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Digitaler, vernetzter, effizienter und charismatischer

Nach stolzen 17 Jahren stellt VW Nutzfahrzeuge endlich einen neuen Caddy vor. Und das Arbeitstier aus Wolfsburg gibt sich wie erwartet modern.

Johannes Posch

Ja, der alte (also bis gestern noch aktuelle) Caddy hatte es wirklich schon verdient, jetzt endlich mal abgelöst zu werden. 17 Jahre war er in seiner aktuellen Form auf dem Markt. Klar: Er wurde mehrmals geliftet und immer wieder einigermaßen modernisiert. Dennoch: Die Basis (PQ35-Plattform genannt) war wohlgemerkt all die Jahre die selbe und wurde sonst beim Golf V (!) und dem ersten Touran verwendet.

Nach all der Zeit überrascht es nicht, dass VW für die neue Generation des kleinen Kastenwagens nun also aus den vollen schöpft. Die Basis etwa ist nun absolut auf Höhe der Zeit: der verwendete MQB-Baukasten wird immerhin vom Polo bis zum Skoda Superb quer durchs gesamte Konzernportfolio herangezogen. Auch sonst orientiert sich der neue Caddy stark an allem, was sich bei VW gerade sonst so tut. Heißt: Während die Bauform und Linie weiterhin unmissverständlich "CADDY!" ruft, nimmt die Front Anleihen beim ID.3 oder auch Golf VIII, von dem auch große Teile des Cockpits übernommen wurden. Vor allem solche, die Bits und Bytes beherbergen: die wahlweise 6,5 und 10,0 Zoll großen Touchdisplays des Infotainment-Systems etwa legen dem Nutzer - sofern die richtigen Extra-Kreuzerl gesetzt wurden - über diverse Apps das gesamte Internet zu Füßen. Dass es passend dazu auch einen Digital-Tacho gibt versteht sich dabei fast von selbst. Zudem wurden statt Dreh- und Kippschaltern viele digitale Touchflächen aus dem Golf übernommen - beispielsweise für Licht-, Temperatur- und Lautstärke-Einstellungen. Ob das im Arbeitsalltag eher hinderlich denn cool ist, wird sich zeigen.

Jedenfalls zu begrüßen ist das verbesserte Sicherheits-Angebot. Tatsächlich sind sechs der insgesamt 19 Assistenzsysteme im Caddy komplett neu. Dazu gehört der Travel Assist; er ermöglicht erstmals in einem Volkswagen Nutzfahrzeug das assistierte Fahren über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Ebenfalls neu im Caddy: der aus dem Crafter bekannte Trailer Assist für das signifikant einfachere Rückwärts­rangieren mit Anhänger oder der Spurwechselassistent inklusive Auspark­assistent. Die weiteren Assistenzsysteme im Caddy wurden mit neuen Funktionen deutlich erweitert und aktualisiert.

Grundsätzlich wird der neue Caddy wieder in den Nutzfahrzeugvarianten Cargo (Kastenwagen mit geschlossenem Aufbau) und Kombi (mit verglastem Fahrgastraum) sowie in verschiedenen Pkw-Varianten (Van) angeboten werden. In Hinblick auf die Nfz-Varianten merkte VW zudem schon bei der Vorstellung stolz an, dass der Laderaum im Vergleich zum Vorgänger noch einmal deutlich gewachsen ist. Die Langversion – der Caddy Maxi – bietet nun zum Beispiel Raum für bis zu zwei Europaletten, die wahlweise mittig quer / hinten quer oder auch mittig quer / hinten längs eingeladen werden können.

Für den Vortrieb sorgen ausnahmslos Euro-6 erfüllende Vierzylindermotoren. Drei 2,0 Liter Turbo-Diesel mit 75, 102 oder 122 PS, wobei der stärkste Selbstzünder auch als Allrad oder mit Automatik zu haben ist (nicht mit beidem) und ein Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 116 PS. Auch er kann mit 7-Gang DSG geordert werden.

Der Verkaufssstart für den neuen Caddy ist für Herbst 2020 anberaumt. Preise und Co. werden bis dahin folgen.

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