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Peugeot 308 GTi - im Motorline-Test Peugeot 308 GTi 2018

Mit Zaubertrank

Nach dem Facelift des Peugeot 308 erhält auch die Topversion mit dem klingenden Namen 308 GTi by Peugeot Sport ein Update. 263 PS im Test.

Text: Georg Koman, Michael Kirchberger/mid
Fotos: Georg Koman

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Allzu viel hat Peugeot beim 308 GTi nicht verändert: Eine leicht modifizierte Frontpartie mit drei üppig dimensionierten Lufteinlässen unter dem nun größeren Kühlergrill nach neuer Art des Hauses, zusätzliche Assistenzsysteme und ein Update in Sachen Infotainment.

Neu ist auch die auf Wunsch erhältliche Zweifarb-Lackierung "Coupe Franche" in Blau/Schwarz (wie beim Testwagen) oder Rot/Schwarz. Das war es schon mit der Modellpflege. Verständlich, ist der 308 GTi doch gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt und verkauft sich gut.

Der 308 GTi ist als Auto-Baby in den gallischen Zaubetrank gefallen und daher der Stärkste je gebaute Serien-Peugeot. Er übertrifft die direkten Wettbewerber von VW, Ford oder Seat mit seiner Literleistung. Während die ihre Kräfte aus zwei Liter Hubraum schöpfen, genügen dem Peugeot 1.600 Kubikzentimeter.

Verlockend ist der Schub, den die turbo-geladene Maschine schon bei rund 1.600/min abliefert. Das Sechsganggetriebe ist nach dem Facelift exakter als davor, aber immer noch sehr kurz übersetzt. Gut fürs Temperament, weniger angenehm bei Autobahngeschwindigkeit. Die Umstellung auf die neueste Abgasnorm Euro 6d-Temp brachte einen leichten Leistungsverlust mit sich. Statt 272 PS lautet der Wert nunmehr 263 PS. Dafür erhöhte sich das Drehmoment um zehn Nm auf 340 Newtonmeter.

Der Sprintwert aus dem Stand auf 100 Kilometer blieb mit exakt sechs Sekunden gleich, und das ist für GTi-Fahrer wohl eine der entscheidenden Kennzahlen. Die 340 Nm liegen bei 2.100/min an, niedertourig betrieben entwickelt die Maschine überzeugenden Durchzug und schlenzt den rund 1.400 Kilogramm wiegenden Kompakt-Sportler wie aus dem Handgelenk auf hohes Tempo.

Optisch geht der 308 GTi unaufgeregter ans Werk als er sich fährt. Den grundsätzlich viertürigen Peugeot verunzieren weder Frontspoiler noch Heckflügel. Um 1,1 Zentimeter tiefer als beim Serienmodell liegt seine Karosserie, vorne gibt es große Lufteinlässe und dicke Auspuffenden hinten. Auch Motoren mit geringem Volumen müssen tief durchatmen können.

Auffällig sind primär die serienmäßigen 19-Zoll-Leichtmetallräder und die optionale Zweifarblackierung für 880 Euro Aufpreis. Innen repräsentieren Einstiegsleisten aus Edelstahl, Pedalkappen aus Aluminium und konturierte Sitze mit exzellentem Seitenhalt, die Gene der Sportlichkeit.

Ein Druck auf die Sporttaste macht aus dem ohnehin stimmgewaltigen Motorklang ein beeindruckendes Grollen, verändert die Kennlinie des Gaspedals und die Darstellung im Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser, wo dann die aktuellen Leistungsdaten und der Turboladerdruck eingespielt werden.

Das akustische Tuning findet allerdings ausschließlich im Innenraum statt und wird über einen Lautsprecher erzeugt. Klingt auf dem Papier vielleicht albern, in der Realität jedoch ziemlich gut und ist obendrein billiger als Abgasanlagen mit aufwändiger Klappensteuerung.

Für den Leistungsgewinn des schlanken Vierzylinders sorgt die Peugeot-Tochtergesellschaft Peugeot Sport. Üblicherweise stammen Wettbewerbsfahrzeuge für den Motorsport von ihr, dieses Mal mündet die Entwicklungsarbeit im öffentlichen Straßenverkehr.

In dem sich der 308 GTi blendend schlägt. Die verstärkten Bremsen sind bissig, könnten aber kaum besser funktionieren, das Feder-Dämpfer-Ensemble ist reichlich straff.

Der Richtung, die der Fahrer über die von Antriebseinflüssen freie, dafür aber an Rückmeldung reiche Lenkung vorgibt, wird auch bei extrem hohem Tempo präzise gefolgt. Erst nahe der Haftungsgrenze lässt sich so etwas wie eine leichte Neigung zum Untersteuern ausmachen.

Der technische Aufwand, der dafür betrieben wurde, ist erheblich. Er liegt unter anderem darin, dass einige Komponenten der Vorderachse aus Aluminium bestehen oder - wie der Stabilisator - hohl sind. Das sorgt für eine bessere Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Dazu kommt ein in das Sechsgang-Getriebe integriertes Torsen-Differenzial. Dadurch wird die Kraft je nach Fahrsituation auf die Antriebsräder verteilt. Je nachdem, welches gerade mehr davon auf den Asphalt bringen kann. Der Aufwand lohnt sich. Durchdrehende Vorderräder kennt der 308 GTi nur auf sehr feuchtem Untergrund.

Nominell ist der Peugeot 308 GTi mit exakt 6,0 Litern Benzinverbrauch auf 100 Kilometer einer der sparsamsten Vertreter in der Klasse der aufgepowerten Kompakten. Was allerdings nur für die Normmessung gilt. Im Alltag fällt es schwer, den Gasfuß zu zügeln und den gallischen Kraftmeier mit weniger als acht Liter 100 Kilometer weit zu fahren. Sieben Liter sind möglich, bringen aber Entzugserscheinungen mit sich. In jedem Fall erhalten Freunde des engagierten Autofahrens beim Peugeot-Händler für 39.950 Euro eine Menge Agilität und Fahrspaß.

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