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Innenraum

Nonkonformismus nennt man das wohl, wenn alles etwas anders ist, als gewohnt. Schön, dass es so etwas heutzutage noch gibt. Noch schöner, wenn –wie im Falle des Saab 9-3 - trotzdem nichts gekünstelt oder gar deplatziert wirkt. Es passt einfach alles wie angegossen.

Große, graue Kunststoffflächen und unzählige Schalter mögen für Saab-Neulinge möglicherweise kurzzeitig etwas befremdlich wirken, aber bereits nach einigen Minuten Fahrt ist man von der Ergonomie und Auslegung des Cockpits hellauf begeistert. Trotz oder vielleicht auch genau wegen des technoiden Charakters fühlt man sich auf Anhieb geborgen und sicher.

Das beginnt bei den originellen Lüftungsdüsen im Mehrlagen-Design, geht über das vor der Handbremse platzierte Zündschloss, den angenehmen „Ding-Dong“ Gurtwarnton und endet nicht zuletzt beim einzigartigen SID, dem Saab Information Display.

Diese mittig am Armaturenbrett installierte Anzeige stellt neben Warnhinweisen auch die Daten des Bordcomputers und die Menüs der Fahrzeugkonfiguration dar. Mit einem einfach zu bedienenden Dreh-Drück-Knopf können unter anderem Funktionen wie Standheizung, automatische Sitzheizung oder auch die Empfindlichkeit des Regensensors verstellt werden.

Die so genannte Night-Panel Funktion blendet in der Nacht alle Anzeigen bis auf den Tachometer aus und verringert somit die Ablenkung des Fahrers. ComSense verzögert Warnhinweise oder Anrufe aufs Autotelefon bis Abbiege- oder Überholmanöver abgeschlossen sind.

Die verwendeten Materialien wirken allesamt durchaus hochwertig und pflegeleicht, die Verarbeitung könnte aber noch etwas besser sein. Leicht unterschiedliche Spaltmaße sowie diverse Knarr- und Knarzgeräusche beim Überfahren schlechter Straßenabschnitte trüben das erfreuliche Gesamtbild leicht.

Dem Klassenschnitt entspricht das Platzangebot auf allen fünf Sitzplätzen: Solange vorne nicht Zwei-Meter-Riesen einsteigen, lässt es sich selbst im Fond über mehrere hundert Kilometer am Stück angenehm reisen.

Besonderes Lob verdienen noch die gut ausgeformten Sportsitze. Sie sind großzügig dimensioniert, bieten straffen Seitenhalt und entlassen selbst lädierte Rücken noch nach Stunden frisch und munter wieder in die Freiheit.

Mit 425 Litern Stauvolumen bietet der gut nutzbare Kofferraum genügend Raum für die Urlaubsfahrt nach Trollhättan, der Heimat von Saab. Umlegbare Rücksitzlehnen (inklusive elektronischer Überwachung, sollten sie nicht ganz eingerastet sein) vergrößern die Schluckfreudigkeit noch weiter.

Wie bereits anfangs erwähnt, bietet bereits die Basisversion Linear eigentlich alles, was das Autofahrerherz höherschlagen lässt. Bei Saab ließ man sich allerdings nicht lumpen und hat anscheinend eine Heerschar an kreativen Köpfen angestellt, die eine Aufpreisliste zusammengestellt haben, vor der selbst BMW in Ehrfurcht das Haupt senkt.

Begonnen beim Executive-Paket (€ 699.-; Einparkhilfe, Regensensor, klappbare Außenspiegel und abblendender Innenspiegel), über das Komfort-Plus-Paket (€ 622.-; Tempomat, erweiterter Bordcomputer, Komfortschließung für Fenster und Schiebedach), Lederpolster (€ 627.-), Sitzheizung (€ 385.-), elektrische Sitzverstellung mit Memory (€ 1635.-), integriertes Mobiltelefon (€ 1.109.-), Bi-Xenon Licht (€ 723.- und sehr zu empfehlen) bis hin zum großen Farb-Navigationssystem inklusive 13 Lautsprechern um € 2.798.- lassen sich beinahe sämtliche automotiven Extrawürste mitbestellen.

Warum bei so kompletter Sicherheitsausstattung (inkl. 6 Airbags, 4 Gurtstraffern, aktiven Kopfstützen, ESP) die mittlere Kopfstütze hinten um € 144.- extra bestellt werden muss, entzieht sich unserer Kenntnis...

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