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Opel Insignia 4x4 und Adam Cup Winter Training

Quertreiben statt Schneetreiben

Fahren auf Schnee und Eis kann richtig Spaß machen. Auf gesperrten Strecken und mit dem Opel Insignia 4x4 bzw. dem Opel Adam Cup.

Text: Johannes Toth; Fotos: Johannes Toth (5), Opel (6)

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Jeden November beginnt Franz Schiefer mit dem Aufbau der Piste. In der kältesten und schneesichersten Region Österreichs, dem Salzburger Lungau, spritzt der ehemalige Eis-Speedwayfahrer mit seinem Traktor täglich Wasser auf das Trainingsgelände, bis zumindest 30 Zentimeter Eis einen perfekten Untergrund für die Winterfahrkurse ergeben.

Das wissen auch die Instruktoren des Opel Winter Training – allesamt echte Motorsport-Kapazunder – zu schätzen. Sie lehren Normal-Autofahrern das Fahrzeug zum einen mit mehr Sicherheit und Fahrgefühl auf rutschigen Fahrbahnen und in damit zusammenhängenden gefährlichen Verkehrssituationen zu bewegen.

Zum anderen – und deswegen waren wohl die meisten Teilnehmer hier – spornen sie dazu an, als Fahrer sein Fahrzeug in Grenzsituationen zu bringen und diese auch zu bewältigen. Damit das zusätzlich mit maximalem Fahrspaß verbunden ist, stehen dementsprechende Autos bereit: Allrad-getriebene Opel Insignia 4x4 mit 210 Diesel- sowie 260 Benzin PS.

Prinzipiell lassen sich ja mit vier angetriebenen Rädern die Antriebskräfte deutlich besser auf die Straße übertragen. Sowohl auf trockenem Asphalt, sowie natürlich besonders auf nassem oder mit Schnee bzw Eis bedecktem Untergrund. Und da hat Opel im Insignia noch eine Spezialität verbaut, die zusätzlich für agileres Fahrverhalten sorgt.

#Stichwort Torque Vectoring – zu deutsch Drehmomentverteilung. Um ein ausbrechendes Fahrzeug in der Spur zu halten, wird seit einigen Jahren in fast alle Autos das ESC (Elektronische Stabilitätskontrolle) eingebaut. Dabei wird durch gezielte einseitige Bremseingriffe das Schleudern unterbunden.

Weil ein Bremseingriff das Fahrzeug naturgemäß verlangsamt, wurde für die sportlichen Fahrer unter uns wenig später Torque Vectoring entwickelt. Statt das kurveninnere Rad abzubremsen, wird das kurvenäußere Rad mit mehr Drehmoment versorgt, – wodurch das Fahrzeug ebenso stabil durch die Kurve fährt, bloß mit höherer Geschwindigkeit.

Genau dieses System haben die Opel Techniker dem Insignia 4x4 verpasst und verschaffen ihm dadurch ein weit agileres Fahrverhalten, das auch für mehr Fahrspass im Schnee sorgt. Denn sobald der Fahrer einlenkt, beginnen die verschiedensten Sensoren ihre bis zu 100 Daten pro Sekunde an die zentrale Steuereinheit zu senden.

Unter Berücksichtigung von unter anderem Geschwindigkeit, Lenkwinkel, Quer- und Längsbeschleunigung, Raddrehzahl und der Gierrate (Drehung eines Fahrzeugs um die Hochachse) werden die vier Räder mit unterschiedlich viel Kraft beschickt.

Einfach gesagt: im Kurveneingang einlenken, gezielt Gas geben, dann mit Gefühl am Gas bleiben – das führt zu wunderbaren Driftwinkeln. Sofern man alles richtig macht. Die Instruktoren fahren das mit einer Hand und fast nebenbei, weil in der anderen haben sie das Funkgerät, um den zu Instruierenden auf die Sprünge bzw. quer durch die Kurve zu helfen. Macht tierisch Spass, gelingt uns Rookies jedoch nicht immer ganz so elegant.

Aber es gibt immer und für alles eine Steigerung. Für uns waren das die Opel Adam Cup Rennfahrzeuge, die speziell auf den Rallyesport zugeschnitten sind. Der 1,6 Liter Motor leistet 140 PS und 160 Nm, bei einem Fahrzeuggewicht von rund 1.100 kg. Klingt noch nicht so berauschend, aber die Challenge beginnt schon beim Einsteigen. Zuerst will der Überrollkäfig mit seinen Querverstrebungen bezwungen, dann der 5-Punkt-Gurt richtig angelegt werden.

Der Instruktur am Beifahrersitz erklärt kurz und schmerzlos: sequentielles Fünfgang-Getriebe, zu schalten mit kräftig-kurzem Zug oder Druck über den ersten, bis fast zum Lenkrad reichenden Stock. Klack Klack. Nach dem Schalten sofort die Hand wieder ans Lenkrad, sonst glauben die Sensoren, wir wollen nochmals schalten und ändern die Zündzeitpunkte. Kostet Zeit. Die hat aber bei einem Rennen keiner.

Um einen Fronttriebler schneller durch enge Kurven zu zwingen, ist eine Handbremse ohne Arretierung nötig. Das ist der zweite Stock, gleich rechts neben dem ersten. Tipp: besser nicht verwechseln. Zum Anfahren nicht zuviel Gas, sonst drehen die mit Spikes bestückten Reifen durch. Aber auch nicht zu wenig, sonst stirbt die Kiste gleich ab. Wäre peinlich. Der Rest funktioniert wie in jedem Auto.

Auf der Strecke dann. Vor der Kurve runterschalten. (Erster Hebel) Klack. Gleich am Kurveneingang ordentlich Einlenken. Handbremse ziehen. (Zweiter Hebel). Das Heck kommt. Jetzt Gas Gas Gas, – aber nicht zuviel, sonst geht’s geradeaus, – die Kurve ist gleich fertig. Dann wieder Raufschalten. Klack. Leider Geil. Macht süchtig.

Wer jetzt Lust bekommen hat, kauft einen Adam Cup und versucht im Opel Rallye Team unterzukommen. Oder für den Anfang einen Insignia 4x4 – allerdings hier ein Tip zum Abschluss: wer einen 260 PS Benziner GSI möchte, sollte schnell zum Händler laufen. Der wird leider nicht mehr produziert – nur der bestehende Fahrzeugpark wird noch wegverkauft.

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