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Pothole Rodeo: Kultige Abenteuer abseits der Hauptstraßen
Fotos: Backroadclub

Am Arsch der Welt führt auch ein Weg vorbei

Der Backroad-Club hat es sich zum Ziel gemacht, alte Autos vor der Schrottpresse zu retten und damit auf Nebenstraßen unterschiedliche Länder zu erkunden. Zu Corona-Zeiten auf Österreich und Deutschland beschränkt.

2020 sollte zum siebten Mal das legendäre Pothole Rodeo zu einem Roadtrip für 10 Tage in den abenteuerlichen Balkan führen. Die Rallye entstand 2014 im kleinen Freundeskreis. Dieses Jahr waren bereits knapp 1000 Teilnehmer aus ganz Europa für den Start gemeldet. Die Idee war - und ist es noch bis heute - Autos und Motorräder wiederzubeleben und vor der Schrottpresse zu retten, um damit einen Roadtrip zu starten.

Abenteuer ist dabei vorprogrammiert. Aber auch ein gewisses Gefühl von Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Kratzer im Lack und Dellen im Blech sind Narben, die Geschichten erzählen. Keine Sorgen von Wiederverkaufswert oder teuren Reparaturen. Dies gibt dem Trip eine gewisse Unbekümmertheit.

Worum geht‘s?

„Im Vordergrund stehen das Abenteuer und unser Ziel, gemeinsam die Finishline zu erreichen“, so Mitorganisator Andi. „Im März hatten wir Bedenken wegen Covid19 die Rallye starten zu können, im April war die Skepsis sehr groß und im Mai wussten wir, dass wir – wie auch immer die Länder bzgl. Grenzöffnungen entscheiden – eine Durchführung im Balkan nicht verantworten können und somit absagen müssen. Mit der Absage haben wir natürlich viele Abenteurer enttäuscht, das Verständnis dafür war allerdings sehr positiv.

Für Veranstalter, Künstler und der Tourismusbranche zeichnete sich frühzeitig ab, dass das 2020er-Jahr ein sehr schwieriges werden würde. Beim wöchentlichen Brainstorming – ab März natürlich im Homeoffice – ist eine alte Idee unter den Organisatoren wieder aufgeflammt: Die schon seit langer Zeit diskutierte und in der Planung befindliche „Österreich Edition“ und „Deutschland Edition“. Bisher immer gedacht als „Einstiegsdroge“, wurden die Varianten nun verschärft.

Urlaub daheim

Das Adventure Team des BRC hat alle individuellen Reisen nun zusammengefasst und daraus einen Roadtrip geplant. Somit schließt man an den Slogan „Urlaub daheim“ mit den adaptierten „Roadtrip über Schleichwege durch die Heimat“ an. Ein Roadtrip durchs eigene Land oder beim Nachbarn. Oder beides! Geplant sind beide Editions hintereinander, so dass man sich erst für Deutschland und / oder für Österreich entscheiden kann.

Deutschland Edition: Der Start erfolgt in Norddeutschland am 10. Juli 2020 (Starttermin ist gleich wie die verschobene Balkan Rallye), der Zieleinlauf erfolgt im südlichen Bayern.
Österreich Edition: Start ist am 15 Juli in Österreich und nur einen Steinwurf vom Ziel der Deutschland-Edition entfernt. Der Zieleinlauf ist am 19 Juli und somit ident dem geplanten Ziel des Balkan Rodeos. Somit startet in Österreich und Deutschland erstmal das legendäre Pothole Rodeo an einem „Secret Spot“ zu einem Roadtrip für je fünf Tage.

Pothole Rodeo Österreich Edition

Die Startlocation wird, wie immer, erst kurz vor dem Beginn der Rallye bekannt gegeben und wird sich nahe der Grenze zu Deutschland befinden. Über kleine Nebenstraßen führt das Rodeo durch Täler und über Berge in den Westen. Die Teilnehmer werden auf schneebedeckten Berge frieren und in den Tälern Abkühlung in einem der unzähligen Seen oder Flüsse finden. Auf kleinen und noch kleineren Straßen werden viele Kilometer den Grenzen entlang gesucht, dabei sind hunderte Kehren zu bewältigen. Grenzgänger!

Je nachdem wieviel Freiheit die Situation zulässt, werden sich die Teilnehmer für die eine oder andere Seite der Grenze entscheiden können. Gewiss ist, dass viele Kilometer auf einspurigen Straßen und auch einige schwierige Schotterpassagen dabei sein werden. Es geht auch über ehemalige Rennstrecken und es gibt die Möglichkeit, Museen zu besuchen, die sich mit dem fahrbaren Untersatz beschäftigen. Aber auch Ruinen der Vergangenheit säumen den Weg. Spaziergang wird es jedenfalls keiner!

Der Fucking-Start hat allerdings nichts mit dem etwas laschen Umgang mit der deutschen Sprache zu tun, sondern ist eine Ortschaft nahe der deutschen Grenze. Vom Oberösterreichischen Flachland schrauben wir uns nach der Durchquerung von ungefähr 122 unterschiedlichen Dialekten auf Schlussendlich 2.500 Höhenmeter. Der Leistungsverlust durch die dünne Luft hier oben ist nicht nur in der Klasse bis 50PS spürbar. Nicht aber das der Flachländler nun denkt er hätte freien Blick aufs Meer – es steht nun der Großglockner mit seinen 3.798m vor ihm. Diese sogenannte Hochalpenstrasse wartet mit 36 Kehren auf uns.

Die Rallye bewegt sich ständig im Grenzbereich – was allerdings mehr mit der Größe der Alpenrepublik zu tun hat – aber spätestens im Süden wird es zu einer Grenzüberschreitenden Erfahrung kommen. Die Gefahr bei einer Brettljausen (dt. fettes Essen auf einem Holzbrett) und Welschriesling (dt. Weisswein mit höherem Säuregehalt – auch „Kleschn“ genannt) abzutauchen ist hier in der „steirischen Toskana“ besonders hoch. Auf der letzten Etappe der Reise werden wir noch ein Stück österreichische Geschichte erleben die es nie gab. Keine Sorge – das Rätsel wird sich lösen, wir wollen ja nicht alles verraten. Ihr glaubt es wird einfach? Nein, das war es noch nie…

Pothole Rodeo Deutschland Edition

Die Deutschland Ausgabe des Pothole Rodeo wurde vielfach am Lagerfeuer besprochen, jetzt ist sie auf der Straße. Nebenstraße. In Deutschland nimmt man alles sehr genau. Schwarz ist dort – im Gegensatz zu seinem südlichen Nachbarn – auch immer schwarz. Nicht grau. Nie weiß. Die Autobahnen locken mit ihrer großen Freiheit sogar Touristen an und es gibt vermutlich keine berühmtere Autobahn als „die Deutsche“. Aber selten schafft man es, seine Kiste bis zum Anschlag zu treten, da meist ein LKW, oft eine Baustelle und fast immer ein Stau im Weg stehen. Deswegen erkunden wir die Straßen abseits der Höchstgeschwindigkeit. Nämlich die daneben. Nebenstraßen eben.

Auch wenn wir alle keine Highspeed-Junkies sind – was meist eher mit dem räudigen Zustand unserer Motoren zu tun hat – so werden wir trotzdem an einem historischen Ort starten, der schon viele Rennfahrer angezogen hat. Von dort weg schrauben wir uns zwar nicht in schwindelnde Höhen, aber in den Norden. Bis dorthin, wo wir mit einem unfreundlich anmutenden aber bestimmten „moin“ begrüßt werden.

Nach einer ausgiebigen Strand-Runde in unseren fahrbaren Untersätzen verbinden wir die Nord- mit der Ostsee und streifen die eine oder andere Hansestadt. Wir lassen den Charme des Ostens auf uns wirken, während wir in den Süden stechen. Erst entlang der polnischen, dann der tschechischen Grenze. So Europa wieder vereint ist, wäre ein Schlenker in eines der Nachbarländer wünschenswert. Auf jeden Fall wird es viel Historisches am Wegesrand geben und teilweise wird es auch der Weg selbst sein – in Form einer alten Rennstrecke (was sonst). Vielleicht dürfen wir beim Start schon mit der schönsten Flasche der Welt (Astra) gemeinsam anstoßen und im Ziel dann dem bayerischen Reinheitsgebot frönen.

Alle Infos zu diesen und weiteren Events auf www.backroadclub.com!

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