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Spät, aber gut

VW hatte das Kompakt-Van-Feld lange Zeit der Konkurrenz überlassen. Spät aber doch haben die Wolfsburger nachgelegt, das Warten hat sich gelohnt.

Manfred Wolf

Der Renault Scenic war der Begründer eines ganzen Segments und ein Hersteller nach dem anderen brachte seinen eigenen Kompakt-Van, erfolgreichster Vertreter seiner Zunft war bis dato der Opel Zafira.

VW indes hatte dem munteren Treiben lange Zeit tatenlos zugeschaut und verlor dabei eine nicht unerhebliche Anzahl an Kompakt-Van-Käufern an die Konkurrenz. Im Jahre 2003 war es dann endlich auch im VW-Konzern soweit: Mit dem Touran wurde ein würdiger Konkurrent für den Fight in dieser Gewichtsklasse auf die Räder gestellt.

Doch kaum hatte der Touran das Licht der Weltöffentlichkeit erblickt, schlug ihm auch schon Skepsis entgegen: Das Design wäre langweilig, so die Kritiker. Das wollen wir so nicht stehen lassen. Freilich, ein Renault Scenic ist in punkto Design aufregender ausgefallen, aber für besonders mutiges und freches Design war VW noch nie die wirklich richtige Adresse.

Das ist aber durchaus nicht negativ gemeint. Keine unliebsamen Überraschungen in Form von Höckern, Nasen oder unnötigen Rundungen sondern schlichtes, solides VW-Design eben. Und letztendlich bleibt es ja sowieso Geschmackssache – das ist wie mit dem Sofa für unser Wohnzimmer: Die einen wollen Wittmann oder Rolf Benz, die anderen etwas Flippiges von Ikea oder Kika.

Solide bleibt der Touran auch in allen anderen Bereichen. Aufgeräumt und mit unzähligen Ablagen und Fächern sowie mit allen nützlichen Extras ausgestattet präsentiert sich der Innenraum. Der Motor, in unserem Fall der neue 2,0 Liter TDI mit Vierventiltechnik und 136 PS ist ein mehr als ausreichend starker Antrieb für den Family-Van. Das Fahrwerk ist ebenfalls sehr fein geworden, trotz des deutlich höheren Schwerpunktes fährt er sich komfortabel und leichtfüßig wie ein normaler PKW.

Billig ist die Touran-Schlichtheit nicht, der Preis gleitet fast ein bisschen ins Barocke ab: 29.327,- Euro Grundpreis für unser Testauto, mit Metallic-Lack, Xenon-Licht, Winterpaket (beheizbare Vordersitze, Scheibenwaschdüsen plus einer Waschwasserstands-Anzeige) und einem ominösen Reserverad-Paket klettern wir über die 30.000,- Euro-Grenze, genauer gesagt auf stolze 31.453,74 Euro.

Weitere Testdetails und Fotos finden Sie in der rechten Navigation!

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