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Der neue Honda Accord - schon gefahren

Nachwuchs im Hause Düsentrieb

Der neue Accord setzt vor allem beim Tourer mehr auf Lifestyle und Optik denn Lastesel und Laderaum, Motorline.cc war bereits auf erster Testfahrt.

Hier finden Sie Fotos des neuen Honda Accord!

1976 rollte die erste Generation des Honda Accord an den Start, seit damals hat sich viel getan. Mittlerweile steht der achte Accord in den Startlöchern, Motorline.cc hatte bereits Gelegenheit, mit Limousine und Tourer erste Kilometer zu absolvieren.

Rein optisch hat man es eher mit einer Evolution denn einer Revolution zu tun, während vor allem die Limousine deutlich dem Vorgänger ähnelt, gibt's beim Tourer größere Unterschiede im Heckbereich. Beim Kombi war auch Handlungsbedarf gegeben, denn während die Konkurrenz zumeist deutlich mehr Kombis als Limousinen verkauft, lag der Anteil beim Accord bei mickrigen 14 Prozent.

Honda hat prompt reagiert und die Strategie komplett umgekrempelt. Stand beim Vorgänger noch die maximale Ladekapazität im Vordergrund, soll der neue mehr den Lifestyle-Gedanken aufgreifen und eher trendig und fesch statt groß und praktisch sein.

Tourer: Weg mit dem Speck

Ein Blick in die technischen Daten macht deutlich, dass es die Japaner ernst gemeint haben, statt wie bisher zwischen 518 und 1.657 Liter schluckt der neue Tourer nur noch zwischen 406 und 1.252 Liter, die Limousine interessanterweise zumindest 467 Liter. Leider zeigt sich auch die Zuladung bescheiden, je nach Modell ist teilweise bei nur 400 Kilogramm Schluss.

Das Platzangebot ist für Fahrer und Beifahrer aber auch für die Fond-Passagiere hingegen nach wie vor tadellos. Ob die Lifestyle-Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten, rein optisch hat der neue Tourer in jedem Fall gewonnen.

Gewonnen hat auch das Interieur, durchwegs Materialien mit hoher Qualitätsanmutung, auch die Verarbeitung passt. Etwas aus der Reihe tanzt die nicht ganz ins qualitativ hochwertige Bild passende Leiste, die sich vom Armaturenbrett bis in die Mittelkonsole zieht. Alu-Look, wobei die Betonung auf "Look" liegt.

Auf Wunsch wird der neue Accord mit allerlei elektronischen Helferlein - Daniel Düsentrieb wäre stolz - aufgerüstet, vom auto-adaptiven Abstands-Tempomaten über ein Kollisions-Warn-System bis hin zu einem Spurhalte-Assistenten. Um die zwischen Tacho und Drehzahlmesser eingeblendeten Abkürzen zu übersetzen, bedarf es umfangreicher Aufklärung, wie die Verkäufer mit ACC, CMBS, LKAS und VSA umgehen, wird sich weisen.

Sicher ist sicher, oder?

In der Theorie helfen diese Systeme das Autofahren sicherer und angenehmer zu machen, in der Praxis ist dies leider nicht immer so, wie wir bereits beim Test des Honda CR-V feststellen mussten. Nach einem Aha-Moment haben wir das System damals deaktiviert, sicher ist sicher...

Zurück zum Accord. Besonderes Lob verdient das niedrige Geräuschniveau, die dahingehenden Bemühungen haben sich bezahlt gemacht. Im Fahrbetrieb gibt sich der Japaner mehr als ruhiger Gleiter denn sportiver Kurvenräuber. Im engen, kurvigen Geläuf fühlt sich der Accord nicht wirklich zuhause.

Womit wir bei den Motoren wären, nach wie vor gibt es drei zur Auswahl, allesamt aber überarbeitet und Euro V tauglich. Der 2,2 Liter Turbodiesel war bereits beim Vorgänger Klassenmaßstab, die zweite Generation macht ihre Sache nun noch besser.

2,2 i-DTEC nun mit 150 PS

Die Leistung ist von 140 auf 150 PS angewachsen, das Drehmoment beträgt nun 350 Nm, der werksseitig angegebene Durchschnitts-Verbrauch liegt bei 5,6 Litern. So befeuert beschleunigt der Accord nahezu flüsterleise in 9,7 Sekunden auf Tempo 100 km/h, eine Leistung die absolut ausreichend ist.

Die Frage nach einem Automatik-Getriebe für den Diesel haben wir bereits vor Jahren gestellt, dieses Mal wurde sie endlich beantwortet. Noch ein wenig Geduld ist gefragt, mit Ende des Jahres ist diese Lücke aber dann endlich geschlossen, wir sind gespannt.

Wer dem Turbodiesel trotz seiner tadellosen Manieren nichts abgewinnen kann und lieber dem Prinzip von Herrn Otto vertraut, der hat die Wahl zwischen einem Zweiliter Vierzylinder mit 156 PS und einem 2,4 Vierzylinder mit nunmehr 201 PS, beide auf Wunsch auch mit einer 5-Gang-Automatik.

Wer das Sechsgang-Getriebe übrigens so schaltet, wie die Schaltanzeige vorschlägt, der kann laut Honda nochmals fünf Prozent an Treibstoff einsparen, gerechnet auf den Normverbrauch. Gar nicht knausrig zeigt sich Honda bei der Ausstattung, bereits im Basismodell „Comfort“ finden sich Annehmlichkeiten wie eine Klimaautomatik, vier elektrische Fensterheber, ein CD-Radio sowie sechs Airbags und VSA (ESP) samt Anhänger-Stabilisierung serienmäßig.

Ab 26.990,- Euro geht’s los

Die Preisliste des Honda Accord beginnt bei 26.990,- Euro für die Limousine in „Comfort“-Ausstattung mit dem 2,0i Benziner. Den Turbodiesel gibt es in der mittleren „Elegance“-Ausstattung ab 30.650,- Euro, das Topmodell 2,4i „Executive“ Automatik steht mit 39.740,- Euro in der Preisliste.

Der Aufpreis für den Tourer liegt je nach Modell zwischen 1.700,- und knapp 2.000,- Euro, Details zu Ausstattung und Preisen finden Sie in den pdf-Files in der rechten oberen Navigation.

Der Verkaufsstart des neuen Accord erfolgt in zwei Schritten, die Limousine steht ab 27. Juni beim Händler, der Tourer folgt dann am 5. September. Honda Austria will heuer noch 365 Einheiten verkaufen, 600 sollen es dann im Volljahr werden. Die Erwartungen an den Kombi liegen übrigens hoch, 60 Prozent peilt man an, das ist beinahe die Quote, die der Honda Accord Aerodeck in den 80ern eingefahren hat.

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