Autowelt

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

ÖAMTC und ADAC testen Notbremssysteme

Viel Potenzial, einige Fehler

ÖAMTC und ADAC haben fünf Fahrzeuge getestet, die mit Parkassistenten mit einem automatischen Notbremssystem ausgestattet sind.

2017 sind allein in Österreich 570 Unfälle mit Personenschaden beim Reversieren mit Pkw passiert. Todesfälle gab es keine, allerdings wurden rund 290 Personen verletzt, 60 davon schwer. Dazu kommt eine große Anzahl an Sachschäden, weil Hindernisse übersehen werden.

"Eine Möglichkeit, diese Zahlen zu reduzieren, sind moderne Parkassistenten mit einem automatischen Notbremssystem", erklärt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. "ÖAMTC und ADAC haben fünf Fahrzeuge getestet, die mit solchen Systemen ausgestattet sind."

Das Fazit der Tester: Auch wenn noch keines der untersuchten Systeme zu 100 Prozent verlässlich ist, ist das Unfallvermeidungspotenzial sehr hoch. Eppel erläutert: "Am besten funktionierte im ÖAMTC-Test die Erkennung von Radfahrern und Autos, die hinter dem ausparkenden Pkw queren. Dafür setzen die Systeme auf Radarsensoren, die bewegte Objekte erkennen können."

Im Nahbereich hinter dem eigenen Fahrzeug sind hingegen auch die verhältnismäßig einfachen und kostengünstigen Ultraschallsensoren, die in den meisten modernen Fahrzeugen ohnehin als Parksensoren verbaut sind, wirksam. "Hier konnten drei von fünf Systemen im Test ein Auffahren auf einen anderen Pkw meist vollständig verhindern", sagt der ÖAMTC-Experte.

Nachbesserungsbedarf bei Fußgänger-Erkennung

Die größten Schwierigkeiten gab es bei der Fußgänger-Erkennung, also dem Szenario, in dem potenziell die Gefahr von Personenschäden am höchsten ist. "Selbst der BMW 5er, insgesamt Bester im Test, reagierte teils zu spät auf einen hinter dem Auto stehenden bzw. querenden Fußgänger", erklärt Eppel. "Andere getestete Fahrzeuge erkannten die Gefahrensituation ebenfalls zu spät oder überhaupt nicht – Nachholbedarf ist also gegeben."

Es ist zu erwarten, dass sich die Technik in den kommenden Jahren rasch verbessern wird. "Ein Grund dafür ist, dass Parkassistenten mit Bremseingriff ab 2020 Teil des europäischen Fahrzeug-Testprogramms EuroNCAP werden. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass eine Aufnahme von aktiven und passiven Pkw-Sicherheitssystemen in dieses Programm schnell die Ausstattungsrate der Fahrzeuge erhöht", hält der Experte des Mobilitätsclubs fest. "Etwaige Mehrkosten für einen solchen Assistenten könnten sich allein durch die Vermeidung von Parkschäden rechnen."

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel

Binotto ist in seiner Ferrari-Rolle überfordert?

Gerhard Berger unzensiert: etwas "nicht im legalen Bereich"

Gerhard Berger analysiert, was Ferrari seiner Meinung nach ändern muss, und spricht in Sachen "Ferrarigate" ungewöhnlich offen aus, was viele denken.

Reisetourer par excellence

Yamaha FJR 1300 Ultimate Edition im Test

Knapp 20 Jahre hat Yamaha mit seiner FJR 1300 die Herzen vieler Biker erobert. Nun ist Schluss, allerdings wird der Abschied stark versüßt mit einem letzten, edlen Modell: der FJR 1300 "Ultimate Edition".

Aber kein Tank-Turn diesmal ...

Rivian zeigt, was ihr Pickup kann

Das neue Video zeigt den spannenden Elektro-Pickup beim Driften, Klettern und vielem mehr.

Im 10. Motorline Video Talk diskutieren Wolfgang Brodil (Jurist), Michael Fehlmann (AMF) und Helmut Schöpf (Veranstalter) zum Thema "Verwirrung um Covid-19-Verordnungen im Motorsport".