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VW Tiguan Allspace (2022) im Test

Verlängerter ohne (Strom-)Schlag

Es muss nicht immer Oberklasse sein, wenn man First Class reisen will. Der Tiguan Allspace kann dickeren SUV Paroli bieten, wenn bei
Familie Langbein der ganz große Trip mit Kindern, Kuchl, Kabinett ansteht.

Bernhard Katzinger

Um die Chinesen rankte sich in meiner Jugend so mancher Mythos. Wenn die alle auf Sessel steigen und gleichzeitig runterspringen, ist bei uns Erdbeben, hieß es. Die sind zwar klein, können aber dank Kung-Fu auch die Großen vermöbeln, hieß es. Davon allerdings, dass die Bewohner des Reichs der Mitte gern in sehr großen Autos fahren, davon war nie die Rede.

Gefragtes Raumwunder
Die deutschen Autobauer, die davon ebenfalls noch nie etwas gehört hatten, tüftelten eifrig und präsentierten dann ihre Antworten auf den neuesten "fun fact" aus dem mittlerweile größten Automarkt der Welt. Volkswagen verlängerte den Tiguan und siehe da: Großes Kung-Fu, fanden nicht nur die Chinesen. Auch im guten alten Abendland und in der Neuen Welt goutierten die Menschen die Neuentdeckung der Beinfreiheit. Oder, wahlweise, die Möglichkeit, zu siebt im Auto Platz zu nehmen. Deshalb werden seither lange Tiguans nicht nur für die Chinesen (von SAIC in Shanghai) gebaut, sondern (in Amerika) auch für alle anderen.

Nach dem jüngsten Facelift ist der Tiguan Allspace – so heißt der Lange in unseren Breiten – technisch auf dem Letztstand, mit neuem Assistenzsystem "We Connect"-Onlinedienste oder einem Travel Assist, der bis 210 km/h teilautonomes Fahren im Rahmen des Erlaubten realisiert.

Killerargument ist und bleibt das Platzangebot, Fondpassagiere reisen im Fünfsitzer absolut First Class, beim Packmeister sorgt auch vor dem langen Familienurlaub der Gepäckraum für die ganz große Entspannung. Von den Antrieben durften wir den 2.0-TDI mit 200 PS in R-Line-Ausstattung probieren, der serienmäßig über 7-Gang-DSG und Allradantrieb verfügt und der sich im Test um die acht Liter genehmigte.

Souverän ohne Öko-Anspruch
An Souveränität ist dieses Paket kaum zu überbieten, in dem Auto lässt es sich komfortabel weit wegfahren, aber die Reichweitenangst war bei Dieselfahrern noch nie sehr ausgeprägt. Im Öko-Kapitel verweist der Hersteller zwar auf zwei SCR-Kats mit separater AdBlue-Einspritzung und einen Normverbrauch unter sieben Liter, auf das Greenpeace-Öko-Gütesiegel wird der Tiguan Allspace vergeblich hoffen. Ähnliches gilt für die angebotenen TSI-Benziner, trotz ACT-Zylinderabschaltung. Auf Elektrifizierungsmaßnahmen muss man zumindest in Europa beim langen Tiguan gänzlich verzichten, in Fernost baut SAIC eine Variante mit Plug-in-Hybrid.

Technische Daten:
VW Tiguan Allspace R-Line 2,0 TDI SCR 4Motion
Hubraum | Zylinder:
1.968 cm3 | 4
Leistung 200 PS (147 kW)
Drehmoment 400 Nm bei 1.750/min
0–100 km/h | Vmax 7,8 s | 216 km/h
Getriebe | Antrieb 7-Gang DSG | Allrad
Ø-Verbrauch | CO2 6,6 l D | 174 g/km (EU6d)
Kofferraum | Zuladung 760–1.920 l | 570 kg
Basispreis | NoVA 56.400 € (inkl.) | 13–18 %

Das gefällt uns: First Class-Verreisen
Das vermissen wir: das Öko-Gütesiegel
Die Alternativen: Kia Sorento PHEV, Seat Tarraco, Mazda CX-5

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