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So achten Autofahrer auf ihre Reifen

Dekra deckt auf

Um die Bedeutung sicherer Reifen zu unterstreichen und mehr über den Ist-Zustand an deutschen Pkw herauszufinden, hat die Expertenorganisation Dekra an sechs ihrer Niederlassungen den ganzen April hindurch zusätzlich zur Hauptuntersuchung besonders auf die Reifen geschaut.

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Gut 1.000 Pkw sind im Rahmen der Aktion an den Dekra-Niederlassungen Oldenburg, Minden, Chemnitz, München, Planegg und Rosenheim in die Auswertung eingeflossen. Bezogen auf Alter und Laufleistung bildeten die untersuchten Fahrzeuge eine Bandbreite ab, die mit der Gesamtflotte in Deutschland im Wesentlichen vergleichbar ist. Überprüft wurde neben Reifenalter, Profiltiefe und Fülldruck auch, ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen montiert und Montageempfehlungen eingehalten waren.

So hatten gut 64 Prozent der Fahrzeuge wintertaugliche Bereifung aufgezogen, die das Symbol mit Berg und Schneeflocke trug. Für seit 2018 produzierte Reifen ist allein dieses Symbol für die Einstufung als wintertauglich maßgeblich, das alte M+S-Kennzeichen reicht nicht mehr aus. Rund zwölf Prozent der untersuchten Reifen waren als Ganzjahresreifen gekennzeichnet.

Da sich das Material, aus dem Reifen hergestellt sind, verändert, spielt das Alter eine wichtige Rolle für die Sicherheit. Gut 45 Prozent der untersuchten Reifen stammten aus den Produktionsjahren 2018 und später, waren also maximal dreieinhalb Jahre alt. 14 Prozent waren sieben Jahre und älter, davon knapp fünf Prozent über zehn Jahre alt. Die absoluten Ausreißer mit über 20 Jahren Reifenalter machten weniger als 0,4 Prozent aus.

Was den eingefüllten Luftdruck und die Profiltiefe angeht, war das Bild beim Reifencheck insgesamt recht erfreulich. "Beim Fülldruck gab es einzelne Ausreißer nach unten, manche auch nach sehr weit unten: Der Negativrekord lag bei 0,8 bar", berichtet Dekra-Reifenexperte Christian Koch. "Auffällig war, dass zu niedriger Fülldruck bei Ganzjahresreifen häufiger vorkam. Hier fällt die routinemäßige Prüfung beim zweimaligen Wechsel jedes Jahr weg – und wenn der Autobesitzer selbst das Thema vernachlässigt, kann hier der Druck extrem niedrig werden."

Bei neueren Autos sind zwar Reifendruckkontrollsysteme vorgeschrieben. Das entbindet aber den Fahrer nicht von der Verantwortung, sich um den Reifendruck zu kümmern. Deshalb bleibt es beim Appell: "Spätestens nach jedem zweiten Tankstopp sollten Sie den Fülldruck prüfen und, wenn nötig, anpassen."

Dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter im Blick auf die Sicherheit nicht ausreichend ist, scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben. Weniger als jeder tausendste Reifen im Check war so weit abgefahren. Fast drei Viertel (gut 74 Prozent) hatten fünf Millimeter oder mehr. Knapp elf Prozent waren unter vier Millimeter, darunter gut 2,5 Prozent unter drei Millimeter.

Von den Ergebnissen des Reifenchecks vor der Hauptuntersuchung auf den Reifenzustand im "normalen Leben" zu schließen, ist aus Kochs Sicht nur bedingt zulässig. "Es zeigt sich aber wieder: Schon allein die Hauptuntersuchung als Pflichttermin sorgt dafür, dass Autofahrer zumindest alle zwei Jahre die offensichtlichsten Sicherheitsmängel beseitigen." Das erklärt auch, warum gerade Reifenmängel mit einer Quote von etwa fünf Prozent in der Hauptuntersuchung keine allzu große Rolle spielen.

Unterm Strich steht am Ende des Reifenchecks die Bilanz: Viele Autobesitzer kümmern sich vernünftig um ihre Reifen - aber noch längst nicht allen scheint die Bedeutung wirklich bewusst zu sein. "Bei der Sicherheit sollte es keine Kompromisse geben", meint der Unfallsachverständige und Reifenexperte Koch. "Und das fängt nun mal beim Reifen an."

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