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ORM: Jännerrallye 2019

Viel zu tun für "Schmolli" und Freunde

Gleich zwei von Race Rent Austria eingesetzte Fahrzeuge landeten bei dieser legendär-schwierigen Jännerrallye in den Top 10. Mit Rudolf Fischerlehner durfte das Team rund um Wolfgang Schmollngruber zudem wieder einmal einen Rookie betreuen - wenngleich der entfernt verwandte Namensvetter von Martin Fischerlehner als Motorradrennfahrer genug Benzin im Blut hat...

Fotos: Harald Illmer, Gutenthaler Photography

Sieben Fahrzeuge wurden von Race Rent Austria bei der legendären Jännnerrallye 2019 zum Einsatz gebracht. Fabian Bartel-Huemer und Andreas Bartel nutzten die Gelegenheit im Vorausauto als gutes Training. Severin Katzensteiner und Hannes Gründlinger kamen mit ihrem im Vorjahr in Deutschland erworbenen Mitsubishi Lancer Evo VII nur bis SP3. Race Rent Austria-Teamchef Wolfgang Schmollngruber erklärt dazu: "Im Wagen war eine ungarischeElektronik verbaut, die ihren Dienst quittierte und die wir nun austauschen werden." Dass Steven Schierlinger am Ende disqualifiziert wurde, liegt daran, dass es ein Missverständnis in der Kommunikation gegeben hat: "Schierlinger und Medinger hätten vor der Schlussrunde noch einmal tanken sollen, am Ende lagen wir 16 Kilogramm unter dem zulässigen Mindestgewicht. Da aber nun ohnehin das Mindestgewicht dieser Klasse verändert wird, stellt sich dieses Thema künftig nicht mehr." Beim ersten Renneinsatz des neuen Skoda FABIA R5 verlief alles glatt - Martin Desl, der zum ersten Mal mit einem solchen Auto unterwegs war, beeindruckte Schmollngruber: "Er brachte das Auto bis auf Kleinigkeiten am Kotflügel ohne einen Kratzer zurück." Mehr dazu weiter unten...

Traxl/Gallistl: Persönlicher Rekord

Mario Traxl gehört zu jener, nicht unbedingt kleinen Gruppe von Rallyepiloten, die sich ganz auf die Jännerrallye fokussieren. Die Schnee-Rallye rund um Freistadt quasi als Jahres-Highlight - freilich möchte man da in erster Linie das Ziel sehen und maximal viele Kilometer abspulen. Ein Ausfall ist da natürlich besonders schmerzhaft - nachdem er 2018 einen solchen hinzunehmen hatte, war für Mario Traxl völlig klar: "Wir haben uns vorgenommen, etwas Risiko herauszunehmen, um heuer wieder ins Ziel zu kommen."

Der Plan ging auf - und zwar besser, als man es wohl vermutet hatte. Denn die besonnene Fahrt wurde mit dem achten Gesamtrang belohnt. "Das ist natürlich unglaublich toll", schrieb Traxl auf seinem Facebook-Profil. Und auch in der Nachbetrachtung kann Traxl nur Positives berichten: "Die Strecken- und Wetterverhältnisse waren perfekt, das Auto hat gut gepasst und das Service von Wolfgang Schmollngruber und seinen Jungs war wie immer top."

Eines jedoch räumt Traxl ein: "Unsere SP-Zeiten waren nicht ganz so toll, wie wir das gerne gesehen hätten. Denn ich fuhr zum ersten Mal mit dem Mitsubishi Lancer Evo IX - doch dieses Auto ist mir persönlich einfach zu modern. Daher werde ich in Zukunft wieder auf ältere Modelle umsteigen." Die Zukunft - das bedeutet für den Gelegenheits-Rallyepiloten Mario Traxl nichts anderes als die Jännerrallye 2020.

Seit einem runden Jahrzehnt bestreitet Martin Desl ausschließlich die Jännerrallye - nur einmal, im "Jännerrallye-losen" Jahr 2016, wählte der Oberösterreicher den Mühlstein Rallyesprint. Pilotiert hat er stets einen Mitsubishi Lancer in unterschiedlichen Evo-Stufen.

Für 2019 jedoch wollte sich der Race Rent Austria-Stammkunde einen Traum erfüllen - Martin Desl wollte immer schon einmal die Jänerrrallye in einem R5-Auto absolvieren.. Dank seiner Sponsoren und dem Team rund um Wolfgang Schmollngruber wurde dieser dann auch wahr. Bei seiner Feuertaufe im R5-Boliden zeigte sich Desl professionell besonnen, denn er wollte kein unnötiges Risiko eingehen. Tatsächlich brachte er den Skoda FABIA R5 ohne jeden Kratzer wieder zurück - in den Augen von Martin Desl tragen daran sicher auch Skoda-Ingenieur Mirek, der Wolfgang Schmollngruber als Carchief vertreten hat und Günther Knobloch einen großen Anteil: "Sie waren bei meiner R5-Premiere das gesamte Wochenende mein Mentor. Er hat mich super unterstützt und mir dabei geholfen, dass ich mich im Skoda FABIA R5 wohlfühle."

Das scheint tatsächlich geklappt zu haben - denn Martin Desl und sein Copilot Günther Bergsmann kamen nicht nur unbeschadet ins Ziel, sondern dürfen sich vielmehr über den neunten Gesamtrang freuen. Desl dazu: "Das ist für mich persönlich eine neue Bestmarke in Freistadt."

Fischerlehner/Gruber: Glanz-Debüt für Motorrad-Ass

Für Rudolf Fischerlehner kam die Frage sicher nicht zum ersten Mal - nämlich jene, ob er mit Lokalmatador Martin Fischerlehner verwandt sei. Rudolf hat schon im Vorfeld von seinem Vater erfahren, dass es eine entfernte Verwandtschaft geben würde. Doch die beiden Fischerlehners kennen einander ohnehin schon einige Zeit, wie Rudolf erzählt: "Wir plaudern auch öfter miteinander."

Während Martin aus dem Radsport kam, ist es bei Rudolf der Motorradrennsport. Rudolf Fischerlehner fährt Rundstreckenmotorradrennen in der laut ihm "ambitionierten Hobbyserie" BTR Performance (steht für Born To Race). Schnelle Bikes hatte der Mediziner schon immer, aber erst seit zwei Jahren nennt er auch eine Rennmaschine sein Eigen, seit zwei Jahren erst ist Rudolf Fischerlehner Rennfahrer. Warum so spät? Rudolf schmunzelt: "Wie das oft der Fall ist, waren am Beginn meiner Karriere finanziell andere Dinge wichtiger."

Jetzt also konnte sich Rudolf Fischerlehner den lang gehegten Wunsch erfüllen, einmal selbst ein Ralllyeauto zu pilotieren. Als Motorradrennfahrer sah er sich klar im Vorteil: "Wir können die Geschwindigkeitsbbereiche gut einschätzen. Außerdem wissen viele Motorradpiloten, dass der Scheitelpunkt einer Kurve ganz hinten ist."

Am ersten Tag gelang dem Rallye-Rookie auf SP7 eine formidable neuntschnellste Zeit - in der Dunkelheit wollte man nichts mehr riskieren. Fischerlehner sagt: "Wir sind dann als Zwölfte ins Bett gegangen." Gleich am Samstagmorgen wollte Fischerlehner die Top 10 wieder zurückerobern: "Dabei landeten wir zweimal in einer Schneewächte, zudem wurden wir auf der Verbindungsstrecke von einem Zuschauerauto abgeschossen. Jetzt hieß es abermals hoffen - denn die Fahrertür war sehr rampopniert und es bestand die Gafahr, dass die AMF einen Sicherheitsmangel ausmacht und das Auto aus der Rallye nimmt." Doch "Schmolli" und seine Jungs "zauberten" in Windeseile, sodass die Fortsetzung der Premierenrallye garantiert war...

Doch gleich auf SP14 der nächste Dämpfer: "In einer Rechts4 hat sich die Schnauze mit Schnee gefüllt und unseren Wagen quasi von der Straße gezogen. Da haben wir viel Zeit liegen lassen."

Doch eigentlich war Rudolf Fischerlehner ganz und gar nicht auf schnelle SP-Zeiten aus, vielmehr wollte er "nur schauen, wie es geht". Das "Problem" dabei: Der Rallyerookie fuhr immmer wieder sehr schnelle SP-Zeiten, lag fast immer in den Top 10. Fischerlehner dazu: "Am zweiten Tag waren wir ganz sicher zu übermütig - aber im Großen und Ganzen ist es echt geil gelaufen." Zumal der "andere Fischerlehner" mit einem Rookie als Copilot seinen Einstand auf vier Rädern gab. Rudolf nickt: "Benjamin Gruber war ebenfalls Rookie aber ich denke, er ist selbst ein sehr guter Autofahrer - ich kenne seine nächtlichen Ausfahrten im Allrad-Mazda - und so hat er seinen Job von Beginn an perfekt erledigt."

Wird auch Rudolf Fischerlehner erst wieder in Freistadt, also 2020 in ein Rallyeauto steigen? Rudolf spricht von seinen Motorradrennen und dass es durchaus sein könnte, dass er erst in einem Jahr zurückkehrt - doch dann sagt er kurzerhand: "Eventuell fahren wir noch eine Schotterrallye." Ist hier jemand vom "Rallyevirus" infiziert worden?

Leitner/Kiesenhofer: Ziel erreicht

Rudolf Leitner pilotierte mit Michael Kiesenhofer jenen Mitsubisbhi Lancer Evo V, auch als Chraisma GT bekannt, den er nun sein Eigen nennt. Das Vergnügen war jedoch nur von kurzer Dauer: "Auf der ersten Prüfung waren wir noch gut dabei - aber nur bis zur Hälfte, denn plötzlich fiel der Turbolader aus, mit nur noch 60 PS mussten wir uns über die nächsten beiden Prüfungen schleppen. Im Service nusste der Lader getauscht werden - da es sich zeitlich aber nicht ausging, sind wir für den Freitag ausgefallen."

Ans Aufgeben dachte Leitner freilich nicht: "Der Restart war Pflicht für uns - wegen der vielen Fans und natürlich auch wegen unserer Sponsoren." Den Samstag ging das Duo Leitner/Kiesenhofer eher vorsichtig an: "Wir mussten einen gebrauchten Turbolader einbauen und wollten nichts riskieren. Unser Ziel war die Zielrampe."

Diese hätte man beinahe verfehlt: "Auf der ominösen SP13 landeten auch wir im Tiefschnee - rund 50 Zuschauer haben uns dankenswerterweise gerettet - so gingen sich noch der Klassensieg und Gesamtrang 21 aus."

Einen besonderen Dank möchte Rudolf Leitner seinem Carchief Dominik Wimberger aussprechen: "Er hat sich um unsere Einsätze gekümmmert - ein junger Mann, dem ich viel Erfolg in dieser Branche progonstiziere."

Schierlinger/Medinger: Zwischenfälle stärken Rallye-Liebe

Steven Schierlinger und Peter Medinger waren die Piloten des ersten Prototypen in der ORM. Race Rent Austria hat jenen Mazda 323 GTR, der im Vorjahr beinahe zum Siegerauto wurde, umgerüstet auf das neue Prototypen-Reglement. Die komplette Evo V-Technik wurden eingepflanzt, einige Änderungen und Verbreiterungen wurden vorgenommen. Ein neues, speziell für Schnee angepasstes Fahrwerk wurde ebenfalls verbaut.

Schierlinger fühlte sich sofort wohl in dem Auto: "Es ließ sich bei diesen Bediungungen genial fahren - was mich wohl dazu verleitet hat, schnell zu fahren. Eigentlich habe ich mir einen lockeren Beginn vorgenommen, ohne sofort zu pushen. Leider sind wir von Anfang an auf mindestens einen Vordermann aufgelaufen, die sich natürlich nicht sofort in Luft auflösen können. Auf SP2 und SP3 sind wir gar nicht vorbeigekommen, sondern hintereinander ins Ziel gefahren. Dennoch konnten wir auf SP1 mit der neuntschnellsten Gesamtzeit, als drittbester Nicht-R5 zeigen, dass wir mit diesem Fahrzerug schnell sein können."

Die beim Hinterherfahren verlorene Zeit wurmte Schierlinger dann doch sehr: "Damit im Hinterkopf wollte ich wohl etwas Zeit gutmachen, was aber leider zu einem Ausrutscher an einer bekannten und ungünstigen Stelle führte. Denn dort waren keine Zuschauer - und ohne fremde Hilfe konnten wir nicht mehr weiterfahren."

Anfangs sei der Ärger über diesen Fehler naturgemäß groß gewesen, gibt Steven Schierlinger ganz offen zu, räumt aber ein: "Schlussendlich überwiegt die Freude, bei dieser Jännerrallye überhaupt dabei gewesen zu sein. Mit traumhaft winterlichen Wetterbedingungen, die diese Rallye zu dem machen, was sie ist. Was auch der Grund dafür ist, warum ich seit dem ersten Jahr als Zuschauer unbedingt einmal selbst an den Start gehen wollte."

Zunächst schien eine Weiterfahrt fraglich, doch der ramponiert wirkende Mazda 323 GTR konnte von Race Rent Austria für den Samstag startklar gemacht werden. Schierlinger: "Dank dem super Job von Race Rent Austria und dank Markus Stockinger und Jürgen Pilz, unsere beiden schnellen Ersatzteil-Lieferanten, konnten wir am nächsten Tag wieder starten."

Auf dem Weg zur abgebrochenen SP11 passierte, was Schierlinger süffisant "das nächste Highlight" nennt.: "Um die Kollission mit einem entgegenkommenden und wohl auch sehr breitbrüstigen R5 zu vermeiden, mussten wir etwas weiter nach rechts fahren als gewollt - was einen sehr langen Kampf aus einem tiefen Graben zur Folge hatte."

Auf den Prüfungen wirkte sich die am Vortag verlorene Zeit zudem negativ aus: "So mussten wir noch weiter hinten starten und daher oft gleich an zwei Fahrzeugen vorbei. Was natürlich wieder einiges an Zeit gekostet hat. Auf SP12 mussten wir überhaupt für mehr als eine Minute stehenbleiben, da ein Fahrzeug vor uns an einer sehr schmalen Stelle den Dienst quittierte."

Trotz allem zieht Steven Schierlinger eine positive Bilanz: "Durch die zahlreichen Zwischenfälle wurde meine Liebe zum Rallyesport sogar nochmals gestärkt. Denn auch wenn man auf den Sonderprüfungen gegeneinander fährt, wird abseits dann großteils nicht gezögert, um einem Gegener zu helfen - sei es die Beschaffung von benötigten Ersatzteilen oder die gegenseitige Hilfe zur Befreiung aus dem selben Graben."

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