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Innenraum

Wer sich wegen des Karosserie-Stylings jetzt Bakelit und Wurzelholz erhofft, sollte gar nicht erst einsteigen. Der Preis diktiert eine gewisse Ökonomie bei der Materialwahl, dennoch bemühen sich die Daihatsu-Designer um eine halbwegs frische optische Anmutung.

Am Sitzbezug Marke „Bonjour Fadesse“ ist das Bemühen leider gescheitert. Ansonsten sorgen Grautöne für unauffällige Alltagstauglichkeit, das Armaturenbrett ist der Silberstreif am Horizont.

Das Cockpit glimmt bei Dunkelheit orange, der Drehzahlmesser ist serienmäßig. Einige Bedienelemente kommen uns aus anderen japanischen Fabrikaten bekannt vor, aber (und das ist die Hauptsache) sie funktionieren alle tadellos.

Die Klimazentrale wirkt etwas spielzeughaft - „My first Air Condition“ – und ist leider auch kindergerecht weit unten positioniert. Das Strecken nach dem (serienmäßigen) CD-Radio fördert die Blutzirkulation auf längeren Autofahrten.

Ansonsten sitzt es sich gut im Captain’s Chair des Trevis, Menschen bis knapp 1,90 Meter können ohne Angst vor Dauerschäden Platz nehmen. Den Einstieg erleichtert das hohe Dach, auch die Knie bringt man schon irgendwo unter, Lenksäule und Sitz sind höhenverstellbar.

Als Interface dient ein sehr adrettes Dreispeichen-Lederlenkrad von Momo; ein haptisch ähnlich angenehmer Ersatz für den Schaltknauf-Radiergummi wird sich im Zubehörhandel auftreiben lassen.

Sofern in Reihe eins niemand allzu Großgewachsener sitzt, herrschen auch auf der Rückbank menschenwürdige Platzverhältnisse zumindest für Kurz- und Mittelstreckenfahrten. Öfter wird dort der Nachwuchs (Isofix on board, selbstverständlich) oder die Einkaufstaschen Platz finden, eigene Türen ermöglichen raschen Zugriff und erhöhen den Alltags-Nutzwert ungemein.

Dahinter ist Platz für zwei weitere Einkaufstaschen; wer größere Fracht transportieren will, muß die Rücksitze umlegen und hat dann immerhin 420 Liter Volumen und eine beinahe ebene Fläche zur Verfügung – ein Auto nicht nur für Pizzakuriere also.

Ablagefächer im Innenraum bietet vor allem das Armaturenbrett, das sich mit drei Klappen und zwei ausfahrbaren Dosenhaltern beinahe vollständig öffnen lässt. Die Türen sind erwartungsgemäß zu schlank, um wirklichen Stauraum anzubieten, dort schlummert das Leuchtwesterl und träumt vom Notfall. Der gastfreundliche Trevis sorgt sich ums leibliche Wohl seiner Insassen und offeriert insgesamt fünf Getränkehalter.

Sicherheitsmäßig trübt sich das Bild etwas. Je ein Airbag schützt Fahrer und Beifahrer, der billigere Markenbruder Cuore hätte immerhin zumindest gegen Aufpreis Seitenairbags. Auch ein ESP fehlt.

Ansonsten weist Daihatsu auf 4-Kanal-ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Gurtstraffer und Seitanaufprallschutz in den Türen hin. Das sogenannte CF-Sicherheitssystem bedient im Crash-Fall die Türentriegelung, den Warnblinker und netterweise auch das Innenlicht - möge es nie dazu kommen.

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Daihatsu Trevis 1,0 - im Test

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