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Das teuerste Spielzeug der Welt?

2019 machte sich Bugatti zum 110. selbst ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk: die Neuauflage des Bugatti Baby. Nun ist die Design- und Testphase abgeschlossen und die Produktion hat begonnen. Passend dazu wurden nun auch technische Details verraten.

Johannes Posch

Während der ursprüngliche Bugatti Baby eine Version im Maßstab 1 zu 2 des Autos war, das in den 1920er Jahren den Automobiles Ettore Bugatti zu Ruhm verhalf, bietet der Bugatti Baby II mehr in Bezug auf Größe und deutlich mehr in Bezug auf Leistung. Während im ursprünglichen Baby selbst Achtjährige noch Mühe gehabt hätten sich in das Auto zu zwängen, ist das Baby II mit ihrer 75%-Skala für ambitionierte Jungspunde im Alter von vierzehn Jahren und darüber konzipiert.

Der Bugatti Baby II ist in drei Versionen erhältlich:
- "Base" mit Gehäuse aus Verbundwerkstoff und einem 1,4kWh Akkupack
- "Vitesse" mit Kohlefaser-Karosserie, 2,8-kWh-Batteriepack und einem Antriebsstrang mit Speed Key wie sein großer Bruder, der Chiron.
- "Pur Sang", für Sammler. Der Pur Sang bietet den gleichen Antriebsstrang wie der Vitesse, aber mit einer schönen, handgeformten Aluminiumkarosserie die unter Verwendung derselben traditionellen Karosseriebautechniken wie beim ursprünglichen Bugatti Typ 35 in mehr als zweihundert Stunden Handarbeit gefertigt wird.

Auch die Leistung des Baby II ist gewachsen. Immer noch mit Hinterradantrieb, verfügen alle Versionen des Baby II über ein Sperrdifferential, hydraulische Hochleistungsbremsen und wählbare Fahrmodi. Das Basismodell verfügt über zwei Fahrmodi: Novice, dessen Leistung auf 20 km/h (12 mph) und 1 kW (1,3 PS) begrenzt ist, und Expert, dessen Leistung auf 45 km/h (30 mph) und 4 kW (5,4 PS) begrenzt ist.

Die Versionen Vitesse und Pur Sang beinhalten die Fahrmodi Novice und Expert, bieten aber auch zusätzliche Leistung durch einen verbesserten Antriebsstrang, der durch den legendären Bugatti Speed Key freigeschaltet wird. Dieser ermöglicht den Einsatz von bis zu 10 kW (13,4 PS), was die Michelin-Reifen bei einem Gesamtgewicht von nur 230 kg wohl durchaus über ihre Haftungsgrenzen treiben könnte. Höchstgeschwindigkeit? 70 km/h. Abhängig vom Gewicht des Fahrers werden 0-60 km/h in sechs Sekunden erreicht.

Was die Reichweite anbelangt, werden die Lithium-Ionen-Batteriepakete in Kombination mit der Rekuperation bei vorsichtiger Fahrweise im Basis-Modell für rund 25 km gut sein. Das größere Batteriepaket in den Vitesse & Pur Sang Modellen verdoppelt diese Reichweite. Und wenn auch das nicht ausreicht? Die austauschbaren Akkupacks lassen sich in Sekundenschnelle austauschen, damit der Spaß weitergehen kann.

In puncto Handling ist der Baby II seinem mythischen Vorgänger, dem Bugatti Typ 35, völlig treu geblieben. Basierend auf einem digitalen 3D-Scan eines Original-GP-Wagens aus Lyon mit identischer Geometrie und Aufhängung ist das Fahrverhalten so authentisch, wie es sich ein Enthusiast nur wünschen kann. Die einzige Annäherung an die Moderne ist die Einführung von einstellbaren Dämpfern, die es den Kunden ermöglichen, das Handling auf eine Art und Weise zu gestalten, die in der Blütezeit des Typ 35 nicht möglich war. Der Bugatti-Testpilot Andy Wallace war sogar an der endgültigen Entwicklung der Abstimmung und des Setups des Baby II beteiligt. Darüber hinaus fanden wichtige Elemente der Fahrwerksverfeinerung beim berühmten Prescott Speed Hill Climb, der Heimat des Bugatti Owners Club, statt.

Zu den weiteren Merkmalen, die Enthusiasten ansprechen werden, gehören originalgetreu funktionierende Nachbauten der Originalinstrumente des Typ 35, mit einigen Anpassungen für die Moderne. So ist zum Beispiel der Kraftstoffdruckmesser jetzt zur Batterieanzeige geworden, und in Anlehnung an den Bugatti Veyron hat sich die Ölanzeige in eine Leistungsanzeige verwandelt. Die maßstabsgetreue Nachbildung des berühmten Vierspeichen-Lenkrads hat jetzt einen Schnellverschluss, um den Zugang zum Cockpit zu erleichtern. Die verstellbaren Pedale sind aus massivem Aluminium gefräst und zeigen stolz das berühmte "EB"-Logo von Bugatti, während der Griff der Kraftstoffpumpe exakt nachgebildet wurde, nun aber als Vorwärts-, Neutral- und Rückwärtswahlschalter dient.
Das Armaturenbrett aus gedrehtem Aluminium ist genauso präsent und korrekt wie beim ursprünglichen Typ 35, und kundenspezifische "EB"-Schalter steuern die LED-Scheinwerfer im Seiten- und Fernlichtmodus. Schließlich ist auf der Nase jedes Autos stolz das berühmte "Macaron"-Abzeichen von Bugatti zu sehen, das aus 50 g massivem Silber besteht und zu 75 % mit dem Abzeichen des Chiron identisch ist.

Natürlich ist der Wagen außen wie innen in mehreren Farben erhältlich; einschließlich der exakt gleichen Volltonfarben, die auch für den Bugatti Chiron erhältlich sind. Darüber hinaus erhalten alle Besitzer von Baby IIs eine Mitgliedschaft im The Little Car Club und im Bugatti Owners' Club und können an Veranstaltungen teilnehmen, bei denen sie, ihre Kinder und Enkelkinder mit ihren Autos auf berühmten Rennstrecken fahren können.

Preise? Für das Base-Modell werden ab 30.000 Euro fällig, den Vitesse gibt es ab 43.500 Euro und das Sammlermodell Pur Sang schlägt mit mindestens 58.500 Euro zu Buche. Und ja: es sind noch welche zu haben. Während nämlich eigentlich alle 500 Autos nur drei Wochen nach der letztjährigen Messe verkauft wurden, haben sich die Umstände für einige Kunden aufgrund der jüngsten globalen Ereignisse geändert, so dass nun ein paar wenige Slots wieder frei geworden sind und nach dem Prinzip "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" vergeben werden.

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