AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Beat it!

Der VW Polo wirkt im neuen - ausschließlich fünftürigen - Gewand solide und ist es auch. Wir testen ihn mit dem 95 PS starken Dreizylinder-Benziner.

Georg Koman

Zugegeben, der Titel ist ziemlich daneben. Denn "Beat it!" heißt auf Deutsch soviel wie "Hau ab!" Eine solche Empfehlung wollen wir Kunden, die am VW Polo interessiert sind, wirklich nicht geben. Doch das Wortspiel in Verbindung mit der im Testwagen verbauten 300-Watt-Soundanlage von "beats" war einfach zu verlockend.

Generell haben moderne Kleinwagen allesamt die Vier-Meter-Grenze durchstoßen, die beliebtesten Motorisierungen liegen um 100 PS. Sie sind zu kleinen Allroundern mit meist fairem Preis-Leistungs-Verhältnis geworden.

Der VW Polo tritt zum Test in der beliebten 95-PS-Motorisierung aus einem Dreizylinder-Turbobenziner an - quasi dem Standardmaß im modernen Kleinwagenbau. Diese ermöglicht dank des soliden Drehmoments von 175 Nm ab 2.000 Touren kräftigen Durchzug und eine Beschleunigung von 10,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Fünf Gänge müssen in diesem Fall reichen (sechs Stück kommen erst bei 115 PS zum Einsatz), das Getriebe ist leichtgängig und über kurze Wege zu schalten, der Hebel hervorragend positioniert. Das Motorkonzept ist hörbar, doch keineswegs aufdringlich.

Wer lieber Schalten lässt, kann zum ebenfalls erhältlichen Siebengang-DSG greifen. Das erhöht den Komfort und senkt auch den Verbrauch, zudem ist es mit 1.500 Euro Aufpreis durchaus fair kalkuliert. Doch auch unsere Version mit Schaltgetriebe erwies sich im Test mit 5,4 Litern Benzinverbrauch als sehr sparsam, obwohl der Normmix-Wert bei noch spektakuläreren 4,5 Litern liegt.

VW ist sehr gut darin, seine Bruder-Modelle trotz gleicher Basisteile in der Feinabstimmung zu differenzieren. Der VW Polo rollt beispielsweise geschmeidiger ab als Seat Ibiza oder Skoda Fabia, ist generell etwas weicher gefedert.

Selbst der getestete "Highline" mit seinen serienmäßig montierten 16-Zoll-Rädern rollt geschmeidig über Schlagöcher und andere kurze Fahrbahn-Schläge.

Das ESP greift im Fall (zu) schnell angegangener Kurven relativ früh ein, allerdings angenehm sanft und niemals ruppig, die Lenkung ist direkt und exakt. Der Polo fährt sich somit agil und durchaus spaßig.

Dabei erweist sich auch seine recht neutrale Gewichtsverteilung als Fahrdynamik-Vorteil, beim kräftigen Beschleunigen muss aber relativ bald die Traktionskontrolle ran, jedenfalls auf feuchter Fahrbahn. Egal, sie ist serienmäßig, ebenso die Berganfahrhilfe.

Zwei große, gut ablesbare Rundinstrumente mit einem digitalen Multifunktionsdisplay dazwischen sind Standard, auf Wunsch kann man sich sogar voll digitalisierte Armaturen gönnen. Ebenso gehört ein großer, angenehm hoch in der Mittelkonsole platzierter Touchscreen zum guten Ton.

Der Polo trumpft mit in mehreren Farben bestellbaren Panelen und mit feinen Kunststoffen auf, auch ist sein Innendesign weniger kühl als bei VW normalerweise üblich. Das Gestühl ist erwachsen dimensioniert, straff und langstreckentauglich. Lediglich die seltsam kleinen Becherhalter fallen negativ auf.

Der Innenraum ist groß und angenehm breit geraten, selbst vier 1,90-Meter-Erwachsene sind gut unterzubringen. Das Ladevolumen reicht von 351 bis 1.125 Liter nach Umlegen der 2:1 geteilten Fondlehne - ein Top-Wert im Kleinwagenbereich.

Der Kofferraum verfügt über einen doppelten Ladeboden. Bestellt man allerdings die "beats"-Soundanlage, ist eine Positionierung des Bodens im unteren Bereich aufgrund des dort angebrachten Subwoofers (Bild rechts) nicht mehr möglich. Der Klang der 300-Watt-Anlage ist dafür mehr als überzeugend und rechtfertigt den fairen Aufpreis von rund 500 Euro locker.

Die "Highline"-Ausstattung ist mit Klimaautomatik, 16-Zoll-Alus, Sport-Komfortsitzen vorne, Multifunktions-Lederlenkrad etc. ganz passabel, aber natürlich fast beliebig via langer Aufpreisliste ausbaubar. Dort finden sich beispielsweise auch allerlei Assistenzsysteme. Mit einem Kaufpreis von 19.440 Euro ist der nunmehr grundsätzlich fünftürige VW Polo 1.0 TSI Highline kein Billigbieter. Dafür ist er solide bis in die letzte Schraube und erzielt üblicherweise Top-Preise beim Wiederverkauf.

Plus
+ sparsamer, dennoch durchzugsstarker Motor
+ souverän-komfortables Fahrverhalten
+ exzellente Material- und Verarbeitungsqualität
+ solide Werthaltung

Minus
- vergleichsweise hoher Preis
- Assistenzsysteme nur gegen Aufpreis erhältlich

Resümee
Mit seinem großzügigem Platzangebot und der hervorragenden Qualität ist auch der neue VW Polo ein Star in der Kleinwagenklasse. Preisgünstig ist er eher nicht. Umgekehrt: Wer nicht aufs Geld schauen muss, kann ihn mit einer Fülle an Extras sogar fast auf Luxus-Niveau aufpeppen.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Pirelli P Zero: Jubiläum des sportlichen Reifen

P Zero: „Vorsicht bissig“ seit 40 Jahren

Wenn sich ein Reifen in den Asphalt verbeißt wie die Derivate des Pirelli P Zero, dann klappen die Hot Laps auch auf ungewohnter Piste. Zu Besuch bei Pirelli, inklusive Headquarter, Comer See und Temple of Speed

Toyota Aygo X Play im Test

Von A nach B unter 20.000 Euro

Selbst wenn man zum Aygo X Play das Design- und das Komfort-Paket dazubestellt, steht noch lang kein Zweier an erster Preisstelle. Unterwegs mit 998 ccm und 72 PS: Da ist immer Schwung nötig und hoffentlich fährt hinten keiner mit.

Super-Test-Sommer 2025 von AUTO BILD Österreich

Werden Sie Testfahrer für ein Sommer-Weekend!

Sechs Testautos stehen bei dieser Fahraktion für die Leser der bekannten Automobilzeitschrit bereit: Erleben Sie ein Wochenende lang eine der Autoneuheiten und berichten Sie darüber in Bild und Text!

Aber nur für 18-jährige!

Seat Leon ab sofort schon ab 16.990 Euro

Dank eines Bonus bekommen Führerscheinneulinge den Seat Leon nun um 2.000 Euro günstiger. Das Angebot gilt ab dem ersten Tag im Besitz der Fahrerlaubnis.

Suzuki Snowfox mit Swift, S-Cross und Vitara

Bei Suzuki tollen wieder die Schneefüchse

Bis Ende März legt der Suzuki-Importeur die beliebten Modelle Swift, S-Cross und Vitara als Sondermodelle Snowfox auf. Das Motto dazu lautet "Baut auf Technik, vertraut auf Instinkt".

Wie Gutachter nicht nur beim Geld sparen helfen

Was tun, wenn’s kracht?

Ein Verkehrsunfall bringt mehr als nur Blechschäden mit sich. Unsicherheit, der Stress der Regulierung und das Risiko, finanzielle Einbußen zu erleiden, sind meist mit an Bord. Hier kommen unabhängige Kfz-Gutachter ins Spiel.