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Mächtig beflügelt und mit Feuer unter der Haube

Nachdem Honda schon vor einiger Zeit den neuen Honda Civic, bei uns ausschließlich als Hybrid zu haben, enthüllt hat, legen die Japaner nun mit dem Type-R ordentlich einen drauf. Mit einer überarbeiteten Version des Vorgänger-Motors uns somit ohne jedwede Elektrifizierung, dafür mit gewohnt ausladendem Flügel und breiten Backen will der neue FF-Sportler zum Klassen-König der Rennstrecken werden.

Eines vorweg: Technische Daten und Leistungswerte lässt sich Honda noch nicht entlocken. Mit kw/PS, Newtonmeter oder Null-Hundert-Werten können wir also noch genauso wenig dienen wie mit dem Durchschnittsverbrauch. Dennoch ist es nicht schwer sich zumindest grob auszumalen, wo wir da so landen werden. Unter der natürlich wieder luftgehutzten Haube steckt nämlich kein ganz neuer Murl, sondern eine weiterentwickelte Version des Vorgängers. Konkret wurde der Turbo verbessert: sowohl die Turbine selbst, als auch Schaufelanzahl und die Form wurden optimiert, um die Leistung zu steigern und den Luftstrom durch den Turbo zu verbessern. Das Ergebnis ist laut Honda "der stärkste VTEC Turbomotor im Type R". Bedenkt man, dass der Vorgänger immerhin stolze 320 PS und 400 Nm in die Vorderachse gedrückt hat, kann man sich bereits ungefähr vorstellen, was der neue so zu leisten vermag. Zudem verspricht Honda: "Das überarbeitete, hocheffiziente Auspuffsystem (wieder mit Dreifach-Auspuff-Design, Anm. der Red.) trägt zusammen mit den oben genannten Maßnahmen dazu bei, das Leistungsgewicht, das Drehmoment und die Höchstgeschwindigkeit der vorherigen Generation des Type R zu verbessern und macht den Civic Type R 2023 zu einem der leistungsstärksten Fahrzeuge pro Liter in seiner Klasse." Klingt durchaus vollmundig. Wer allerdings schon einmal einen der letzten beiden Type-R gefahren hat weiß, dass man Honda in dieser Hinsicht durchaus ernst nehmen darf.

Auch sonst wurde technisch viel vom grandiosen Vorgänger übernommen, aber verfeinert. Zum Beispiel das Sechsgang-Schaltgetriebe mit Zwischengasfunktion fürs Zurückschalten. Auch die Brembo-Bremsanlage mit Doppelscheiben wurde beibehalten. Und für alle, die tatsächlich öfter einmal Rennstrecken in Angriff nehmen wollen, gibt es gleich zwei weitere, gute Neuigkeiten: Einerseits wurde der Motorkühler verbessert um den Motor noch standfester zu machen und andererseits wurde der Honda LogR Datenlogger überarbeitet und kombiniert jetzt, Zitat, "die durch die Fahrzeugsensoren gesammelten Leistungsdaten mit einer Smartphone-App, die dem Fahrer die Aufzeichnung und Überwachung einer Vielzahl von Messwerten in Echtzeit bietet. Zu den wichtigsten Funktionen gehören eine Stoppuhr zur Aufzeichnung der Rundenzeiten, eine 3D-Darstellung der Reibungsfläche der Reifen, die die maximal erreichbare Reifengesamtkraft angibt, eine innovative Scoring-Funktion, welche die Fahrer dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten auf der Rennstrecke zu verbessern, und vieles mehr – alles mit dem Ziel, den Fahrer zu unterstützen und ihm damit noch sicherere, präzisere und schrittweise schnellere Rundenzeiten auf der Strecke zu ermöglichen."

All das sollte sich auch in tatsächlichen Rundenzeiten gut niederschlagen. Immerhin hat Honda schon jetzt stolz verkündet mit dem neuen Type-R bereits einen neuen Rundenrekord in Suzuka für frontgetriebene Straßenwagen aufgestellt zu haben.

Noch ein paar Worte zur Optik: Die Silhouette des "normalen" Civic wurde an und für sich beibehalten, dennoch wurde der Wagen für seine Sportversion relativ umfangreich modifiziert. Die Radkästen sind allesamt weiter ausgestellt, für einen stimmigen Look dementsprechend sogar die hinteren Türen neu. Zudem durchziehen wieder diverse Lufthutzen den Wagen, die laut Honda auch allesamt tatsächliche, aerodynamische Funktioen haben, bzw. der Kühlung zB der Bremsen dienen sollen, die hinter den dicken 19-Zoll-Alus sitzen, die natürlich ebenso wie die aufgezogenen Michelin Pilot Sport 4S eigens für das Auto entwickelt wurden. Optisches Highlight der Außenhaut ist aber - Civic Type-R-typisch - freilich wieder der Heckspoiler. Dieser wurde diesmal weiter nach hinten geneigt, niedriger montiert aber dafür breiter ausgeführt als beim Vorgänger und ist mit neuen Aluminium-Druckguss-Halterungen befestigt. Das soll seinen Auftritt gesamt "breiter" machen.

Innen wartet neben den obligatorischen roten Zierelementen vor allem neues Sportgestühl mit Wildleder-Imitat. Zudem dürfen sich Fahrer auf nunmehr vier statt wie bisher drei Fahrmodi freuen: zu den Bekannten Komfort-, Sport- und +R-Modus kam der neue „Individual“-Modus hinzu, der es erlaubt, die Einstellungen für Motor, Lenkung, Federung und Motor-Sound nach Belieben zu kombinieren.

Die Markteinführung des neuen Top-Hondas ist Anfang 2023 geplant. Preise und andere Daten werden somit erst später dieses Jahr bekannt gegeben. Immerhin aber kennen wir die Farbauswahl schon: Championship White, Rallye Red, Racing Blue Pearl, Crystal Black Pearl und Sonic Grey Pearl.

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