Autowelt

Inhalt

Neuer Nissan e-NV200 Evalia - erster Test Nissan e-NV200 Evalia 2018

Lautlose Alltagshilfe

Nissan hat seinem e-NV200 Evalia eine fast doppelt so große Batterie verpasst. Statt 24 sorgen nun 40 Kilowattstunden für ein sattes Mehr an Kilometern.

mid/som

Hier geht's zu den Bildern

Nissan hat seinem e-NV200 Evalia eine fast doppelt so große Batterie verpasst. Statt 24 sorgen nun 40 Kilowattstunden für ein Mehr an Kilometern. Nach dem überarbeiteten WLTP-Zyklus sind nun kombiniert 200 Kilometer möglich. Die NEFZ-Märchen-Reichweite von 280 Kilometer bleibt auch beim neuen Evalia pure Utopie.

Der inklusive Batterie ab 42.444 Euro (Deutschland: 41.690 Euro) teure Nissan e-NV200 Evalia überzeugt auf den ersten Blick durch sein modernes Äußeres. Was wiederum ein wenig über die Tatsache hinweghilft, dass er ja eigentlich als Nutzfahrzeug konzipiert worden ist.

Na gut, die Blattfedern an der hinteren Starrachse schaffen es nicht ganz, diese ursprüngliche Konstruktionsidee während der Fahrt auf unebener Straße zu überspielen - zu hart und sprunghaft wirkt die Hinterachse. Aber dafür bietet der Evalia genau das, wovon eine Großfamilie mit bis zu sieben Mitgliedern träumt: viel Platz.

Mit viel Platz sind mindestens 870 Liter Gepäckraum gemeint, wenn zugleich Gebrauch von den beiden zusätzlichen Sitzplätzen in der dritten Reihe gemacht wird. Problematisch wird es allerdings, wenn alle sechs Mitfahrer zusammen mehr als 561 Kilogramm auf die Waage bringen (entspricht einem Durchschnittsgewicht von 93,5 Kilogramm pro Person). Denn dann ist das zulässige Gesamtgewicht erreicht und das Gepäck muss draußen bleiben.

Wird aus dem Siebensitzer durch Umklappen der beiden Klappsitze ein Fünfsitzer, stehen 2.000 Liter Gepäckraum zur Verfügung. Wird auch die zweite Reihe umgeklappt, addieren sich nochmals 940 Liter hinzu. Das Besondere ist aber noch nicht einmal das pure Volumen, sondern die Tatsache, dass mit einem Einkaufswagen sogar ein Stückchen in den Kofferraum hineingefahren werden kann.

Zu verdanken haben es seine Besitzer der mit 52 Zentimeter sehr niedrig ausgefallenen Ladekante. Gleichzeitig bietet die gewaltige und nach hinten sehr viel Platz zum Aufschwingen benötigende Heckklappe einem 1,90 Meter-Menschen stehend Unterschlupf. Bei Regen eine geradezu perfekte Konstellation.

Der Innenraum ist spartanisch - oder wie ein Familienvater sagen würde, leicht zu säubern - mit viel Plastik und wenig Schnörkel ausgestattet. Ablagefächer, Klapptische und die Möglichkeit, drei Sitzerhöhungen nebeneinander auf der Rückbank zu installieren sprechen für ihn. Einzig die wie Schießscharten geschnittenen kleinen Schiebefenster an den beiden, für enge Parksituationen sehr praktischen Schiebetüren sind nicht gerade kinderfreundlich.

Ist der 1,7 Tonnen schwere und 80 kW/109 PS starke Nissan e-NV200 Evalia erstmal beladen, verhält er sich auf der Straße wie ein typischer Stromer. Bei voll durchgedrücktem Strompedal sorgen 254 Newtonmeter sofort und ohne Verzögerung für eine satte Beschleunigung.

Wer den rechts unterhalb der Lenksäule positionieren Knopf zur Deaktivierung der akustischen Warngeräusche drückt, hat nicht nur beim Rückwärtsfahren kein Eismann-Klingeln, sondern auch beim langsamen Vorwärtsfahren nicht mehr das UFO-ähnliche Summen im Ohr.

Von der mit 123 Kilometer pro Stunde angegebenen Höchstgeschwindigkeit macht jeder Nissan-Fahrer wahrscheinlich nur ein einziges Mal Gebrauch. Zu hoch ist dann der Stromverbrauch. Seine Sprintzeit von 14 Sekunden bis Tempo 100 wirkt aufgrund der Lautlosigkeit immer noch schneller als sie eigentlich ist.

Wird der Strom trotz doppelt so großer Batterie mal wieder knapp, gibt es drei verschiedene Anschluss- und damit auch Zeit-Möglichkeiten sich welchen zu beschaffen: Über die haushaltsübliche Steckdose in rund 12 Stunden, per Wallbox oder an der Ladesäule an der Straße einem Drittel der Zeit oder per Gleichstrom-Schnelllader CHAdeMO.

Einem Gerücht zufolge soll CHAdeMO eine Ableitung vom japanischen Satz "O cha demo ikaga desuka" - "Wie wäre es mit einer Tasse Tee?" sein. Der Name weißt demnach schon auf die Tatsache hin, dass in nur einer halben Stunde, also einer Teepause, die Batterie bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden kann.

Fünftüriger Kastenwagen, Länge/Breite (m. Sp.) /Höhe/Radstand in Millimeter: 4.560/2.011/1.755/2.725; Wendekreis: 11,13 m, Gewicht: 1.689 kg; Zuladung: 561 kg; Sitzkapazität: 7; Kofferraumvolumen: 870 - 2.940 l.
Elektromotor: EM57-Wechselstrom synchron; Batterietyp: Laminierte Lithium-Ionen; Speicherkapazität: 40,0 kWh; Reichweite (WLTP): 200 km; Leistung: 80 kW (109 PS) bei 3.008 - 10.000 U/min; Drehmoment: 254 Nm bei 0 - 3.008 U/min; Getriebe: RN1F61B; Höchstgeschwindigkeit: 123 km/h; 0-100 km/h: 14,0 s; Antrieb: Front; Verbrauch (WLTP): 25,9 kWh/100 km; CO2-Ausstoß: 0 g/km.
Österreich-Preis: 42.444 Euro inkl. Batterie (Deutschland: 41.690 Euro).

Drucken

Ähnliche Themen:

05.02.2018
Stromschlag

Mit einer Investition von sechs Mrd. Euro bis 2022 in Plug-in-Hybride und E-Fahrzeuge will Porsche der Elektromobilität auf die Sprünge helfen.

03.10.2017
Luxus-Leaf

Die zweite Generation des Elektroautos Nissan Leaf ist ab sofort als voll ausgestattete Vorverkaufs-Sonderedition "2.ZERO Edition" erhältlich.

24.04.2017
Blitzsauber

Der Opel Ampera-e ist bald bestellbar und hat auf dem Papier die Nase gegenüber der Elektro-Konkurrenz vorn. Wie gut er ist, zeigt der erste Test.

Schnäppchen Erstes Seat-Modell feiert 65. Geburtstag

Der erste Seat 1400 wurde als Premiere-Modell der katalanischen Marke am 13. November 1953 gefertigt. Er kostete umgerechnet 705 Euro.

Formel 1: Interview Grosjean über seine wechselhafte Saison

Schlecht begonnen, dann enorm gesteigert: Romain Grosjeans Saison war eine zweier Halbzeiten. Der Franzose ist stolz auf die Wende.

Zwei mit Charakter Triumph Scrambler 1200 XC und 1200 XE

Retro-Vorreiter Triumph präsentiert zwei neue Modelle mit modernen Features und klassischem Äußeren - die Scrambler 1200 XC und XE.

Viertelmillionäre Ford verkaufte 2018 in Europa 259.000 SUV

Im SUV-Segment hat Ford in diesem Jahr europaweit 259.000 Fahrzeuge verkauft. Mehr als jeder fünfte in Europa verkaufte Ford ist ein SUV.