AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Potenz-Plus

Downsizing ist in: kleiner Motor, kleiner Verbrauch. Doch beim Polo GTI fährt VW in die Gegenrichtung. Das Motto: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen.

Michael Specht/mid

VW rüstet den Polo GTI nun mit einem größeren Motor aus: Aus 1,4 Liter Hubraum werden 1,8 Liter und aus 132 kW/180 PS jetzt 141 kW/192 PS.

In Kombination mit dem erstmals verstellbaren Fahrwerk dürfte das für eine Menge Fahrspaß sorgen - und den potenten Polo einmal mehr zum Klassenkönig machen.

Zwar ließen sich auch schon mit dem Vorgänger Fahrer großer Limousinen auf der linken Spur ärgern - denn 180 PS trieben das Kompaktmodell aus dem Stand in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 -, doch vielen Kunden war dies offenbar nicht sportlich genug.

Damit rechtfertigt zumindest Volkswagen die verabreichte Leistungskur. Jetzt schafft der kleine Deutsch-Spanier - er wird in Pamplona gebaut - den Sprint in 6,7 Sekunden. Ein Unterschied, der viel beeindruckender ist, als man es aufgrund der Leistungssteigerung um 12 PS erwartet hätte.

Der Grund dafür ist im Hubraum zu suchen und zu finden: Dem Polo GTI packten die Entwickler statt des 1,4-Liter-Vierzylinders mit Turbo und Kompressor nun den im Konzern häufig verwendeten 1.8 TSI unter die Haube.

Das moderne Turbo-Aggregat schickt zwölf PS mehr und - viel wichtiger - zusätzliche 70 Newtonmeter an Drehmoment an das Getriebe, was die Elastizität aus niedrigen Drehzahlen spürbar verbessert. Doch damit nicht genug: Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es den Polo GTI auch mit einer manuellen Schaltbox.

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ist auch jetzt wieder erhältlich. Mit ihm verbraucht der Kompaktsportler ohne Performance-Verlust nach ECE-Norm nur 5,6 Liter statt 6,0 Liter Benzin. Aufgrund des Verbrauchsvorteils kostet es in Österreich auch nur 1.060 Euro Aufpreis (Deutschland: 1.500 Euro). Das manuelle Getriebe lässt sich allerdings leicht und präzise schalten.

Wie professionell die Volkswagen-Ingenieure beim Polo vorgegangen sind, zeigte sich schon in den ersten Kurven auf einer abgesperrten Rennstrecke in der Nähe von Valencia; ein ideales Revier für eine Granate dieses Kalibers. Von Krawall jedoch keine Spur.

Ausgewogen, souverän und geschmeidig lässt sich der Wolfsburger zielgenau und handlich über die Piste jagen, bleibt auch im Grenzbereich bestens beherrschbar. Die jetzt elektromechanische Lenkung und das Fahrwerk wirken perfekt aufeinander abgestimmt. Selten hat ein Kleinwagen so viel Fahrspaß bereitet.

Zwar reden die Entwickler nicht offen über die Konkurrenz, aber es sickerte schon durch, dass keiner der vergleichbaren Gegner hier mithält. Zudem verfügt der Polo GTI nicht nur serienmäßig über eine elektronische Differenzialsperre (XTS+), sondern auch über ein zweistufiges elektronisches Stabilitätssystem (ESC).

Einmal gedrückt ist die Traktionskontrolle aus und das DSG arbeitet mit verkürzten Schaltstufen. Drei Sekunden gedrückt wechselt das ESC in den Sportmodus, regelt nun später ab und lässt leichte Drifts zu. Gegen Aufpreis bietet VW noch einen sogenannten "Sport Performance Kit" an. Damit werden die Dämpfer härter und die Lenkung spitzer. Die Gasannahme erfolgt spontaner und der Sound des Motors ist lauter.

Doch auch abseits der Rennpiste zeigt der Polo GTI viel Professionalität. Seine Federung ist trotz aller Betonung auf Sportlichkeit ausgewogen, weil sämtliche Achsführungslager in Längsrichtung weich und nur in Querrichtung härter ausgelegt wurden. Auch Rad- und Windgeräusche existieren praktisch nicht. Der Polo rollt fast so komfortabel wie ein Golf.

Zu aller Hightech spendiert Volkswagen seinem Power-Polo jede Menge typischer GTI-Applikationen - außen wie innen. Hierzu zählen der schwarze Plastikgrill in Wabenstruktur mit seiner bis in die Scheinwerfer reichenden roten Leiste, Dachspoiler und Doppelrohrauspuff, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und rote Bremssättel.

Im Cockpit sorgen ein dickes und unten abgeflachtes Dreispeichen-Lenkrad, Sportsitze mit Karo-Bezug und rote Ziernähte für eine Prise Rennatmosphäre. Was Bedienbarkeit, Sitzkomfort, Verarbeitung und Materialanmutung angehen, kann man dem Polo GTI sowieso nichts vorwerfen.

Im Februar soll die Topversion beim Händler stehen, zum Österreich-Preis ab 23.690 Euro (Deutschland: 22.275 Euro) für den Zweitürer, der Viertürer kostet um 610 Euro mehr.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Toyota Aygo X Play im Test

Von A nach B unter 20.000 Euro

Selbst wenn man zum Aygo X Play das Design- und das Komfort-Paket dazubestellt, steht noch lang kein Zweier an erster Preisstelle. Unterwegs mit 998 ccm und 72 PS: Da ist immer Schwung nötig und hoffentlich fährt hinten keiner mit.

Wie Gutachter nicht nur beim Geld sparen helfen

Was tun, wenn’s kracht?

Ein Verkehrsunfall bringt mehr als nur Blechschäden mit sich. Unsicherheit, der Stress der Regulierung und das Risiko, finanzielle Einbußen zu erleiden, sind meist mit an Bord. Hier kommen unabhängige Kfz-Gutachter ins Spiel.

Wie innovative Komponenten die Fahrzeugdynamik revolutionieren

Moderne Antriebstechnik im Wandel

Die Automobilindustrie erlebt derzeit eine technische Revolution, die weit über Elektromobilität hinausgeht. Während sich die Aufmerksamkeit oft auf Batterien und Elektromotoren richtet, vollziehen sich im Bereich der mechanischen Kraftübertragung ebenso bemerkenswerte Entwicklungen.

Was passt zu Ihrem Alltag?

Auto-Abo, Carsharing oder eigenes Fahrzeug

Mobilität als Alltagskonzept verändert sich. Während das eigene Auto jahrzehntelang als selbstverständlich galt, stehen heute gleich mehrere Alternativen zur Verfügung. Auto-Abos, stationsbasiertes oder freies Carsharing und klassische Kaufmodelle konkurrieren miteinander.

Do-it-yourself-Wartungen und -Reparaturen

Die perfekte Heim-Werkstatt für Motorrad- und Autoliebhaber

Für viele Motorrad- und Autoliebhaber ist eine eigene Heim-Werkstatt die Idealvorstellung. Zwischen Werkzeugschrank, Hebebühne und Schrauberhocker soll ein Bereich entstehen, in dem Wartungen, Reparaturen und Umbauten in Ruhe durchgeführt werden können.

Aber nur für 18-jährige!

Seat Leon ab sofort schon ab 16.990 Euro

Dank eines Bonus bekommen Führerscheinneulinge den Seat Leon nun um 2.000 Euro günstiger. Das Angebot gilt ab dem ersten Tag im Besitz der Fahrerlaubnis.