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ORM: Schneebergland-Rallye

Stellungnahme von Max Zellhofer

Teamchef Max Zellhofer nimmt zu dem Verdacht Stellung, bei Michael Böhm sei im Schneebergland ein illegales Service vorgenommen worden.

Michael Noir Trawniczek
Foto: Daniel Fessl/www.motorline.cc

Hannes Jagarinec, seines Zeichens Teamchef von Jaga Motorsport, hat in einer Presseaussendung [siehe Berichte „Jagarinec: Böhm illegal!“ und „Hier wurde der Sport mit den Füßen getreten“ in der Navigation rechts oben) Michael Böhm vorgeworfen, bei der Schneebergland-Rallye ein illegales Service vorgenommen zu haben. Zugleich hat er sich über Willkür in der Auslegung des Reglements beschwert - man habe Böhm nicht, wie im Reglement vorgeschrieben, die Zeit des Letztplatzierten auf der SP „Biegelhof“ gutgeschrieben, mit der Begründung, der letztplatzierte Kurt Adam sei „zu alt“…

Letzteres hat motorline.cc bereits aufklären können – im Bericht „Streit um die richtige Zeit“ wird erklärt, warum man nicht die Zeit von Kurt Adam herangezogen hat, weil er nämlich einen Reifenschaden hatte. Die Zeitenvergabe entsprach also dem Reglement.

Zum Vorwurf, man habe ein illegales Service vorgenommen, gab es bislang keine ausführliche Stellungnahme von Michael Böhm oder seinem Team. Böhm erklärte im letzten Regrouping der Schneebergland-Rallye lediglich: „Davon weiß ich nichts.“ Allerdings musste Böhm weiterfahren, stand also unter Zeitdruck. Danach hat motorline.cc dreimal telefonisch und zweimal via Facebook versucht, Böhm zu kontaktieren, um, wie üblich, auch der „anderen Seite“ einen Raum zu einer Stellungnahme/Erklärung anzubieten. Der normalerweise sehr kommunikative Wiener hat bislang keine Reaktion gezeigt…

Am Freitag jedoch hat Martin „Max“ Zellhofer, der Teamchef von Michael Böhm, auf Anfrage von motorline.cc folgende Auskunft erteilt: „Michael Böhm und seine Co-Pilotin haben nach einer Runde auf der SP Biegelhof die Kupplung entlüftet. Michael kennt sich sehr gut aus mit diesem Auto und er hat auch immer ausreichend Werkzeug an Bord. Nach dem Entlüften hat die Kupplung wieder einwandfrei funktioniert.“

Zum Vorwurf von Hannes Jagarinec, seine Mechaniker hätten gesehen, wie Mechaniker von Böhm mit einer Antriebswelle das Service verließen, erklärte Zellhofer: „Wir haben keine Probleme mit Antriebswellen – bei 70 Einsätzen gab es erst zweimal ein Problem damit.“

Dass Michael Böhm auf einem Onboard-Video (ab 3:58) zunächst eine defekte Antriebswelle und hernach einen „Patschen“ vermutet hat, erklärte Zellhofer mit den Worten: „Eine rutschende Kupplung fühlt sich auch so ähnlich an.“

Der Suzuki Swift S1600 verfügt über ein sequentielles Getriebe - motorline.cc hat sich bei zwei anerkannten Technikern (Namen der Redaktion bekannt, einer von ihnen ist auch mit der Technik des Suzuki Swift S1600 vertraut) erkundigt…

Der Tenor dieser Auskünfte lautet: Bei einem sequentiellen Getriebe wird im Wettbewerb nicht gekuppelt, die Kupplung werde lediglich zum Anfahren verwendet. Manchmal jedoch würden die Piloten beim Runterschalten kuppeln, um das Getriebe zu schonen. Allerdings würde Luft in der Kupplung lediglich zur Folge haben, dass der Pedaldruck geringer wird – auf den Vortrieb soll das jedoch keinen Einfluss haben…

Am Ende ist es ohnehin egal – denn das Ergebnis der Schneebergland-Rallye ist unanfechtbar.

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