
Telefonierverbote im Auto in Europa | 22.08.2014
Handy weg vom Steuer
Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss fast überall in Europa zwischen 50 und 230 Euro Strafe zahlen - außer in Schweden.
mid/kw
Wird ein Autofahrer in Europa mit dem Telefon am Steuer erwischt, wird das meistens teuer. Nur in Schweden ist das Telefonieren beim Fahren nicht grundsätzlich verboten.
Die schwedische Autoindustrie stand und steht zwar im Ruf, besonders sichere Autos zu entwickeln. Und der Schwede an sich gilt als sehr sicherheitsbewusst. Da mutet es fast unglaublich an, dass gerade in diesem Land kein ausdrückliches Handyverbot gilt.
Ein Freifahrtschein fürs ungehemmte Telefonieren am Steuer ist dies jedoch nicht: Nutzt ein Autofahrer das Mobiltelefon und fällt dabei durch eine unsichere Fahrweise auf oder wird sogar zur Gefahr für andere, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 170 Euro. Ob ein solches verhängt wird und wenn ja, in welcher Höhe, liegt im Ermessen des jeweiligen Polizisten.
Diesen Passus gibt es grundsätzlich auch im Österreichischen Kraftfahrgesetz: Man muss "geistig und körperlich in der Lage sein, ein Auto zu lenken". Lässt das Verhalten auf das Gegenteil schließen, ist man fällig - ganz unabhängig von Alkohol, Drogen etc. So gesehen kann auch ein heftiger Streit im Auto zur Strafzahlung führen, wenn das Fahrverhalten darunter leidet.
Bezüglich Handy am Steuer ist, abgesehen von Schweden, die Lage in Europa klar: Es ist verboten. Es sei denn, man nutzt eine Freisprecheinrichtung, die fix im Auto verbaut ist oder sich im Ohr befindet. Aber nicht in beiden Ohren, zumindest in Spanien sind Kopfhörer (auch Earphones) nämlich verboten.
Wie in Österreich und Deutschland darf das Telefon zum Beispiel in Belgien, Spanien und den Niederlanden nicht einmal in die Hand genommen werden, außer, bei stillstehendem Fahrzeug. Das ist sogar an der roten Ampel erlaubt.
Die jeweiligen Strafen sind nicht unerheblich: Österreich ist hier ausnahmsweise einmal die Insel der Seligen: Mit 50 Euro liegt es an der unteren Grenze. Auch in Deutschland kommt man mit 60 Euro (und einem Punkt in Flensburg) verhältnismäßig günstig davon.
In Frankreich sind dagegen ab 135 Euro, in Italien zumindest 160 Euro, in Dänemark 200 Euro und in den Niederlanden sogar 230 Euro fällig.