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ÖRM: "Rallye W4"

Peugeot Team Tasch zieht sich zurück

Mit der diesjährigen Ausgabe der "Rallye W4" haben sich sowohl Alois Handler als auch Alfred Leitner vom Rallyesport zurückgezogen.

Fotos: Bernhard Hager, Harald Illmer; Text: Georg Gschwandner

Waun de Musik vurbei is – angelehnt an den Austro Pop Hit des Dr. Kurt Ostbahn und in die Sprache übersetzt welche wohl jeder Rallyefan versteht, heißt das auf das Peugeot Rallye Team Tasch bezogen: Das Stakkato zwischen Gas, Bremse, das hörbare Einlegen der gut sortierten Gänge im Dogbox Getriebe, die Geräuschkulisse welche die bei Schotterrallyes vom Staub behafteten Bremsscheiben von sich geben, wenn dann denn irgendwann doch wieder die Bremszangen zupacken, aber auch die innere Geräuschkulisse, also der Bariton von Andreas Scherz in der Intercom im Peugeot 207 von Alois Handler, oder die durchwegs charmanten weiblichen Ansagen, welche Fredi Leitner über Jahre hinweg begleitet haben, dass alles verstummte nach der (angeblich) unwiderrufbaren letzten gemeinsamen Rallye im Waldviertel.

Beide Fahrer haben mit Saisonende ihren Rücktritt vom aktiven Rallyesport bekannt gegeben

Mittlerweile stehen sie schon gestript in den Werkshallen des Peugeot Rallye Team Tasch, hätten diese Autos eine Persönlichkeit, wäre man versucht zu sagen, sie stehen verängstigt einer ungewissen Zukunft entgegenblickend quasi nackt völlig ohne Schutz in den großen Hallen.

Beide Piloten hatten sich viel vorgenommen für ihre letzte Rallye.

Beide hatten noch Chancen auf einen Titel, fuhren aber trotzdem ohne den Druck mit dem Gewissen doch alles was als Amateur in diesem Sport möglich ist irgendwann erreicht zu haben.

So stand schon vor der Rallye fest, dass auch der Vizestaatsmeisterschaftstitel für Alois Handler in seiner langen Karriere das absolute Highlight sein wird.

Handler begann aber stark und fuhr auf den ersten beiden Prüfungen seinen Titelkonkurrenten Enrico Windisch in Grund und Boden.

Auf Sonderprüfung drei drohte dann in Form eines großen Felsens in der Ideallinie Ungemach.

Das rechte Vorderrad wurde nach Kontaktaufnahme mit eben genannten Felsen in den Radkasten geschoben, die Felge brach und Handler kam just an jener Stelle wo auch schon Rudi Stohl kurz davor seinen Audi Quattro als Vorausauto in den Wald gefeuert hatte, ebenfalls von der Strecke ab.

Lange Zeit versuchte man mittels Hilfe der Zuschauer den Wagen welcher zur Hälfte auch die Strecke blockierte aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Irgendwann gelang diese auch, das Rad wurde gewechselt, der Wagen im Service für den Start am zweiten Tag unter Rallye 2 wieder flott gemacht, denn auch die Lenkgeometrie hatte etwas gelitten.

Es war auf Grund der Strafzeit nur mehr eine Frage der Sportlichkeit die Rallye beenden zu wollen.

Gegen Halbzeit des zweiten Tages, entwickelte dann das Differential ein gewisses Eigenleben, vermutlich auf Grund der Strapazen des ersten Tages, als man eben lange versuchte sich aus dem Wald zu befreien.

Wer nun denkt Alois Handler hätte scher betrübt die Heimreise angetreten der irrt, man wartete auf den Zieleinlauf von Fredi Leitner und trat wie gewohnt wie immer wenn man gemeinsam unterwegs war auch gemeinsam die Heimreise an, wohl zum letzten Mal in dieser Form!

Auch Alfred Leitner, hatte noch minimale Titelchancen.

Das Gute wenn man in seiner Karriere mit vielen verschiedenen Beifahrer und innen unterwegs war ist, dass sehr viele dann eben auch sehr sehr viele Anekdoten parat haben.

Aber gleichgültig wem man von diesen Beifahrer und innen, oder auch seiner langjährigen Servicestammmanschaft fragt, jeder ist einfach nur dankbar ein Teil dieses Teams zu gewesen zu sein.

Für seine letzte Rallye durfte wieder Jenny Hofstädter mit auf die Reise.

Der Schrieb wurde im dichten Nebel erstellt, am Rallyetag war die Sicht perfekt, aber nicht nur diese, sondern auch der Schieb.

Leitner: "selten mussten wir unter derart schwierigen Verhältnissen eine Schrieb erstellen, welcher dann bei der Rallye so perfekt vom ersten bis zum letzten Meter gepasst hat.

Man fuhr mit einem reinen Asphaltfahrwerk, hochgeschraubt bis zum Anschlag, aber mit leichten Defiziten den Komfort betreffend(…)

Nach etwas vorsichtigen Beginn, geschuldet einer längeren schotterpause des Fahrers steigerte man sich speziell am zweiten Tag kontinuierlich.

Der Peugeot lief wie ein Uhrwerk, die Zeiten waren mehr als ansprechend, ja und wäre nicht die abschließende Zeremonie auf der Rampe gewesen, wäre man ein weiteres Mal ohne einer Delle ins Ziel gekommen.

Aber für das allerletzte Mannschaftsfoto, musste Alfred Leitner und Jenny Hofstädter dann doch noch einmal das Dach des kleinen Franzosen erklimmen.

Leitner bleibt den Rallyesport aber in jedem Fall in anderen Funktionen erhalten und Funktionen werden seine Freunde vom MCL 68 genug für ihn finden….

Abschließend noch ein Satz seines Mechanikers Markus Hochleuthner, welcher wohl am besten die Stimmung und den Zusammenhalt dieses Teams wieder gibt: "als Fredi in das letzte Service kam, nahmen Hannes (Anm. zweiter Mechaniker) und ich die Galerie, schauten uns an und wussten, wir montieren sie jetzt ein aller letztes Mal."

Wahrscheinlich war es der kalte Wind, der die Augen der Mechaniker etwas wässerte ..

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