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Over the top

Modellathlet im feinen Business-Dress: Der neue BMW M760Li zeigt, was in ihm steckt - nicht protzig, sondern mit einer Portion Understatement.

mid/rhu

Sehr viel Platz, sehr viel Luxus und Komfort - und sehr viel Leistung: Diese Kombination hat die BMW M GmbH mit dem Topmodell der 7er-Reihe auf die Räder gestellt.

Der jüngste Streich der sportlichen BMW-Tochter namens M760iL xDrive sprintet wie ein waschechter Sportler und vermittelt die entspannte Gewissheit, dass auf Wunsch in Sekundenbruchteilen beeindruckende Kräfte zur Verfügung stehen. Und zwar exakt 448 kW/610 PS, um es auf den Punkt zu bringen.

Viele Skeptiker haben angesichts weltweiter Downsizing-Aktivitäten längst ihr Ende verkündet. Aber noch leben sie, die Zwölfzylinder. Im Fall des neuen 7er-Topatlethen handelt es sich um ein 6,6-Liter-V-Triebwerk mit Doppelturbo, das sein beeindruckendes maximales Drehmoment von 800 Nm bereits bei 1.550 Nm bereitstellt.

Was das in der Realität bedeutet, lässt sich im normalen Straßenverkehr nur in Ansätzen nachvollziehen. Drum baten die Münchner beim ersten Kennenlernen des Zwölfenders nicht nur auf amerikanische Highways und Landstraßen rund um Palm Springs, sondern auch auf die Rennstrecke.

Wedeln mit einer mehr als zwei Tonnen schweren Luxuslimousine, mit hohem Tempo auf Ideallinie im Kurvengeschlängel, fulminanter Launch Control-Start an der Reifen-Haftgrenze? Aber ja, das geht. Und wie. Dank eines extrem aufwändigen Fahrwerks, dem die Wankneigung weitgehend abgewöhnt wurde, reichlich Elektronik, Allradlenkung und Allradantrieb gerät dieser Programmpunkt zur beeindruckend-rasanten Kür.

Hebel der Achtgang-Automatik in die linke, die sportliche Position, Fahrerlebnisschalter auf Sport, Stabilitätsprogramm auf "Traction" - und ab geht's. Es wirkt, als würde der M760iL seine Pfunde einfach an der Startlinie zurücklassen, so leichtfüßig und exakt geht es ums Eck. Ob sehr schnelle, langgezogene Kombination oder enges Kurvengeschlängel - der große Münchner erledigt diese Aufgaben mit beeindruckender Souveränität. Um dann auf der langen Geraden mit sonorem Gebrüll aus der Sportauspuffanlage mit den zwei Doppelendrohren gewaltig loszufegen.

Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der Luxus-Bolide in äußerst beachtlichen 3,5 Sekunden. Abgeregelt wird bei 250, auf Wunsch bei 305 km/h. Und wenn er dürfte, wie er wollte, wäre erst bei 345 Sachen Schluss. Das haben die Techniker bei Abstimmungsfahrten auf dem Testgelände im französischen Miramar nachgemessen.

Dass dieses engagierte und anspruchsvolle Sportprogramm nicht ohne den entsprechenden Flüssigkeitsnachschub aus dem Tank möglich ist, versteht sich von selbst. 12,8 Liter genehmigt sich die feine Sportlimousine auf dem Verbrauchs-Prüfstand, bei den Testfahrten auf streng limitierten US-Straßen war dieser Wert in etwa zu erreichen, in der bundesdeutschen Realität dürfte bei sehr schnellen Einsätzen durchaus öfter mal eine Zwei vorne stehen: Von nichts kommt nichts.

Optische Kraftmeierei ist dem M-7er fremd. Seine ausgeprägten Muskeln spielen unter einem fein gezeichneten Kleid, auf dem durch eine ganze Reihe von Applikationen auf seine Ausnahmestellung und seine Motorisierung hingewiesen wird.

Diese deutliche, aber nicht übertriebene optische Positionierung setzt sich im Innenraum fort, hier sorgen beispielsweise Leder, Alcantara, Klavierlack, Chrom und die Einstiegsleisten mit beleuchtetem V12-Logo für ein klares Signal: Luxus, ja, Protz nein, so die Devise. Man könnte auch sagen: Das haben die Designer geschmackssicher hingekriegt.

Noch stärker wird dieser Eindruck bei der alternativ lieferbaren Excellence-Variante, bei der etwa durch den Wegfall des Aerodynamikpakets und eine Reihe weiterer Maßnahmen der Schwerpunkt noch stärker auf gediegener Eleganz liegt.

Bei Elektronik und Vernetzung spielt der starke7er in derselben Liga wie seine Baureihen-Kollegen, das bedeutet eine Vielzahl von Assistenzsystemen etwa mit Lenk- und Spurführung, Gestensteuerung oder ein Surround-View-System mit 3D- und Panorama-Ansicht im
Control Display.

Die Bedienung ist dank des logischen Menü-Aufbaus trotz ihrer beeindruckenden Komplexität vergleichsweise einfach und lenkt nicht vom eigentlichen Sinn der Sache ab: der Freude an modernster Technik, mehr als reichlich Kraft und Luxus. Bezahlen lässt sich BMW das mit mindestens 218.500 Euro (Deutschland: 166.900 Euro).

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