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ORM: Schneebergland-Rallye

Sensationeller 2. Platz für Handler/Scherz

Für Alois Handler und seinen Copiloten Andreas Scherz, lange Zeit richtige Schottermuffel, wurde ein Traum wahr.

Fotos: Werner Schneider

Durch ihre Auslegung als fast reine Schotterrallye die vor allem gegen Ende ungemein das Material beanspruchte und Zuverlässigkeit der Technik wieder in der Vordergrund stellte, war die Schneebergland-Rallye im niederösterreichischen Rohr im Gebirge geradezu prädestiniert für Überraschungen.

Einen 5. Platz in der 2wd-Wertung hatte man sich vorgenommen, von einem 3. Platz träumte man vor dem Start. Zwei Sonderprüfungen vor Schluss lag das Team dann auch auf diesem 5. Platz. Aber die Rallye ging zu diesem Zeitpunkt erst richtig los, standen doch noch die beiden mit Abstand härtesten Prüfungen auf dem Programm - ein Rundkurs über 35 km und zum Abschluss noch eine Start-Ziel-Prüfung über 17 km. Und nun ging es Schlag auf Schlag. Zuerst fiel der an 3. Stelle liegende Opel Corsa mit abgescherter Halbachse aus. Dann stürmte Handler in einem epischen Finale am drittplazierten Opel Corsa vorbei und verwandelte in der letzten Prüfung 38 Sekunden Rückstand in zwei Sekunden Vorsprung. Und dann stand da unmittelbar nach dem Ziel dieser Prüfung der Pilot des zweitplazierten Opel Corsa mit der abgescherten Halbachse seines Autos in der Hand, nur 7,5 Kilometer im normalen Straßenverkehr von der Zieldurchfahrt entfernt....

Damit rückten Handler und Scherz automatisch auf Platz 2 hinter den regierenden 2wd-Staatsmeistern und überlegenen Meisterschaftsführenden Michael Böhm/Katrin Becker auf und erreichten damit ihren mit Abstand größten Erfolg seit sie mit ihrem Peugeot 207 unterwegs sind. Mehr noch: Dieser 2. Platz genügte, um in der Meisterschaft völlig unerwartet auf Platz 3 vorzustoßen. Und genau das hat Handler jetzt zum Nachdenken gebracht. Denn ursprünglich hatte man ja vorgehabt, die Saison aus beruflichen Gründen nach der Schneebergland-Rallye vorzeitig zu beenden und erst 2016 wieder einzusteigen.

"Es war lange Zeit eine Sekunden-Angelegenheit zwischen den Plätzen 3 bis 7", so Handler. "Und es war klar, dass sich das alles erst ganz am Schluss entscheiden würde. Aber nachdem wir in der vorletzten Prüfung einige Zeit auf den Opel vor uns eingebüßt hatten, war der erträumte 3. Platz eigentlich schon Geschichte. Wie wir das noch umdrehen konnten, verstehe ich selbst nicht, aber es ist umso schöner. Allerdings bringt mich das jetzt in die Zwickmühle. Denn dass wir plötzlich auf Platz 3 in der Meisterschaft stehen würden, war angesichts dessen wie unsere Saison im März in Leutschach begonnen hat, keinesfalls zu erwarten. Ich muss jetzt nachdenken, was wir weiter machen. Vielleicht kann ich mich irgendwie trotz Firmenumbau frei machen und doch diese Chance nützen, endlich einmal den 3. Platz in der Meisterschaftsendwertung zu erreichen, dem wir schon zweieinhalb Jahre lang nachlaufen. Bis zum Nennschluss der Rallye Weiz, die am zweiten August-Wochenende stattfindet, ist noch Zeit."

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