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Bentley Continental GT - im Test Bentley Continental GT 2019

Brite mit Biss

Wir testen den 635 PS starken Bentley Continental GT - ein ausladendes Luxus-Coupé mit nicht zu unterschätzenden Sportwagen-Genen.

mid/wal; Fotos: Frank Zobel-Tomita

Verglichen mit dem ebenfalls opulenten Vorgänger wirkt der neue Bentley Continental GT noch eine Spur klassischer und eleganter. Vor allem das Heck mit den mandelförmigen Rückleuchten macht einen diskret-vornehmen Eindruck.

Umso großspuriger tritt der breite Kühlergrill in Erscheinung. So groß wie seine ausladenden Maße vermuten lassen, ist das Luxus-Coupé innen aber bei weitem nicht: Zwar herrschen vorne anständige Platzverhältnisse, für Fond-Passagiere bleiben jedoch nur Notsitze übrig.

Gleichwohl: Zur schnittig-noblen Optik der Karosserie passt das kostbar anmutende Interieur: Für jeden Continental GT werden immerhin mehr als zehn Quadratmeter Holz verwendet. Neun Stunden soll es dauern, die ungemein dekorativen Holz-Elemente von Hand herzustellen und zu montieren. Doch hoher Komfort und feudales Ambiente sind nicht alles was ein heutiger Bentley zu bieten hat, denn all die fürs Auge sichtbaren Qualitäten verbinden sich mit überbordenden Fahrleistungen.

 Bentley Continental GT 2019

Herzstück ist ein Zwölfzylindermotor mit rund sechs Litern Hubraum und 467 kW/635 PS. Damit entfaltet der exklusive Zweitürer Herkules-Kräfte. Den Kickdown sollte man nur auf sehr freier Strecke ausprobieren, denn dann katapultiert das Aggregat den 2,2-Tonner in nur 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h - souveräne Traktion dank Allradantrieb inklusive.

Goldstandard der verschiedenen Fahrmodi ist der sogenannte "Bentley-Modus", am breiten Schaltpult gekennzeichnet durch den Buchstaben "B". In dieser Einstellung hält das Fahrverhalten die Waage zwischen Sport (markanteres Motorgeräusch, aggressiveres Ansprechverhalten aufs Gas) und Komfort (gedämpfter Motorklang, sanfte, aber immer noch kraftvolle Beschleunigung).

Verglichen mit den aktuellen Rolls-Royce-Modellen wirkt der Bentley angriffslustiger. Flüstert ein Rolls-Royce beim Anfahren, faucht der Bentley wie eine Raubkatze - neugierige Blicke von Passanten sind in beiden Fällen programmiert, wobei der Bentley mit einem Hauch mehr Understatement daher kommt und bei unseren Testfahrten mehr anerkennende als neidisch oder verächtlich wirkende Reaktionen hervorrief.

Der jüngste Continental GT verfügt zudem über all jene Elektronik, die man heute von einem aktuellen Fahrzeug erwarten kann. Jede Menge Sicherheitstechnik gehört zur Ausstattung des ansonsten klassisch wirkenden Luxus-Coupés - vom Spurhalte-Assistenten über Totwinkel-Warner bis zum umfassenden Infotainment ist alles vorhanden.

Allerdings hat das große Display eine wunderbar altmodische Holzseite wie bei einem Fernsehschränkchen. Solange der Motor ausgeschaltet ist, verbirgt sich der Monitor im Armaturenbrett. Erst beim Druck auf den Startknopf dreht sich das Element gleichsam kopfüber den Insassen entgegen und aus dem klassischen Reiseabteil wird ein modernes Cockpit, in dem man sich wie auf Wolken fühlt. Tapfer sein muss man allerdings an der Zapfsäule: 90 Liter Super Plus passen in den Tank - und die braucht man bei einem Mixverbrauch von mehr als zwölf Litern auch durchaus dringend.

Zweitüriges, viersitziges Luxusklassen-Coupé, Länge/Breite/Höhe: 4,85/1,97/1,41 m, Radstand: 2,85 m, Leergewicht: 2.244 kg, Tankinhalt: 90 Liter
Antrieb: W12-Ottomotor, 5,95 Liter Hubraum, 467 kW/635 PS, Allradantrieb, 8-Gang Doppelkupplungsgetriebe, Höchstgeschwindigkeit: 333 km/h, 0-100 km/h: 3,7 Sekunden. Norm-Mixverbrauch: 12,2 Liter Superbenzin, CO2-Ausstoß: 278 g/km.
Österreich-Preis: ab 263.500 Euro (Deutschland: ab 169.300 Euro).

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