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Elektro-Sportler Porsche Taycan - erster Test

Nervenkitzel

Der Elektro-Porsche Taycan erinnert an den Panamera, entfaltet seine Bärenkräfte aber ohne Schall und Rauch. Wir nehmen am Beifahrersitz Platz.

mid/wal

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Noch muss der Beifahrersitz fürs erste Erlebnis im Elektro-Sportwagen Porsche Taycan genügen. Das Steuer übernimmt ein Porsche-Testfahrer. Doch auch am Nebensitz erkennt man zweifelsfrei, dass die Beschleunigung enorm ist. So stark, dass dagegen ein Flugzeug-Start beinahe wie das Anfahren einer Straßenbahn erscheint.

In pfeilschnellen 2,8 Sekunden spurtet der Porsche Taycan Turbo S (Er heißt wirklich so!) von 0 auf 100 km/h. Oberhalb von Tempo 100 ist noch lange nicht Schluss mit Power-Beschleunigung: Denn in nur 9,8 Sekunden stromert der Taycan von 0 auf 200 km/h, was bedeutet, dass es für den Spurt von 100 auf 200 km/h gerade mal 7,0 Sekunden benötigt. Ab 260 km/h zieht Porsche aber beim Tempo den Stromspar-Stecker.

Bis zu 761 PS leistet der Taycan (als Turbo S, der Turbo bringt es auf 680 PS) bei einer System-Spannung von 800 Volt. Auch bei der Reichweite kommt aus der Zuffenhausener Fabrik eine vollmundige Ankündigung: 450 Kilometer weit soll der Sportstromer (als Turbo; als Turbo S 412 Kilometer) mit einer vollen Ladung kommen. So schnell der Taycan auch ist, Porsche hat Energie-Sparmaßnahmen eingebaut.

Dazu gehört ein zweiter Elektro-Gang. Er ist Bestandteil des Zweigang-Getriebes an der Hinterachse des Allradlers (es gibt auch ein Vorderachs-Getriebe). Der lang übersetzte zweite Gang ist vergleichsweise auf Effizienz getrimmt. Zum Energiesparen gehört auch die hohe Rekuperations-Leistung von bis zu 265 kW. 90 Prozent aller Bremsvorgänge im Alltag werden laut Hersteller rekuperiert.

Im Sparmodus kann man auch zu 100 Prozent mit dem zweiten Gang fahren. Dann ist der Taycan zwar nicht mehr ganz so rasant, aber immer noch ganz schön flott. "In weniger als fünf Sekunden beschleunigt er auch dann noch von 0 auf 100 km/h" sagt Dr. Boyke Richter, Teamleiter im Bereich Taycan-Antrieb, beim Workshop in Grevenbroich.

Die 93,4 kWh große Batterie soll mit Gleichstrom in 22,5 Minuten von fünf auf 80 Prozent aufgeladen sein. Faustregel: Pro fünf Minuten Ladezeit geht es 100 Kilometer weiter. Dafür benötigt man eine Ladeleistung von 270 kW - ein Netz an derart potenten Ladesäulen (Marke "Ionity" - ein Gemeinschaftsprojekt von VW, BMW, Daimler und Ford) ist allerdings erst im Aufbau.

Hat man nur Wechselstrom zur Verfügung, lädt man mit maximal 11 kW, mehr gibt der On-Board-Gleichstromwandler nicht her. Eine Vollladung in der heimischen Garage geht sich solcherart immerhin über Nacht aus.

Abseits dessen bietet der Viertürer im Innenraum erstaunlich viel Platz, was das Modell vollends zum Reisewagen macht - mit Rennstrecken-Qualitäten. Und die zeigt Porsche auch auf der Nürburgring-Nordschleife. Testfahrer Lars Kern hat den legendären, 20,6 Kilometer langen Eifelkurs mit einem Vorserien-Taycan in 7:42 Minuten bezwungen.

Möglich macht das auch das sportliche Fahrwerk mit unzähligen Finessen, unter anderem fünf verschiedenen Höhenniveaus - "zwischen schönem Fahrkomfort und voller Attacke", wie Dr. Ingo Albers sagt. "Wir wollten kein knüppelhartes Fahrwerk", betont der Projektleiter Taycan-Fahrwerk.

Erst ab einer gewissen Geschwindigkeit senkt es sich ab und wird straffer: ab 90 km/h um zehn Millimeter und ab 180 km/h um weitere zwölf Millimeter. Zudem gibt es eine Lift-Funktion für Garagenauffahrten & Co.

Insgesamt erweist sich der Taycan als Traum-Sportwagen einer lokal emissionsfreien Zukunft. Auch wenn der Umweltfaktor von Elektroautos zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht optimal ist, der Taycan und seine Entwickler geben Anlass zur Hoffnung, dass sich Fahrfreude und Ökologie bald nicht mehr ausschließen.

Und der Preis? Klarerweise Porsche-Style. Der Turbo soll in Österreich 156.153 Euro kosten, der Turbo S 189.702 Euro. Deutsche Taycan-Interessenten können von diesen Preisen aufgrund der um einen Prozentpunkt geringeren Mehrwertsteuer rund 1.500 Euro abziehen.

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