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Samba in Angola

Wie ein Samba-Profi tänzelt der Land Rover Discovery durch den Busch in Angola. Wir sind unterwegs mit der Land Rover Experience Tour.

Text: Rudolf Huber/mid
Fotos: Henning Lueke/Jaguar Land Rover, Rudolf Huber/mid

Knapp 2.000 Kilometer kreuz und quer durch das Herz Afrikas stehen bei der Land Rover Experience (LET) auf dem Programm. Hitze, Sand, Staub und wilde Tiere gehören dazu. Und spannende Begegnungen mit Menschen, die scheinbar in einer ganz anderen Welt leben als wir.

Unsere "Spielwiese", der Kaza, also der Kavango-Zambezi-Nationalpark, erstreckt sich grenzüberschreitend über fünf Länder. Namibia, Angola, Botswana, Sambia und Simbabwe haben ihn 2012 gegründet. Seine Fläche: Rund 520.000 Quadratkilometer, also mehr als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Und wir mittendrin.

Buschland und Steppe, so weit das Auge reicht - das ist der erste Eindruck beim Flug in einer kleinen Cessna von Windhoek zum Tour-Start im namibischen Khaudum National Park. Das Experience-Team um Chef Dag Rogge und die sechs Tour-Teilnehmer, die sich in einem aufwendigen Auswahlverfahren für das große Afrika-Abenteuer qualifiziert haben, haben schon die Zelte aufgebaut.

Bereits die ersten Kilometer von der Landepiste ins Camp stimmen perfekt auf das ein, was die nächsten Tage zur Standard-Fortbewegung wird: Mehr als 25 bis 30 Sachen sind auf den ausgefahrenen Pfaden nicht drin. Die tiefen Rinnen funktionieren wie ein analoger Spurhalteassistent: Die Discoverys mit ihrem Dreiliter-Sechszylinder in der Südafrika-Ausführung mit 258 PS und 600 Newtonmeter maximalem Drehmoment bahnen sich ihren Weg quasi ganz alleine, Lenken ist kaum nötig.

Doch ehe es losgeht, machen uns die Bewohner dieses für uns doch ziemlich unwirtlichen Landstrichs ihre Aufwartung. Die "San" sind echte Buschmänner und -frauen, die leben wie vor Hunderten von Jahren. Sie jagen mit vergifteten Pfeilen aus Blasrohren, machen Feuer mit aneinandergeriebenen Holzstäben - und sie tanzen für uns ums Lagerfeuer. Gänsehaut-Momente, Einblicke in eine ganz fremde Kultur.

Luftfederung auf maximale Höhe, Geländeuntersetzung rein, Luftdruck in den Goodyear-4x4-Reifen runter auf 1,5 bar - und es geht am nächsten Morgen los. Mehr als 150 Kilometer liegen vor uns, zu 100 Prozent offroad. Unser Ziel: Die Popa Falls, rund 1.000 Meter breite Stromschnellen im Okavango-River - Belohnungs-Sundowner auf einer Sandbank inklusive.

War es bisher schon einsam rund um uns herum, zieht sich die Zivilisation nach dem Grenzübertritt nach Angola noch weiter zurück. Nach Stunden erreichen wir die ehemalige Rebellen-Hochburg Jamba, wo die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ein landwirtschaftliches Projekt unterstützt und der Bürgermeister mit ganzem Herzen hofft, dass der LET-Besuch hier vielleicht etwas zum Besseren wenden könnte. Vorzugsweise in Form einer geteerten Straße.

Menschen sind rar in den riesigen Steppengebieten, aber wo immer unser knapp 20 Fahrzeuge starker Tross auf welche stößt, werden wir freundlichst willkommen geheißen. Bürokratie pur mit jeder Menge Formularen und Stempeln dann bei den nächsten Grenzübertritten. Zunächst nach Sambia, wieder nach Namibia und dann nach Botswana - wer in diesem Durcheinander das professionelle LET-Team samt lokaler Guides zur Seite hat, kann sich wirklich glücklich schätzen.

Das Team um Dag Rogge, den Abenteurer, der sein Hobby zum Beruf und zur Berufung gemacht hat, leistet einen Top-Job: Da ist Koch Rene, der Mann für die phänomenale Gruppen-Sättigung in kürzester Zeit und unter allen klimatischen und räumlichen Bedingungen.

Die Instruktoren um Stefan und Marvin und die Land-Rover-Techniker mit ihrer scheinbar unerschöpflichen Freundlichkeit und Geduld bei allen Reifenplatzern und sonstigen Anliegen. Der Tour-Doktor und die sechsköpfige Teilnehmer-Gruppe: Sie alle zusammen sorgen für ein Geborgenheitsgefühl weitab der Heimat. Man hilft sich gegenseitig, man kümmert sich - der oft beschworene Team-Spirit wurde auf der LET erfunden, so scheint es.

Dass zum Ende der ersten Tourhälfte im Chobe National Park auch noch die versprochenen Wildtiere in riesiger Anzahl und hautnah zu erleben sind, setzt dem Kaza-Trip das erhoffte Krönchen auf. Elefanten direkt nebenan beim Einrichten des Camps, ein laut brüllendes Löwenrudel nachts nur ein paar Meter neben dem Zelt. Giraffen, Antilopen, Büffel und sonstiges Getier bilden eine eindrucksvolle Szenerie für das unvergessliche Abenteuer bei bis zu 44 Grad Celsius.

Ein Abenteuer mit ernsthaftem Hintergrund. Die im Vorfeld abgeschlossenen Kooperationen mit diversen Organisationen und Hilfsprojekten vor Ort und die Tour-Route haben das erklärte Ziel, ein noch relativ unbekanntes Naturschutzgebiet wie den Kaza bekannter zu machen, um die Stabilität und die nachhaltige Entwicklung in dieser Region zu unterstützen. Die Menschen, die Tiere und die Landschaft im Herzen Afrikas - sie haben es verdient.

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