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70 PS und 41.566 Euro weniger als beim "S"

Porsche hat das Tuch von seinem neuen 911 Turbo gezogen, der unter Millionären wohl als Schnäppchen durchgehen wird. Immerhin bringt er fast alle Besonderheiten des Turbo S mit, kostet aber über 40.000 Euro weniger.

Johannes Posch

Anfang des Jahres traf Porsche die ungewöhnliche Entscheidung, die aktuelle Generation ihres Elfers nicht nach und nach mit stärkeren Modellen zu bestücken, sondern quasi gleich ganz oben ins Regel zu greifen und den übermächtigen Turbo S mit seinen 650 PS ins Rennen zu schicken. Nun, einige Monate später, ziehen die Zuffenhausener quasi die Diskont-Variante nach: den Turbo, sowohl als Coupé und Cabriolet. Und auch wenn das in diesen Spähren irgendwie merkwürdig klingt, erscheint er in Relation als echte Okkassion.

Naturgemäß im Heck des Wagens verbaut findet sich 3,7-Liter-Boxermotor mit zwei Turboladern, der im Grunde 1:1 dem seines großen Bruders, dem Turbo S entspricht. Natürlich darf der Emporkömmling aber nicht gleich stark sein, also wurde seine Leistung auf 580 PS und 750 NM gedrosselt. Das sind 60 PS bzw. 50 NM weniger als beim Turbo S, aber immerhin 40 PS und NM mehr als beim Vorgänger. Auch das serienmäßig verbaute Getriebe - ein Achtgang-PDK - ist ebenso das selbe wie im aktuellen Turbo S, wie das Porsche Traction Management Allradsystem. So spurtet der neue Turbo, sowohl als Cabrio, wie auch als Coupé, in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 und lässt sich so von einem Turbo S, der dafür als Coupé 2,7 Sekunden braucht, nur unwesentlich abhängen. Das Turbo S Cabrio ist gar exakt gleich schnell. Auch beim Top-Speed schenkt der Kleine dem Großem nicht viel. Hier ist bei 320 km/h Schluss, beim S gehts noch 10 km/h flotter.

Der Turbo teilt sich auch die Karosserie mit dem Turbo S, die vorne um 45 mm und hinten um 20 mm breiter ist als beim Standard-Elfer. Die Keramikbremsen mit 10-Kolbensatteln aus dem Turbo S sind als Option erhältlich.

Auch die Serienausstattung kann sich sehen lassen. Zu ihr gehören unter anderem das Porsche Active Suspension Management, die Hinterradlenkung, Matrix-LED-Scheinwerfer, vollelektrische 14-Wege-Sportsitze, das Sport Chrono Paket, ein GT-Sportlenkrad mit Schalt-Paddles, Multifunktion und Mode-Schalter sowie ein BOSE® Surround Sound-System. Optional ist ein Leichtbau-Paket erhältlich, das die Vorder- gegen besonders leichte Sportsitze tauscht, die hinteren Sitze entfernt und die Dämmung reduziert. Das spart alles in allem 30 Kilogramm. Das Sport-Paket wiederum enthält das Sport-Design-Paket 911 Turbo sowie weitere Applikationen in Schwarz, Carbon-Elemente und Exclusive Design-Heckleuchten. Zu den weiteren Optionen gehören Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Nachtsicht-Assistent, Surround-Kameras und ein Burmester Soundsystem, sowie die übliche Vielzahl von Individualisierungsmöglichkeiten.

Klingt gut? Ok, dann lasst uns über Preise sprechen: Die neuen Modelle können ab 16. Juli bestellt werden und kosten in Österreich ab 237.506,- Euro für das Coupé und 256.385,- Euro für das Porsche 911 Turbo Cabriolet. Viel Geld, ja. Aber dafür, wie wenig Abstriche gegenüber dem Turbo S gemacht werden müssen, der immerhin mit 279.072,- bzw. 298.163,- Euro jeweils über 40.000 Euro mehr kostet, erscheint der Preis sogar irgendwie fair. Lasst uns das nochmal kurz in Relation setzen: Um den Preisunterschied zwischen Turbo und Turbo S kann man sich ohne zu verhandeln einen brandneuen Hyundai i30 N kaufen ... und hat noch genug Geld für die Anmeldung, die ersten paar Mal tanken und ein bisschen Zubehör übrig. Unser Vorschlag an ernsthafte Interessenten mit Kindern lautet also ganz klar: Turbo S verkneifen, Turbo kaufen und dem Nachwuchs um die Differenz eine automobile Freude machen. Dankeschön.

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