Autowelt

Inhalt

Ford Mondeo Traveller 2.0 TDCi AWD ST-Line - im Test Ford Mondeo Traveller 2018

Sport-Tourer

Ford verpasst seinem großen Kombi Mondeo Traveller mithilfe der neuen Ausstattung ST-Line einen sportlichen Anstrich. 180-PS-Diesel im Test.

Georg Koman

Hier geht's zu den Bildern

Nach Fiesta und Focus erhielt auch der Ford Mondeo die sportlich angehauchte Ausstattung ST-Line - mit tiefschwarzem Kühlergrill, Rundum-Schürzen, Heckspoiler, zehn Millimeter tiefer gelegtem Sportfahrwerk und 18-Zoll-Rädern.

Innen gibt es ein fettes Lenkrad, Sportsitze mit Leder-/Stoffpolsterung und roten Ziernähten, einen schwarzen Dachhimmel und Alu-Pedale.

Der Rest ist Mondeo Traveller as usual: Eine mächtige Erscheinung von 4,87 Metern Länge und 1,85 Metern Breite. Im Test tritt er mit 180 PS starkem Dieselmotor, Allradantrieb und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe an.

400 Newtonmeter Drehmoment wuchtet der zwei Liter große Ford-Diesel ab 2000 Touren auf die Kurbelwelle, seine Temperaments-Ausbrüche - 0-100 km/h in 9,5 Sekunden - sind allerdings eher verhalten. Nicht ganz unbeteiligt sind daran die 1,7 Tonnen des Allradlers und die lange Getriebeübersetzung.

In jedem Fall läuft der Motor ansprechend leise und kultiviert, die Doppelkupplungs-Automatik gibt sich unauffällig-brav. Obwohl der Testwagen ohne die gegen Aufpreis erhältliche elektronische Dämpferregelung auskommen muss und trotz seines Sportfahrwerks federt der Mondeo ST-Line durchaus komfortabel. Unebenheiten aller Art werden souverän gebügelt.

Die Dämpferregelung ist mit rund 2.500 Euro kein billiges Vergnügen, allerdings kommt sie um diesen Preis nicht allein, sondern als Bestandteil des Komfort-Pakets - inklusive Adaptiv-Tempomat, elektrisch verstellbarem Fahrersitz, elektrischer Lenkrad-Verstellung sowie Toter-Winkel-Assistent.

Im fahrdynamischen Ernstfall gibt sich der Traveller angenehm neutral und schiebt kaum über die Vorderräder. Die Bremsanlage ist kraftvoll, super dosierbar und standfest.

Der Bereich um die beiden Rundinstrumente im Cockpit wirkt zunächst etwas überladen. Blendet man ein paar Infos aus und entschlackt so das Mäusekino, fühlt man sich aber gleich wohl.

Dazu hat Ford mit „MyKey“ ein interessantes Gimmick vorzuweisen: Für den Zweitschlüssel kann man bestimmte Funktionen sperren, Höchstgeschwindigkeit und Radio-Lautstärke limitieren etc. Sinnvoll für besorgte Eltern, die ihr Auto nur ungern dem wilden Sohn oder der schnellen Tochter überlassen.

Die Über- und Rundumsicht geht in Ordnung. Lediglich die breiten D-Säulen stören etwas den Blick nach schräg hinten. Langstreckentaugliches Gestühl ist in dieser Klasse selbstverständlich, die Sportsitze geben außerdem guten Seitenhalt.

Die Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck liegen am oberen Ende des Möglichen. 1,90-Meter-Männer fühlen sich auf jedem Sitzplatz wohl und der Laderaum ist mit seinen 525 bis 1.630 Litern enorm großzügig ausgefallen. Zur handelsüblichen Erweiterungs-Variabilität gibt es eine sensationell niedrige Ladekante von 59 Zentimetern.

Die Heckklappe öffnet gegen Aufpreis elektrisch und gegen noch mehr Aufpreis berührungsfrei per Fußwackeln, zahlreiche Ablagen und Fächer gibt es zur Genüge.

An serienmäßiger Komfort-Ausstattung gibt es beim ST-Line Klimaautomatik, beheizbare E-Außenspiegel, abblendender Innenspiegel, Regen-, Licht- und Fernlichtsensor, Parkpiepser vorne und hinten, Freisprech-Einrichtung, Tempomat und Alufelgen Standard, zudem kommt der Mondeo mit aufpreisfreier Verkehrszeichen-Erkennung und bietet serienmäßig einen passiven (Warnung) plus aktiven (Lenkeingriff) Spurhalte-Assistenten.

Laut geduldigem Papierwert verbraucht der Allradler bloß 5,3 Liter. In der harten Test-Realität liegen er mit 6,5 Liter einen guten Liter darüber, angesichts seiner imposanten Maße ist das aber alles andere als durstig.

Für Mehrgeld ist jede Menge an Luxus verfügbar, bevorzugt in Form von Paketen. In Sachen Garantie ist der Mondeo mit fünf Jahren positiv auffällig. Am Preiszettel des ST-Line samt 180 Diesel-PS, Allradantrieb und Automatik stehen im Konkurrenzvergleich recht unauffällige 45.300 Euro. Wer auf Allrad, Automatik und 30 PS, nicht aber auf die ST-Line verzichten kann, kommt sogar mit 38.500 Euro durch.

Plus
+ sportlich-elegantes Design außen wie innen
+ großzügige Raumverhältnisse
+ souveränes Fahrwerk
+ flüsterleiser Motor
+ komplette Assistenzsystem-Auswahl

Minus
- lange Getriebeübersetzung raubt ein wenig Temperament

Resümee
Der mächtige Mittelklassler Ford Mondeo leistet sich wie gewohnt kaum Schwächen. Raumangebot, Fahrkomfort, Technik-Features, Preis - alles schwer in Ordnung. Dazu kommt mit der Ausstattung ST-Line auf Wunsch eine gediegen-sportliche Note.

Drucken

Ähnliche Themen:

22.11.2018
Wenn das SUV tanzt

Trotz gewachsenen Formats fährt sich der neue Mercedes GLE knackig - speziell mit der Weltneuheit E-Active Body Control. Erster Test.

19.11.2018
Turbolos glücklich

Schwarzer Kühlergrill, zackigere Linien, mehr Leistung: Der überarbeitete Audi R8 geht geschärft in seine zweite Lebenshälfte. Erster Test.

24.12.2017
Individualisten-Express

Der Infiniti Q30 Sport 2.0t schafft es, seine technische Basis Mercedes GLA nochmals zu verfeinern. Wir testen den Individualisten-Express mit 211 PS.

Im Winterschlaf ADAC-Ratgeber: Oldtimer richtig einwintern

So kommt der Oldtimer gut durch die kalte Jahreszeit: Wir geben Tipps für die richtige Winterpflege von klassischen und historischen Fahrzeugen.

Formel 1: News Qualifyingrennen vorerst vom Tisch

Weil die Teams der Idee von Sportchef Ross Brawn nicht zustimmten, wird die Formel-1-WM nächstes Jahr keine Qualirennen austragen.

DTM: News Wie geht es mit Aston Martin weiter?

Das DTM-Team des britischen Herstellers steht vor einer Trennung des Einsatzteams HWA.

Click und Start Motorrad einfach online zulassen

So macht die nächste Motorrad-Tour noch mehr Spaß: Kennzeichen reservieren, Bike einfach zulassen und losfahren: dank i-Kfz im Internet.