AUTOWELT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Badge-engineering auf Renault-Basis

Das Kompakt-SUV ASX der Marke Mitsubishi rollt ab Frühjahr 2023 in einer Neuauflage vom Band. Das Ergebnis wirkt allerdings "merkwürdig vertraut". Kein Wunder: Die Japaner bedienten sich im Regal von Allianz-Partner Renault und versehen den Renault Captur quasi einfach mit neuen Logos.

Markt-übergreifend ist der neue ASX also kein neues Auto, für eingeschworene Mitsubishi-Kunden ist aber dennoch plötzlich vieles anders und neu. Zum einen, weil der neue ASX deutlich kleiner ist als sein Vorgänger. Bei 4.228 mm Länge, 1.797 mm Breite und 1.573 mm Höhe ist er nun im B-SUV-Segment zuhause. Logisch: Das boomt sogar noch stärker, als das C-Segment, in dem der alte ASX zu verorten war. Zum anderen freilich, weil die Motoren allesamt aus anderen "Mitsus" noch nicht bekannt, dafür aber umso vielfältiger sind. Der Neue wird konventionell angetrieben, sowie auch als Plug-in Hybrid, Vollhybrid und Mildhybrid angeboten. Den Einstieg bildet dabei ein 1,0 Liter Dreizylinder Turbo-Motor mit Sechgang-Getriebe. Etwas mehr Power bietet sodann der 1,3 Liter Vierzylinder-Turbo mit Mildhybrid-Unterstützung, ebenfalls nur mit Handschaltung mit sechs Fahrstufen zu haben. Dann ist da noch der 1,6 Liter Vollhybrid samt zwei E-Motoren und stufenlosem Getriebe, also Automatik und das Top-Modell: ein 1,6 Liter Plug-in Hybrid. Technische Daten verrät Mitsubishi selbst keine, die sind aber nicht schwer zu erraten. Bei Renault liefert der 1,0 Liter 91 PS, der 1,3 Liter 140 bzw. 158 PS, der Vollhybrid eine Systemleistung von 143 und der PHEV eine Systemleistung von 159 PS ... und wir haben keinen Grund davon auszugehen, dass das bei Mitsubishi sonderlich viel anders sein wird. Obgleich spannend ist, dass Renault den 1,3 Liter Mildhybrid-Motor nur mit Automatik, Mitsubishi aber nur mit Handschaltung anbieten wird.

Auch die Außenhaut ist für Mitsubishi-Fans freilich komplettes Neuland, setzt Renault doch auf eine rechtlich andere Designsprache als Mitsubishi. Und die wird nun einmal 1:1 übernommen. Wobei, nicht ganz. Statt "nur" das Logo auszutauschen, spendierte man dem ASX im umgebenden Kühlergrill auch ein paar Facetten des Markeneigenen "Dynamic Shield"-Designs. Darüber hinaus warten markante LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten sowie die optionalen Zweifarblackierungen.

Innen punktet das Crossover-Modell mit einer SUV-typisch erhöhten Sitzposition, einem großzügigen Platzangebot und flexiblen Lösungen wie einer verschiebbaren Rückbank. Sie sorgt je nach Position für mehr Beinfreiheit im Fond oder mehr Volumen im Kofferraum: 401 statt 332 Liter (VDA), d.h. etwa 70 Liter zusätzliches Volumen bei Bedarf. Der Fahrer blickt je nach Ausstattungslinie auf ein analoges Kombi-Instrument mit 4,2-Zoll-Bildschirm, ein konfigurierbares digitales Kombi-Instrument mit 7-Zoll-Bildschirm oder auf das vollständig personalisierbare 10,25-Zoll-Digital-Fahrerdisplay; hier werden auch die Hinweise des 3D-Navigationssystems dargestellt.

Zentral auf der Armaturentafel platziert ist das Smartphone Link Display Audio (SDA) mit 7-Zoll-Bildschirm im Querformat oder mit hochformatigem 9,3-Zoll-Display inklusive kabelloser Smartphone-Einbindung via Apple CarPlay oder Android Auto. Über das SDA lässt sich der ASX zudem auf alle individuellen Kundenanforderungen zuschneiden. So dient das Display nicht nur als Schaltzentrale für das Infotainmentsystem, sondern erlaubt auch die Steuerung des neuen Multi-Sense-Systems, mit dem der Fahrer das Lenkverhalten, die Fahrwerkskontrolle und die Traktion individuell einstellen kann.

Die Fahrassistenzsysteme unterstützen beim frühzeitigen Erkennen möglicher Gefahren und greifen notfalls ein, um Unfälle zu verhindern. Serienmäßig sind bei allen Modellen ein Auffahrwarnsystem mit Notbremsassistent inklusive Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein aktiver Spurhalteassistent und eine Verkehrszeichenerkennung.

In höheren Ausstattungslinien stehen zudem ein Totwinkelassistent, ein aktiver Spurfolgeassistent, ein Geschwindigkeitswarner, eine adaptive Tempoautomatik mit Stopp-Start-Funktion und ein Fernlichtassistent zur Verfügung. In den Top-Versionen mit Hybrid- oder Vollhybridantrieb ist zudem das MI-PILOT-System (Mitsubishi Intelligent-PILOT) erhältlich: Das System kombiniert die Funktionen der adaptiven Tempoautomatik und des aktiven Spurfolgeassistenten (LCA (Lane Center Assistant)) und soll ein besonders komfortables und teilautonomes Fahren ermöglichen.

In die Verkaufsräume der Mitsubishi Partner kommt der neue Mitsubishi ASX im März 2023.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Der Trick bei der Pragmatik

BMW 223i Active Tourer im Test

Kleine Vans werden zunehmend zur Mangelware, doch BMW legt den Active Tourer nicht nur neu auf. Zugleich möchte man ihm ein völlig neues Image verpassen, was ihn als Firmenwagen durchaus attraktiv machen kann. Auf Erkundungsfahrt im Topmodell 223i.

Rückblick auf sechs Generationen Hot-Hatch "made in Japan"

Honda Civic Type R: Seit 25 Jahren großartig

Seit seinem Debüt im Jahr 1997 konnte jede einzelne der nunmehr sechs Generationen des Honda Civic Type-R Fans für sich gewinnen; auch trotz, oder eben weil er anders war. Wir werfen einen Blick zurück auf 25 Jahre Type-R.

Sportlichere Abstimmung für mehr Fahrspaß

Toyota Yaris Cross GR Sport vorgestellt

Toyota erweitert das Portfolio des 2021 eingeführten Yaris Cross um den Yaris Cross GR Sport. Das Topmodell mit neu abgestimmter Aufhängung und sportlicherem Look soll als sportliche Speerspitze für die erfolgreiche Modellreihe fungieren. Der Vorverkauf startet in Europa im September.

Bewährtes Rezept, neue Gegner

Nissan Qashqai 4x4 im Test

Anno 2006 hat der erste Qashqai im Alleingang quasi ein Fahrzeugsegment etabliert und wurde gleichzeitig Nissans stärkstes
Standbein in Mittel-und Westeuropa. Die dritte Generation würde da gern anknüpfen.

V8, Handschaltung; die Welt ist noch in Ordnung

Das ist der neue Ford Mustang

Ford hat im Rahmen der New York Autoshow die siebte Generation des Ford Mustang vorgestellt. Im Idealfall unter der Haube: der stärkste Saug-V8 der Ford-Geschichte. Und ja: Er kommt auch zu uns!

Schnellster Golf auf der Nordschleife

Golf R "20 Years": Zum Geburtstag 10 kW

Performance-Paket, 10 kW mehr und ein paar optische Besonderheiten; das ist der Golf R "20 Years". Vor allem aber ist er der schnellste Seriengolf aller Zeiten auf der Nordschleife und verbessert die Zeit des "normalen" Golf R um vier Sekunden.