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Fahrverhalten, Verbrauch & Preis

Was sich viele Cabriofahrer wünschen, aber nur bei Ausnahmen wie dem Targa zu haben ist: Das Dach lässt sich auch per Fernbedienung öffnen. Doch wie auch vom Innenraum aus ist es wichtig, das Spektakel zu kontrollieren.

Wohl erkennen Sensoren, wenn das Glasdach zum Öffnen zu weit nach hinten ausholt, stoppen muss man die Prozedur aber per erneutem Druck auf die Fernbedienung. Im ersten Moment fragwürdig, die Alternative wäre jedoch eine nicht wünschenswerte elektronische Bevormundung. Das Bellen und Blinken des Targa ist als Warnung ausreichend.

Wer sich für einen offenen Carrera entscheidet, dem sei die Investition in die Sportabgasanlage empfohlen. Diese feiert jeden Luftstrom, der einen Saugmotor noch direkt verlassen darf. Besonders giftig wird der Klang im Sport Plus-Modus, am besten händisch geschalten und im Teillastbereich ercruist. Rotziges Röhren geht eine Sym­bi­o­se mit tiefem Gurgeln ein.

Wer nun den Ort mit schwerem Gasfuß verlässt, erlebt die Verwandlung in ein fauchendes Biest, dem erst nach lautem Gebrüll durch die Gangwechsel eine kurze Verschnaufpause vergönnt ist.

Bis etwa 100 km/h übertönt der Motorklang die Windgeräusche, ab dann wird es zunehmend lauter. Eine kleine Spoilerlippe am Windschutzscheibenrahmen erspart allerdings nerviges Wummern und Dröhnen. Ab etwa dieser Geschwindigkeit macht sich auch der Unterschied zum 50 PS stärkeren S-Modell bemerkbar, was jedoch nur heißt, dass man nicht mehr wehrlos in den Sitz gepresst wird. Glatte fünf Sekunden vergehen auf 100 km/h, die spitze Spitze von 294 km/h bleibt in Österreich Wunschdenken.

Souverändes Fahrverhalten, hyperpräzise Lenkung, schnelle Doppelkupplungs-Automatik DSG, die bei Porsche PDK heißt, brachiale Bremsen und ein Grenzbereich, der auf der Straße kaum ertastbar ist, sind die eine Seite.

Der hohe Komfort macht den Porsche wiederum alltagstauglich, sofern Cayenne und Co. die Sicht auf den Verkehr nicht zu stark einschränken. Unser Testverbrauch unter gemischten Bedingungen pendelte sich bei etwas über neun Litern ein.

Schwächen gibt es nur wenige, aber doch. Die Porsche-eigene Logik, mit Schaltpaddel auf beiden Seiten rauf und runter schalten zu können, erfordert Gewöhnung. Nach anhaltender Kritik gab es im alten 997 Turbo wieder konventionelle Paddel, die nun ihrerseits wieder Geschichte sind.

Angesichts der exklusiven Preisgestaltung würden wir weniger Kunststoff im Innenraum erwarten. Ablagen und Netze gibt es genügend, wenn auch nur für Kleinkram. Die Fronthaube öffnet praktisch mittels Fernbedienung.

Ab 136.577 Euro gibt es den Targa 4, den 4S ab 157.046 Euro. Das sind etwa 1.000 Euro weniger als fürs Cabrio. Dank Normverbrauchsabgabe NoVA (beim S übrigens 29 Prozent) kostet das Doppelkupplungsgetriebe PDK überschaubare 712 Euro und beim S nur 127 Euro Aufpreis - weil es den Verbrauch und damit die Steuer senkt.

Die Sportabgasanlage macht noch einen Aufschlag von 3.200 Euro aus, LED-Scheinwerfer erhellende 3.480 Euro. Der Große Preis von Zuffenhausen verursacht mitunter Muffensausen.

Plus
- Straßenlage
- Fahrleistungen
- Kraftentfaltung
- Sound
- Alltagstauglichkeit

Minus
- Gewicht
- Komplexität der Dachkonstruktion
- Preis

Resümee
Beim Targa pflegt Porsche den Mythos 911 gelungen weiter. Ob die aufwändige Konstruktion herausnehmbaren Dachschalen auf Dauer überlegen ist, muss die Kundschaft entscheiden. Technisch beeindruckend ist sie auf jeden Fall, ebenso der große Rest des Porsche-Erlebnisses.

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