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Suzuki Swift Sport 1.4 DITC - im Test Suzuki Swift Sport 2018

Let's Swift again

Wenig Gewicht, viel Kraft, manuelles Getriebe und vieles mehr erfreuen am neuen Suzuki Swift Sport. Wir bitten den giftgelben Fruchtzwerg zum Test.

Mirko Stepan/mid, Bernhard Reichel

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Kleinwagen sind etwas für Fahranfänger oder Hausfrauen, so der ewige Irrglaube. Denn viele sind besser als ihr Ruf und weit mehr als motorisierte Einkaufswagen. Aktuelles Beispiel: der Suzuki Swift Sport. Der macht dank seiner geringen Länge von 3,89 Metern in der City eine gute Figur, außerhalb der Stadtgrenzen zeigt er dann aber sein wahres Gesicht.

Der neue Swift Sport zeigt sich gegenüber dem Vorgänger nicht nur etwas geräumiger, sondern vor allem deutlich sportlicher. Zwar leistet der neue 1,4 Liter große Turbo-Benziner nur vier PS mehr (140 PS), einen deutlicheren Sprung hat allerdings das Drehmoment gemacht: 230 turbo-geboostete Newtonmeter stehen aktuell im Datenblatt, 70 Nm mehr als beim alten Saugmotor.

Das macht sich beim Tritt aufs Gaspedal sofort bemerkbar. Unser kleiner in "Champion Yellow" lackierter und mit Carbonoptik folierter Flitzer hängt recht direkt am Gas, das maximale Drehmoment steht bereits bei 2.500 bis 3.500 Touren bereit.

Das verleitet den Fahrer zu sportlicher Fahrweise bei gar nicht sonderlich hohen Motor-Drehzahlen - wozu dauernd ausdrehen, wenn er unten schon anschiebt? Auch wenn der Swift Sport in schnellen Kurven etwas zum Untersteuern neigt und das mit Monroe-Stoßdämpfern vorne und hinten, verstärkten Stabilisatoren und Lagern vorne sowie steiferer Verbundlenkerachse hinten optimierte Fahrwerk einen Hauch straffer ausfallen könnte: sein Namenszusatz "Sport" kommt nicht von ungefähr.

Umso überraschter ist man, wenn man trotz der nicht eben brettharten Federung einfach mal kompromisslos abbiegt und der Swift dann widerspruchslos und knackig ums Eck zieht.

Es macht einfach Spaß, mit dem kleinen Japaner mit Sechsgang-Schaltgetriebe über Landstraßen und durch Kurven zu räubern und deutlich dickeren Autos das Hinterteil mit seinen zwei Endrohren zu zeigen.

Nach 8,1 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, 210 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Der Swift Sport ist nicht unbedingt für gemütliches Dahingleiten gebaut, dafür reicht der normale Swift aus - der Giftzwerg will beim Ausritt die Sporen spüren.

Sein Durst hält sich dabei in Grenzen. 7,2 Liter zeigt der Bordcomputer nach den nicht unter Spritspar-Gesichtspunkten durchgeführten Testfahrten an. Bei nicht artgerechter, weil sanfter Bewegung sind auch Sechser-Werte locker möglich.

Natürlich hat Suzuki beim flinken Kleinen auch optisch gegenüber dem Standard-Swift eine Tuning-Schippe draufgepackt: Seitenschweller im Carbon-Look gehören genauso zum Paket wie die Frontschürze mit Spoiler-Lippe, der Dachkantenspoiler, die Heckschürze inklusive Diffusor und zwei Auspuff-Endrohre oder die Alu-Sportpedale und das unten abgeflachte Sportlenkrad. Dank gering gewachsener Außenmaße (Radstand plus 20 Millimeter, Fahrzeugbreite und Spurweite jeweils plus 40 Millimeter) und dem gegenüber den braven Brüdern markanteren Kühlergrill wirkt der Kleinwagen erwachsener.

Innen hat Suzuki in Sachen Materialqualität zwar kein Feuerwerk abgebrannt, für die Preisklasse aber ordentlich geliefert. Kunststoff dominiert das Interieur, lediglich rote Zierblenden in den Türverkleidungen und im Armaturenbrett lockern hier ein wenig auf.

Schade, dass es diese nicht auch in Wagenfarbe gibt, hier würden sich einige Käufer sicherlich gerne in Sachen Individualisierung austoben. Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck, und das Infotainment-System bietet alles, was insbesondere jüngere Käufer mögen: Auf dem 7-Zoll-Touchscreen lassen sich beispielsweise via Apple CarPlay oder Android Auto diverse Apps ins Fahrzeug holen.

Die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sind für eher schmale Piloten- und Co-Piloten gedacht, insbesondere die Sitzfläche ist recht eng geschnitten. Dafür darf sich derjenige, der perfekt ins Gestühl passt, über ausreichend Seitenhalt freuen. Richtig gelungen sind die Digitalanzeigen für Ladedruck und Öltemperatur, die den sportlichen Charakter des Autos unterstreichen.

Nervend ist der übersensible Kollisionswarner, den man immerhin manuell deaktivieren kann, das dann aber bei jedem Start tun muss. Selbst wenn die vermeintliche Gefahr schon wieder weg ist, spult er trotzdem seinen langen Warnton bis zum Schluss ab.

Leicht macht es Suzuki seinen Kunden in Sachen Preisgestaltung und Sonderausstattung. Für den Swift Sport gibt es tatsächlich nur ein einziges Extra, das ist die Metallic-Lackierung für 390 Euro.

Ansonsten ist im Kaufpreis von 21.990 Euro alles enthalten, was es für den Swift gibt. Unter anderem ein adaptiver Abstandstempomat (ACC), Klimaautomatik, Sitzheizung für die Vordersitze, Multi-Mediasystem inklusive Navi, Müdigkeits- und Spurhalte-Assistent, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, Rückfahrkamera, 17 Zoll große Alufelgen, schlüsselloser Zugang und vieles mehr.

Plus
+ kraftvoller Motor
+ attraktiver Sound
+ agiles Handling dank geringem Gewicht
+ braver Verbrauch
+ top Preis-/Leistungsverhältnis

Minus
- übersensibler Kollisionswarner

Resümee
Mit dem Swift Sport hat Suzuki einen kleinen Wirbelwind im Programm, der mit Blick auf seine Ausstattung und dem gebotenen tollen Fahrspaß ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vorweisen kann. Sein geringes Gewicht holt noch mal extra Fahrvergnügen raus und bringt auch noch Verbrauchsvorteile.

Fünftüriger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 3.890/1.735/1.480/2.450 mm, Leergewicht: 1.045 kg, Zuladung: 400 kg, Gepäckraum: 265 bis 579 Liter, Tankinhalt: 37 Liter.
Motor: Vierzylinder-Turbo-Benziner, Hubraum: 1.373 ccm, Leistung: 103 kW/140 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 230 Nm bei 2.500 bis 3.500 U/min, Kraftübertragung auf die Vorderräder mit Sechsgang-Schaltgetriebe, 0 bis 100 km/h: 8,1 s, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Normverbrauch kombiniert: 5,6 l/100 km Superbenzin, CO2-Ausstoß: 125 g/km, Abgasnorm: Euro-6d-Temp.
Österreich-Preis: 21.990 Euro (Deutschland: 21.400 Euro).

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