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Wr. Motorensymposium: Erdgas-Comeback VW TGI Erdgasmotor 2017

Gas geben

Erdgas könnte ein Comeback feiern - es bietet Vorteile bei CO2, NOx und Partikeln, ist langfristig verfügbar, aber auch synthetisch herstellbar.

Foto: VW

Mit Erdgas betriebene Fahrzeuge spielen in den Modellfamilien der Autoproduzenten seit Jahren eher die Rolle ungeliebter Stiefkinder – sie sind zwar da, aber weder Hersteller noch Konsumenten können sich so richtig für sie erwärmen. Das könnte sich sehr rasch ändern: Beim Internationalen Wiener Motorensymposium bescheinigten Experten dem weltweit reichlich vorhandenen Erdgas, eine wesentliche Option für die klima- und umweltschutzorientierte Mobilität des 21. Jahrhunderts zu sein.

Auf Basis des im Vorjahr getroffenen Klimaschutzabkommens von Paris müsse die Automobilindustrie rasche Lösungen liefern, wolle sie nicht unter weiteren Druck von Politik und Verbrauchern geraten. Auf die Elektromobilität allein könne sie sich dabei im Hinblick auf Fahrzeugkosten, die Bereitstellung massiver erneuerbarer Strommengen und die erforderliche Strominfrastruktur nicht verlassen, betonten Ludwig Möhring, Geschäftsführer des deutschen Erdgasversorgers Wingas und Jens Andersen von Volkswagen in einer gemeinsamen Präsentation.

In Europa gibt es derzeit 1,3 Millionen CNG-Fahrzeuge (Compressed Natural Gas) und 3.900 Erdgastankstellen. Erdgas biete große Vorteile beim Ausstoß von CO2, NOx und Partikeln und sei aufgrund der ausgereiften Antriebstechnologie, der entwickelten Tankinfrastruktur und der langfristigen Verfügbarkeit eine hervorragende Option für kurzfristig verfügbaren aktiven Klima- und Umweltschutz. „Erdgas ist der klima- und umweltschonendste Energieträger und eine wettbewerbsfähige Alternative zu Benzin und Diesel“, so die Vortragenden.

Das gilt bereits für Erdgas aus fossilen Quellen. Wird es jedoch auf nachhaltige Weise hergestellt, etwa als Biomethan aus landwirtschaftlichen Reststoffen, ermöglicht er eine nochmals CO2-ärmere Mobilität. Eine weitere Variante ist e-gas - synthetisch hergestelltes Erdgas, das aus Überschussstrom der regenerativen Stromerzeugung in speziellen Anlagen aus Wasser und CO2 hergestellt wird.

Volkswagen und Audi: Neue Erdgasmotoren drängen auf den Markt

Volkswagen betrachte die CNG-Technologie als wichtigen Baustein zur Erreichung der CO2-Flottenverbrauchsziele, bestätigte Wolfgang Demmelbauer-Ebner, Leiter der Ottomotorenentwicklung bei VW. CNG erziele im Vergleich zu Benzin einen um 16 Prozent höheren Heizwert und verursache bei der Verbrennung um 25 Prozent weniger CO2.

Der VW-Techniker präsentierte in seinem Vortrag den neuen 1,0 l Erdgasmotor mit einer Leistung von 66 kW (90 PS) und einem Drehmoment von 160 Nm, dessen Ersteinsatz noch heuer im neuen Polo TGI erfolgen wird. Der bivalente Antrieb biete geringen Kraftstoffverbrauch (CO2-Ausstoß 87 g/km) und saubere Verbrennung und könne – sollte einmal kein Erdgas verfügbar sein – auch als vollwertiger TSI mit Benzin betrieben werden.

Auch Audi präsentierte einen für den CNG-Betrieb weiter entwickelten Verbrennungsmotor, den 2.0 g-tron. Das Aggregat mit einer Nennleistung von 125 kW (170 PS), einem maximalen Drehmoment von 270 Nm und einer Reichweite von 500 km im CNG-Betrieb komme heuer im neuen Audi A4 Avant 2.0 g-tron und im Audi A5 Sportback 2.0 g-tron auf den Markt, berichtete Audi-Motorenentwickler Günther Mendl.

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