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Magna: Verteilergetriebe ohne Ölschmierung

Staubtrocken

Das erste Verteilergetriebe für Allradfahrzeuge ohne Ölschmierung entwickelte der österreichische Automobilzulieferer Magna Powertrain.

mid/goer

Das Senken des Kraftstoffverbrauchs und damit der Schadstoffemissionen ist immer noch oberstes Ziel der Automobilhersteller und Zulieferer. Magna Powertrain hat jetzt im schwedischen Arjeplog mit dem weltweit ersten Verteilergetriebe ohne Ölschmierung eine Zukunftstechnologie vorgestellt.

Das Green Transfer Case (GTC) wurde zunächst als Allrad-Verteilergetriebe entwickelt und ist für erste Demonstrationstests in ein Vorgängermodell eines BMW X5 eingebaut worden. Es eignet sich gleichermaßen für SUV, Limousinen oder Sportwagen.

In seinem "trockenen" Verteilergetriebe GTC hat Magna eine trockene Lamellenkupplung - die bisher bei Allradgetrieben nicht zur Anwendung kam - und einen ölfreien Riemenantrieb gekoppelt. Beim BMW X5 wird über den Riemenantrieb das Drehmoment an die Vorderachse weitergegeben.

Bei einem konventionellen, ölgefüllten Allrad-Verteilergetriebe erfolgt dies über eine Zahnkette oder über Zahnräder, wobei diese Komponenten mit Öl versorgt werden müssen. Vorteile für den Kunden ergeben sich beim Magna-System aus dem geringeren Gewicht - ein Zahnriemen ist leichter als eine Zahnkette oder Zahnräder - und daraus resultierendem geringeren Kraftstoffverbrauch sowie aus einem besseren Wirkungsgrad.

Denn die sogenannten "Ölplanschverluste" fallen weg. Die Magna-Spezialisten beziffern die eingesparte Masse des kompletten Systems mit rund drei Kilogramm, zumal auch circa 0,7 Liter Öl, die sich sonst in dem Getriebe befinden würden, entfallen.

Die Herausforderung für die Ingenieure besteht darin, die fehlende Schmierwirkung des üblicherweise verwendeten Öls auszugleichen. Dazu dient beispielsweise eine besondere Gleitbeschichtung einzelner Komponenten. Um die hohen Drehzahlen und Drehmomente zu verkraften, sind die Zahnriemen im Inneren mit langlebiger Karbonfaser verstärkt.

Technik und Material der Riementriebe müssten auf ein völlig neues Niveau gebracht werden, erläutert Johannes Quehenberger, Leiter Produktkonzepte bei Magna Powertrain. Noch ist das alles "Zukunftsmusik": Quehenberger schätzt, dass das "Green Transfer Case" in sieben bis acht Jahren serienreif ist.

Kombiniert werden kann das System mit "Flex 4", einem flexiblen Allrad-Antriebsstrang von Magna Powertrain, der immer dann den Vierradantrieb automatisch abschaltet, wenn auch eine angetriebene Achse genügt, um ohne Schlupf unterwegs zu sein. Die Besonderheit von Flex 4: ist das Fahrzeug im kraftstoffsparenden Zweiradantrieb unterwegs, ruhen gleichzeitig auch alle in dem Moment nicht benötigten Komponenten des Allrad-Antriebsstrangs.

Nach Angaben von Magna kann mit dem Flex4-System, das Ende 2015 erstmals in einem Serienfahrzeug zur Anwendung kommen wird, der Kraftstoffverbrauch von Allradfahrzeugen um bis zu fünf Prozent und der CO2-Ausstoß um bis zu sieben Gramm je Kilometer reduziert werden. Kombiniert mit dem "Green Transfer Case" ergäben sich weitere signifikante Einsparungen.

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