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Vorsicht beim Tanken im Ausland

Tiger im Tank

Ist Gasoleo nun Benzin oder Diesel? Wie man Fehlbetankungen vermeidet, und was man tun muss, wenn es trotzdem passiert ist.

mid/ts

Tanken im Ausland ist oftmals nicht unproblematisch. Denn die Bezeichnungen der Kraftstoff-Sorten unterscheiden sich von Land zu Land, und sie sind nicht immer selbsterklärend.

In Frankreich etwa liegen Dieselfahrer mit "Gasol" richtig; tanken sie dann aber in Spanien oder Portugal "Gasolina" (Superbenzin) riskieren sie einen Motorschaden. Diesel heißt dort "Gasoleo".

In Griechenland heißt Superbenzin "Amoliwdi Wensina", beim Diesel sorgen wiederum die rumänische ("Motorina") oder die slowakische ("Nafta") Bezeichnung für Verwirrung.

Daher heißt es vor Reiseantritt: Vokabeln pauken - oder auf die Oktanzahl (Benziner) bzw. Cetanzahl (Diesel) achten.

Wobei: In manchen osteuropäischen Ländern hat Super-Benzin laut der Tank-App EnerQuick lediglich einen Oktanwert von 91. Das kann modernen Motoren nichts anhaben (die Elektronik stellt die Zündzeitpunkte um), führt aber zu reduzierter Leistung.

Statt Benzin Diesel zu tanken, ist praktisch unmöglich. Dieselmodelle haben einen größerern Einfüllstutzen, die Diesel-Zapfpistolen sind ebenfalls größer und passen somit nicht in die Einfüllstutzen von Benzinern. Was gut ist, denn beim ersten Kontakt mit Diesel hat ein Benzinmotor ausgespielt.

Umgekehrt - Benzin in ein Dieselmodell tanken - geht natürlich schon. Merkt man die Fehlbetankung nach wenigen Litern, genügt es, den großen Rest mit Diesel aufzufüllen. Ein paar Prozent Benzin verdaut ein Dieselmotor ohne weiteres.

Hat man allerdings den kompletten Tank mit Benzin befüllt, heißt es: Finger weg von Zündschlüssel! Zumindest bis eine Fachwerkstatt den falschen Kraftstoff abgepumpt und damit größere Schäden an Motor und Gemisch-Aufbereitung verhindert hat. Bemerkt man seinen Fehler erst im Fahrbetrieb, wird zumindest eine Reinigung der Einspritzanlage notwendig.

Obwohl Benzin und Diesel europaweit festen Normen unterliegen, ist das Tanken an großen Marken-Tankstellen sicherer als an kleinen No-Name-Stationen. Denn bereits kleinere Verunreinigungen schaden den empfindlichen modernen Motoren.

Vorsicht ist außerdem beim Bunkern von Sprit in Reservekanistern geboten. Gerade im osteuropäischen Ausland können Spritpreise sehr günstig sein. Hamstern im großen Stil ist aber verboten. Innerhalb der EU dürfen nur bis zu 20 Liter Benzin aus dem Ausland eingeführt werden, bei größeren Mengen ist eine Mineralölsteuer fällig.

Wer jetzt schelmisch bemerkt: "Angesichts der offenen Schengen-Grenzen eine zahnlose Regelung", sei aufgeklärt: Zollbeamte stehen zwar nicht an der Grenze, sie können aber überall in Grenznähe stichprobenartig prüfen. Hat man den Kofferraum voller Kanister und kann nicht nachweisen, dass man sie im entsprechenden Land aufgefüllt hat, heißt es: Im Zweifel gegen den Angeklagten". Und: Bei Nicht-EU-Ländern muss der Sprit generell verzollt werden.

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