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Fahren & Tanken

Kompetenz im Bau von kultivierten Dieselmotoren besitzt man bei Renault schon seit Jahrzehnten. Die neueste dCi Common-Rail-Generation setzt dem ganzen noch die Krone auf, besonders was Laufkultur, Drehfreude und Spritzigkeit betrifft.

Einmal warmgelaufen ist das Verbrennungsprinzip sogar im Leerlauf nur mehr vom Kenner von einem Benziner zu unterscheiden. Das im Testwagen verbaute, 88 kW / 120 PS starke 1,9 Liter-Aggregat beeindruckte zudem durch sein maximales Drehmoment von 300 Nm.

Die Abstimmung ist dabei im Gegensatz zu den PD-TDIs aus dem VW-Regal so gewählt, dass selbst beim untertourigen Anfahren stets genügen Kraft vorhanden ist. Ein Turboloch ist diesem Motor fremd. Auch ohne plötzliche Drehmomentberge, die die Nackenmuskulatur auf die Probe stellen, fährt sich der Mégane extrem elastisch und erfrischend sportlich. Dieser Spagat aus Komfort und Dynamik gelingt anderen Herstellern nur äußerst selten.

Der Standardsprint auf 100 km/h ist in 12,1 Sekunden absolviert, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 194 km/h. Hier sei auch gleich ein Lob an das angenehm zu schaltende Getriebe ausgesprochen: Die Anschlüsse passen perfekt, die Kupplung erfordert nur wenig trainierte Waden. Ein etwas kürzerer Schaltknüppel wäre allerdings ein heißer Tipp für die nächste Modellpflege.

Nichts zu meckern gab's auch am Testverbrauch von 5,9 Litern pro 100 km. Auch wer an einem chronischen Bleifuß leidet, wird den Wert im Bordcomputer selten über 7 Liter bringen. Ruhigere Naturen werden mit schottischem Dieseldurst um die 4,5 Liter belohnt.

Für einen Franzosen eher auf der sportlicheren Seite angesiedelt ist die Abstimmung des Fahrwerks: Wieselflink durchfräst man kurvige Landstraßenpassagen, Untersteuern findet nur im äußersten Grenzbereich statt, wobei es erst bei deaktiviertem ESP so weit kommen kann. Kurze wie auch lange Bodenwellen werden gekonnt ausgefiltert, selbst bei hoher Geschwindigkeit bleibt der Renault stoisch ruhig.

Die elekrohydraulische Servolenkung wirkt um die Mittellage etwas gefühllos, entschädigt aber durch ihre direkte Übersetzung und den geringen Kraftaufwand beim Einparken.

Auf das Konto der aktiven Sicherheit gehen ABS mit EBV und Bremsassistent, ein ESP der neuesten Generation (Aufpreisextra bzw. Serie ab „Luxus“) sowie ein Reifendruckkontrollsystem (Extra).

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