ist alles wieder offen“, sagte Baumschlager, der alles daran setzen wird, in der Tschechei den Lokalmatadoren einen ähnlichen Kampf zu liefern, wie im Mühlviertel.

Nur eines tat Baumschlager am Tag danach noch immer leid: Dass er bei der Siegesfeier in der Freistädter Messehalle nicht dabei war. „Vor hunderten von Fans da auf der Bühne zu stehen, ist einzigartig in der Szene. Man wird zwar den ganzen Tag angefeuert und wenn man ins Service einfährt wird geklatscht und gejubelt. Wenn man am Ende aber dann auf die Bühne gerufen wird und die Halle überkocht, da läuft es einem kalt über den Rücken.“

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