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Alle unter Strom

Beim neuen Smart kommen nicht Fortwo Coupé und Cabrio mit Elektroantrieb, auch der viersitzige Forfour wird zum Stromer. Erster Test.

mid/mk

Der Smart electric drive ist in der neuesten Generation kräftiger geworden, seine Leistung ist auf 60 kW/81 PS gestiegen, was das Fortwo Coupé in 11,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen lässt.

Auch beim Drehmoment hat der kleinste Daimler zugelegt, 160 Newtonmeter liefert er aus dem Stand heraus ab. Das klingt nicht nach viel, macht dem 2,69 Meter langen Zweisitzer aber ordentlich Beine. Im Stadtverkehr zumindest hat er keine Mühe, sich die Pole Position zu erobern, und das lokal emissionsfrei und leise.

Gestiegen ist gleichzeitig die Reichweite des City-Flitzers. Die Batterie - rund 160 Kilogramm schwer - stammt aus Deutschland und wird vom Daimler-Tochterunternehmen Accumotion im sächsischen Kamenz hergestellt.

Dort werden pro Stück 94 einzelne Lithium-Ionen-Zellen zusammengesetzt und speichern dann 17,6 kWh. Das reicht dem Fortwo bei Normverbrauch für 160 Kilometer Reichweite. Damit die Energie nicht allzu schnell verzehrt wird, haben die Entwickler die Höchstgeschwindigkeit des Mini-Stromers auf 130 km/h begrenzt, im besonders effizienten Ecomodus erreicht der Smart gar nur noch 110 km/h. Theoretisch, so heißt es, wären 160 km/h drin, bei diesem Tempo jedoch würde sich die Reichweite um mindestens die Hälfte reduzieren.

Die Ladezeiten des Akkus hängen von der Stromstärke ab. Beim Anschluss an eine Wallbox mit 7,8 kW Leistung braucht es etwa 3,5 Stunden, bis die leere Batterie wieder zu 100 Prozent gefüllt ist. Das ist deutlich weniger als der Vorgang beim Vorgänger gedauert hat, ein um 30 Prozent schnelleres Lademodul an Bord ist der Grund dafür.

Noch flotter geht es freilich mit dem 22 kW starken Schnelllader, der beim Anschluss an kräftigere Stromquellen den Smart-Akku in 45 Minuten auf 80 Prozent seiner Kapazität bringt. Rund 1.200 Euro kostet der als Option angebotene Ladefix.

Geladen wird die Batterie jedoch auch beim Verzögern. Dabei hilft als Neuheit die adaptive Geschwindigkeits- und Abstandskontrolle bei der Einschätzung, ob kinetische Energie zum antriebslosen Rollen genutzt werden oder lieber über die Rekuperation wieder als Strom zurück in den Akku fließen soll.

Ist die Strecke vor dem Radarauge frei, schaltet die Übersetzung in den Freilauf. Werden andere Fahrzeuge detektiert, die den Weg versperren, wird der Motor durch Umpolung zum Generator, bremst den Wagen dadurch ab und holt sich dabei einen Teil des Energieeinsatzes wieder zurück.

Damit die Reichweite unter keinen Umständen leidet, bekommt der Smart eine programmierbare Heizung und eine ebensolche Klimaanlage, die vorzugsweise dann heizen oder kühlen, wenn der Wagen noch an der Ladestation steht und die benötigte Energie von dort bezogen wird.

Die Vorklimatisierung wird auf PC, Tablet oder Smartphone per App gestartet und kann auch ohne Anschluss ans Stromnetz genutzt werden. Dann allerdings ist die Phase der Klimatisierung vor Fahrtantritt auf fünf Minuten begrenzt.

Neben den vielen urbanen Vorzügen, die das Wägelchen bietet, bringt der E-Antrieb Ruhe in die Fortbewegung. Denn während das Doppelkupplungsgetriebe im konventionell motorisierten Smart beim Übersetzungswechsel trotz feiner Abstimmung wegen des kurzen Radstands von 1,87 Meter immer zu einer Nickbewegung führt, nimmt der elektrische Smart ruckfrei und druckvoll Fahrt auf.

Ach ja, der Preis. Der ist gar nicht mal unattraktiv und liegt in Deutschland bei 21.940 Euro für das Smart Coupé ED. Einschließlich der Batterie, für die andere Anbieter gerne eine monatliche Miete verlangen.

Der Österreich-Preis läge demnach bei ca. 22.150 Euro, allerdings ist hierzulande der Schnellader (1.200 Euro) serienmäßig, weshalb der Smart Electric Drive in Österreich erst ab Herbst 2017 zum Preis von ca. 23.350 Euro erhältlich sein wird.

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