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Mutiges Design, schickes Interieur und moderne Technik

Der Tucson ist Hyundais unangefochtener Bestseller in Europa. Doch statt ihn nur behutsam aufzupeppen haben sich die Koreaner für ein mutiges Rundum-Makeover entschieden. Revolution statt Evolution. Gefällt uns.

Johannes Posch

Wenn Autodesigner über ihre Werke sprechen, fallen dabei oft Begriffe, deren Schöpfung ebenso kreativ ist wie das Auto selbst. So nun auch bei Hyundai. Wenn die Koreaner also das experimentelle Design ihres neuen SUV beschreiben, dem als erstes Auto ihre neue Designsprache "Sensuous Sportiness" zugrunde liegt, sprechen sie gern von parametrischer Dynamik. Hui. Klingt cool, oder? Gemeint sind damit markante geometrische Muster, die überall am Auto verwendet wurden. Das markanteste Beispiel ist freilich der Kühlergrill, in dem die parametrische versteckten LED-Tagfahrlichter einen starken ersten Eindruck hinterlassen. Sind die Hauptscheinwerfer deaktiviert, scheint die Front des Fahrzeugs mit dunklen geometrischen Mustern bedeckt zu sein, ohne dass zwischen dem geometrischen Kühlergrillmuster und dem Tagfahrlicht unterschieden werden kann.

Auch in der Seitenansicht hat man sich ausgetobt. Betonte Radläufe, interessante Lichtlinien und eine über die Dachkante entlanglaufende Alu-Leiste, die in ein breiteres Designelement in die S-Säule mündet, geben dem Betrachter eine Menge zu entdecken. Auch das Heck ist nicht weniger spannend anzuschauen. Die zweigeteilten Heckleuchten, die über ein Lichtband miteinander verbunden sind, fügen sich nahtlos in das Design ein und sorgen zudem für eine unverwechselbare Licht-Zeichnung. In der Heckschürze wiederum dürfen wieder Diamant-Formen für Bewegung im Gesamtbild sorgen. Damit der Heckscheibenwischer eben jenes nicht stört, wurde er unterm Dachkantenspoiler versteckt. Das Logo wiederum wird erstmals auf dem Glas der Heckscheibe platziert.

Das Interieur
Das Wort "luftig" wird von uns Motor-Journalisten ja ganz gerne mal verwendet, wenn man sich zu einem Auto-Innenraum auslässt. Hier trifft der Begriff aber nun einmal tatsächlich zu. So aufgeräumt und ... nunja ... "luftig" war schon lange kein Cockpit mehr. Möglich machts die flach ausgeführte Oberseite des Armaturenbretts - auf eine herkömmliche Einfassung für das 10,25 Zoll große, digitale Kombiinstrument wurde verzichtet. Stattdessen wurden diese direkt eingebettet. Hübsch gelöst ist auch das Arrangement des Infotainment-Screens und der restlichen Steuerung. Der gesamte Bereich fließt wie selbstverständlich aus den markanten Dekorleisten, die sich quer durch die Kabine ziehen und in denen sich auch die Lüftungsdüsen verstecken, hin zum Mitteltunnel runter. Dort wiederum wartet die rein elektronische Gangwahl-Einheit (shift by wire - es gibt ihn dann aber auch als Schalter) und reichlich Stauraum.

Damit das Ganze auch in der Nacht was hermacht, wartet darüber hinaus eine Ambientebeleuchtung, die in 64 unterschiedlichen Farben erstrahlen kann. Auch sonst lässt sich Hyundai in Sachen Ausstattung markentypisch nicht lumpen. Neben einer Dreizonen-Klimaautomatik (ein Novum für die Marke) warten belüftete Sitze vorne und beheizte Sitze vorne sowie hinten, ein „Rear Sleep Mode“, der die hinteren Lautsprecher deaktiviert, Hyundais neuste Generation in Sachen Infotainment und jede Menge elektronische Assistenzsysteme inklusive einer "Toter-Winkel-Kamera", teilautonomen Fahren und sieben Airbags.

Auch in Sachen Platz ist der neue Tucson seinem direkten Vorgänger, aber wohl auch so manchem Mitbewerber überlegen. Bei moderatem Wachstum außen (20 mm in der Länge, 15 mm in der Breite, 5 mm in der Höhe und 10 mm beim Radstand) genießen die Passagiere hinten 26 mm mehr Beinfreiheit. Auch der Kofferraum wurde größer: maximal 620 bis 1.799 Liter passen jetzt rein. Natürlich variiert das aber je nach gewählter Motorisierung:

- Kofferraumvolumen min. bei aufgestellter Rücksitzbank
Benzin / Diesel / Benzin 48V / Diesel 48V / Hybrid
620 / 598 / 577 / 546 / 616

- Kofferraumvolumen max. bei umgeklappter Rücksitzbank
Benzin / Diesel / Benzin 48V / Diesel 48V / Hybrid
1.799 / 1.777 / 1.756 / 1.725 / 1.795

Antrieb
Apropos Motorisierung. Hier setzt Hyundai zum absoluten Rundumschlag an. So ziemlich alles, was es aktuell an möglichen Antriebskombinationen gibt, wird geboten: Konventionell, Mild-Hybrid jeweils mit Benzin oder Diesel, Voll-Hybrid und Plug-in Hybrid. Nur eine rein elektrische Version ist vorerst nicht geplant.

Starten wir mit dem Vollhybrid. In ihm kooperieren ein 1.6 Liter T-GDI Smartstream-Motor und ein 44.2 kW-Elektromotor mit einer 1.49 kWh Lithium-Ionen-Polymerbatterie und einem Sechsgang-Automatikgetriebe. Die Systemleistung beträgt hier 230 PS (er ist der fürs Erste stärkste Tucson) und 350 Nm Drehmoment, die wahlweise über einen Allrad oder Vorderradantrieb auf die Straße übertragen werden darf.

In Sachen Mildhybrid können Kunden wiederum zwischen drei Optionen wählen: einem 1,6 Liter Turbo-Benziner mit 150 PS (nur 2WD), einer stärkeren Version des selben Motors mit 180 PS (2WD oder 4WD) oder einem 1,6 Liter Turbo-Diesel mit 136 PS (2WD oder 4WD). Alle drei davon sind entweder als Schalter oder mit Siebengang-Doppelkupplung zu haben.

Wer es hingegen lieber ganz traditionell hat, wird ebenfalls bedient. Auf ihn wartet ein 1,6 Liter Diesel mit 115 PS und Sechsgang-Getriebe, der aber ausnahmslos mit Vorderradantrieb zu haben sein wird.

Der erwähnte Plug-in Hybrid folgt erst um zweiten Quartal 2021. Nähere Infos zu ihm werden später bekannt gegeben.

Alle anderen Modelle stehen ab Jänner beim Händler. Preise folgen.

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