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Fahren & Tanken

Mit seinen 77 kW/105 PS bei 5.800 Touren aus 1,6 Litern Hubraum ist der 16V-Benziner eine wahre Wohltat im verdieselten Österreich. Unhörbarer Lauf an der Ampel sowie ausgeprägte Vibrationsarmut über das gesamte Drehzahlband zeichnen das Aggregat aus.

Mit 143 Nm maximalem Drehmoment bei 3.200 U/min beweist er, dass kleinvolumige 16-Ventiler nicht unbedingt extreme Drehorgeln sein müssen. Kraft für flottes Beschleunigen steht schon knapp über 1.000 Touren zur Verfügung, das geringe Gewicht des Getz trägt zusätzlich noch zu munteren Fahrleistungen bei.

Die Werksangabe von 9,6 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h konnte bei unseren Messungen sogar um 0,5 Sekunden unterboten werden. Hier kamen die breiteren Reifen mit ihrer besseren Traktion zum tragen.

Etwas zäher gestaltet sich das Unterfangen, die angegeben 182km/h im rechtsfreien Raum zu erreichen. Die Breitreifen bremsen den kleinen Koreaner durch ihren höheren Rollwiderstand doch ziemlich ein. Mehr als 180 km/h am Tacho waren beim Deutschland-Ausflug nicht drin.

Muss aber auch nicht sein, denn die Autobahnhatz bei hohen Geschwindigkeiten ist ohnedies nicht ganz das Metier des Getz. Das Fahrwerk scheint bei diesen Tempi bereits etwas überfordert, ständige Korrekturen an der nervösen Lenkung sind erforderlich.

Mit seiner Standardbereifung lässt sich dem Getz durchaus ein hohes Komfortniveau nachsagen, mit der montierten Niederquerschnittsbesohlung kennt man aber bereits nach einer Fahrt von Wien nach Linz sämtliche Querfugen, Bodenwellen und Schlaglöcher der Westautobahn in und auswendig.

Selbst in der Stadt wird der Federungskomfort nicht besser sondern verschlechtert sich eher noch. Dass diese zusätzliche Belastung auch nicht spurlos am Fahrwerk vorbei geht, bewiesen deutliche Poltergeräusche von der Vorderachse.

Nur wer absolut Wert auf die Optik legt, sollte sich also die 16“ Rad-Reifenkombination ordern. Alle anderen sind mit der serienmäßigen 14“ Ausführung eindeutig besser bedient.

8,4 Liter auf 100 km genehmigte sich der Hyundai im motorline.cc-Test. Das sind immerhin gute 2 Liter mehr als das Werk verspricht und für unser Verständnis mindestens 1 Liter zuviel. Ein Teil des Mehrverbrauchs geht eindeutig auf das Konto der Bereifung, ein anderer sicher an die im Testzeitraum permanent aktivierte Klimaanlage.
Selbst bei äußerst zahmer Fahrweise erreichten wir nie weniger als 6,8 Liter im Schnitt.

Erfreulicher fällt das Kapitel Fahrspaß aus: Wieselflink lässt sich der Getz selbst in den engsten Gassen der Innenstadt um die Ecken werfen, auf kurvigen Landstrassen macht er mit seinen direkten Reaktionen auf Lenkbefehle durchaus Laune. Die elektrische Servolenkung bietet für den sportlichen Fahrer etwas zuviel Unterstützung, macht dafür aber das Einparken zum Kinderspiel.

Der Grenzbereich ist relativ hoch angesiedelt, deutet sich aber gerade noch früh genug durch Schieben über die Vorderräder an. Übertreibt man es, so bewirkt einfaches Gaswegnehmen meist Wunder und man kommt wieder auf Kurs.

ESP ist nicht erhältlich, aber auch in diesem Fall nicht unbedingt nötig. Dennoch sollte es sogar in dieser Klasse bereits zum Standard oder zumindest zur lieferbaren Sonderausstattung gehören.

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